Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Untereggen setzt auf erneuerbare Wärme

Besteht in Untereggen Interesse an einem Wärmeverbund? Das wollen die Gemeinde und der Energieproduzent SAK wissen. Erneuerbare Energien liegen zwar im Trend, sind aber deutlich teurer als Heizöl.
Jolanda Riedener
Einige Quartiere zeigen bereits grosses Interesse am Wärmeverbund. (Bild: Michel Canonica)

Einige Quartiere zeigen bereits grosses Interesse am Wärmeverbund. (Bild: Michel Canonica)

Untereggen will einen Beitrag an den Umweltschutz leisten und setzt auf erneuerbare Energien. Die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) prüft deshalb die Realisierung eines Wärmeverbunds in der Gemeinde. Der Energieproduzent übernimmt in Untereggen die Planung, Realisierung und Wartung der Wärmeversorgung. Voraussetzung für das Zustandekommen des Wärmeverbunds sind genügend Interessenten, die ihre bestehende Heizung, meist eine Ölheizung, durch die CO2-neutrale zentrale Holzheizung ersetzen würden.

Die SAK verschickte nach einer Informationsveranstaltung Anfang Mai Fragebögen in mehrere Unteregger Haushalte. Damit will die SAK herausfinden, in welchen Gemeindegebieten ein Fernwärmenetz gefragt ist. Bis heute Freitag sollen die Fragebögen an die SAK zurückgeschickt werden. «Noch haben uns nicht alle Rückmeldungen erreicht», sagt SAK-Projektleiter Severin Dosch. Man hoffe auf eine baldige Antwort, um weitere, genauere Abklärungen treffen zu können: «Dann werden wir verschiedene Varianten prüfen können.» Auch mit noch offenen Fragen könnte sich die SAK dann beschäftigen, zum Beispiel wo die Fernwärmezentrale gebaut werden kann und wie gross sie sein soll. Gemäss Norbert Näf, Gemeinderatschreiber von Untereggen, seien Gemeinde und SAK auch froh um eine Rücksendung des Fragebogens, wenn kein Interesse am Wärmeverbund besteht.

Einzelne Gebiete und Strassen würden gemäss Dosch bereits reges Interesse zeigen: Namentlich im Bereich Pfannacker und Oberwies. Man habe sich in der Umfrage bewusst an Wohngebiete gerichtet, in denen eine grosse Dichte an Ölheizungen vorherrsche.

Keine Chance gegen billiges Öl

Wie teuer das Fernwärmenetz sein wird, das in Untereggen geplant ist, ist laut Severin Dosch ebenfalls noch offen. Auch, ob sich die Gemeinde Untereggen an den Kosten beteiligen will. Sicher sei aber: Mehr als 19 Rappen pro Kilowattstunde bezahlen die Verbraucher nicht für ihre Heizkosten. Vor allem Nachhaltigkeit soll das Fernwärmenetz bringen. Als Heizmaterial dient Biomasse aus der Region. Das Heizen mit Holzschnitzeln könne zwar preislich nicht mit dem günstigen Öl mithalten: «Ökologisch gesehen, ist es aber die einzig richtige Variante», sagt Dosch. Auch der Öltank falle durch den Anschluss ans Fernwärmenetz weg und macht Platz im Keller, mit der Beschaffung des Brennstoffs und dem Unterhalt der Anlage müssten sich die Hauseigentümer ebenfalls nicht mehr befassen.

Die SAK betreibt bereits in Wittenbach und in Speicher/Trogen Wärmeverbunde. Allerdings beide in grösseren Dimensionen als in Untereggen geplant. «Ökologische Energiegewinnung stösst immer mehr auf Interesse», sagt Dosch.

Steinach schafft Anreize

In Steinach gibt es bereits eine zentrale Wärmeversorgung. Noch sind aber lediglich 25 Haushalte und Firmen ans Netz angeschlossen. Mit der Erweiterung der Schulstrasse werde die Fernwärmeversorgung neu auch in diesem Bereich verfügbar sein. «Auch das Gemeindehaus wird dem Netz angeschlossen», sagt Gemeinderat Roland Etter, der für den Bereich Energie und Umwelt zuständig ist.

Das Kraftwerk in der ARA Morgental in Steinach, wo Holz zur Wärmegewinnung eingeheizt wird. (Bild: Coralie Wenger)

Das Kraftwerk in der ARA Morgental in Steinach, wo Holz zur Wärmegewinnung eingeheizt wird. (Bild: Coralie Wenger)

Mit der fehlenden Konkurrenzfähigkeit zur Ölheizung kämpft man auch in Steinach, deshalb laden Gemeinde und Elektra Birseck Münchenstein (EBM) am 20. Juni zu einem Informationsanlass ein. «Wer seine Liegenschaft rasch ans Netz anschliesst, erhält einen Bonus», sagt Etter. So wolle man die Steinacher ermuntern, mit erneuerbaren Energien zu heizen. Der Energiepark Morgental in Steinach gilt insbesondere Vorzeigeprojekt, es nutzt Energie aus Klärgas, Abwasser, Altholz, Sonne und Biomasse zur Strom- und Wärmegewinnung.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.