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Untereggen: Velofahrer verärgern Förster, weil sie rote Ampel missachten

An der Kantonsstrasse, kurz vor der Martinsbrücke, werden derzeit aus Sicherheitsgründen Eschen gefällt. Wegen fallender Bäume ist die Strasse zeitweise gesperrt. Velofahrer setzen sich aber regelmässig darüber hinweg und behindern damit nicht nur den Forstbetrieb, sondern begeben sich auch in Gefahr.
Martin Rechsteiner
Wegen des Geländes geht es nicht anders: Arbeiten finden auf der Strasse statt, diese muss zeitweise gesperrt werden. (Bild: Martin Rechsteiner)

Wegen des Geländes geht es nicht anders: Arbeiten finden auf der Strasse statt, diese muss zeitweise gesperrt werden. (Bild: Martin Rechsteiner)

An der Kantonsstrasse im Waldstück zwischen Untereggen und der Martinsbrücke geht es derzeit laut zu und her. Der Grund ist ein Holzschlag, der im Juli an diesem Strassenabschnitt stattfindet. Regelmässig fallen dabei Bäume auf die Fahrbahn, diese wird dafür täglich mehrmals für einige Minuten gesperrt. Zu lange, wie einige Verkehrsteilnehmer offenbar finden. Die Forstwarte klagen, dass Leute auf dem Velo immer wieder die Sperre ignorieren. Corina Stolz, die zuständige Revierförsterin, sagt: «Die rote Ampel auf der Fahrbahn scheint für einige Velofahrer keine Bedeutung zu haben. Bis jetzt konnten wir sie immer gerade noch rechtzeitig stoppen, bevor es ein Unglück gab.»

Fällarbeiten
wegen Schädling

Ein aus Asien eingeschleppter Pilz macht den hiesigen Eschen derzeit das Leben schwer: Er verbreitet sich über die Luft und lässt ihre Triebe absterben. Aber nicht nur das. Er greift das Innere des Baumes an, lässt dieses verfaulen. Und als wäre das nicht genug, macht er auch noch einem weiteren Pilz den Weg frei, der die Wurzeln zersetzt. Ein Mittel gegen diese Schädlinge gibt es nicht.

Befallene Eschen werden instabil. Besonders wenn ihr Wurzelwerk zerstört ist, können sie bei Schneefall oder Wind leichter umstürzen. Das kann gefährlich sein, wenn die Bäume an einer Strasse stehen. Genau das ist in Untereggen der Fall. «Rund 150 Bäume an diesem Abschnitt sind entweder vom Pilz befallen oder sonst angeschlagen und gefährden den Verkehr auf der Strasse», sagt Revierförsterin Corina Stolz. Sie hat sich deshalb dazu entschieden zu handeln. Die Bäume müssen weg. Ein vierköpfiges Team ist seit dem Montag dabei, sie zu fällen. «Uns ist bewusst, der Eingriff in den Wald ist stark, der Abschnitt wird anders aussehen, wenn wir fertig sind. Aus Sicherheitsgründen ist der Holzschlag aber nötig, und nach dem Eingriff können wieder neue, junge Bäume aufkommen.» Noch bis zum 27. Juli dauern die Fällarbeiten an.

Wartezeiten bis zu
zehn Minuten

Der Holzschlag hat Auswirkungen auf den Verkehr. Die F sind mit ihren Maschinen auf der Strasse unterwegs. Und wegen des steilen Geländes müssen Bäume oft so gefällt werden, dass sie auf der Strasse landen. «Bei den Fällarbeiten müssen wir den Abschnitt sperren, bis er für den Verkehr wieder sicher und das Holz von der Strasse geräumt ist», sagt Stolz. Alles dauere, je nach Baumgrösse, zwischen fünf und zehn Minuten.
In beide Fahrtrichtungen sind Ampeln aufgestellt, die bei einer Sperrung auf Rot schalten. Das scheint aber nicht genug zu sein. «Es gibt Verkehrsteilnehmer, besonders Velofahrer, die hier einfach durchrauschen», sagt Stolz. «Heute Morgen zum Beispiel hat einer die stehende Verkehrskolonne überholt und das Rotlicht überfahren. Wir konnten ihn gerade noch aufhalten, als er auf die Fällzone zufuhr.» Der Mann habe daraufhin behauptet, die Ampel nicht gesehen zu haben. Und ein anderer habe kürzlich gesagt, er habe geglaubt, Baustellensignale gelten für Velofahrer nicht.

Solche Situationen gibt es laut der Revierförsterin zwei bis drei pro Tag. «Sie sind unglaublich gefährlich. Unsere Leute sind auf den Holzschlag konzentriert und können nicht auch noch die gesamte Strasse im Auge haben.» Wenn ein Baum falle, gehe alles sehr schnell. «Dann kann niemand mehr reagieren.»

Deshalb regeln jetzt zusätzlich zwei Mitarbeiter des Strasseninspektorats ganztägig den Verkehr. «Das kostet den Steuerzahler», sagt Stolz mit einem Kopfschütteln. «Und das nur, weil für Gewisse eine rote Ampel im Wald anscheinend weniger Gültigkeit hat als in der Stadt.»

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