«Uns geht langsam der Schnauf aus»: Der Walter-Zoo kämpft um sein Überleben – Zoodirektorin Karin Federer hat deshalb auf Wiedereröffnung im Mai gehofft

Durch die coronabedingte Schliessung erleidet der Walter-Zoo derzeit starke Ertragseinbussen. Zoodirektorin Karin Federer hatte sich erhofft, bald schon wieder Besucher empfangen zu dürfen – wie die Museen.

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Der Walter-Zoo in Gossau ist für Besucher derzeit geschlossen.

Der Walter-Zoo in Gossau ist für Besucher derzeit geschlossen.

Bild: Nik Roth

(red/nat) Der Walter-Zoo kämpft zurzeit um sein Überleben. «Uns entgehen rund 11'000 Franken pro Tag», sagte Pressesprecher Thomas Harder. Der Zoo konnte seine Kosten nur um 30 Prozent reduzieren. Denn ob mit oder ohne Besucher – Wasser, Strom und tierärztliche Versorgung werden stets benötigt.

Diese Woche entschied der Bundesrat, bei den Lockerungen schneller vorzugehen als bisher geplant. Am Mittwoch teilte er mit, dass neben Läden und Schulen auch Restaurants, Museen und Bibliotheken am 11. Mai öffnen dürfen. Walter-Zoodirektorin Karin Federer hatte gehofft, ebenso bald schon wieder Besucher empfangen zu dürfen. Denn: «Uns geht langsam der Schnauf aus», sagt sie gegenüber SRF.

Bestimmte Bereiche überwachen oder zusperren

Laut Federer gibt es eine Möglichkeit, wie die Zoos bei einer Öffnung vorgehen könnten: Stark frequentierte Bereiche mit Signalisationen versehen oder überwachen, gewisse Räume könnten auch zugesperrt werden. Bei der Gastronomie sollte auf Take-away gesetzt werden. Zooschweiz hat beim Bund ein entsprechendes Branchenkonzept eingereicht.

Lange hätte der Walter-Zoo hinter verschlossenen Türen geschaut, wie sie sich arrangieren könnten. Zoodirektorin Karin Federer sagt:

«Jetzt dürfen wir offen kommunizieren und laut sagen, dass uns langsam der Schnauf ausgeht.»

März, April und Mai sind normalerweise die umsatzstärksten Monate des Jahres, in denen der Betrieb Rückstellungen bildet, um durch den Winter zu kommen. Genau diese Gelder fallen jetzt aufgrund der Coronakrise weg. Trotz Support durch den Gönnerverein, Stiftungen und die Bevölkerung fehlen 1,2 Millionen Franken. «Ohne finanzielle Unterstützung werden wir es sicher nicht überleben», so Federer. Voraussichtlich kann der Zoo erst am 8. Juni wieder öffnen.

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