Unfälle auf Stadtsanktgaller Strassen fordern mehr Verletzte

Die Zahl der Unfälle auf den Strassen in der Stadt St.Gallen ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Es gab auch mehr Verletzte und «Blaufahrer».

Christoph Renn
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Dieser Unfall an der Sonnenstrasse ist einer der insgesamt 531 im Jahr 2018. (Bild: Stadtpolizei St.Gallen)

Dieser Unfall an der Sonnenstrasse ist einer der insgesamt 531 im Jahr 2018. (Bild: Stadtpolizei St.Gallen)

Mehr Verkehrsunfälle, mehr Verletzte, mehr Betrunkene hinter dem Steuer: Die Jahresstatistik 2018 der Stadtpolizei zeigt, dass die St. Galler Strassen im Vergleich zum Vorjahr unsicherer wurden. «Jeder Unfall ist einer zu viel», sagt Andreas Scherrer, stellvertretender Leiter Bereich Sicherheit bei der Stadtpolizei St. Gallen. «Deshalb sind wir weiter aktiv und präsent.» Umso erfreulicher sei, dass es auch 2018 zu keinem Verkehrsunfall mit Todesopfern gekommen ist. Letztmals verloren 2015 Menschen im St. Galler Verkehr ihr Leben.

Die Stadtpolizei St. Gallen registrierte im vergangenen Jahr insgesamt 531 Unfälle – das sind 49 mehr als 2017. Insgesamt wurden 213 Personen verletzt, das sind 24 Personen mehr als im Vorjahr. Ein Blick weiter zurück zeigt, dass 2018 ein ausserordentliches Jahr war, denn in den Vorjahren pendelte sich die Zahl zwischen 460 und 490 Unfällen ein. Auch hat es schon lange kein Jahr mehr gegeben, in dem sich so viele Personen auf den St. Galler Strassen verletzt haben.

Viele Unfälle im Mai und Juni

Auffällig war 2018 zudem, dass es in den Monaten Mai und Juni im langjährigen Vergleich einen starken Anstieg der Verkehrsunfälle gab. Allein im Juni waren es 66. Bei 32 Unfälle in diesem Monat gab es verletzte Personen. «Diese Häufung kann verschiedene Ursachen haben. Das kann mit der Witterung zusammenhängen oder dass ein Fest viele Besucher in die Stadt gelockt hatte und es deshalb mehr Verkehr gab», sagt Scherrer.

Nicht verändert haben sich im Vergleich zu den Vorjahren die Spitzenreiter bei den Unfallursachen. So stehen auch 2018 das Missachten der Vortrittsregelung, mangelnde Aufmerksamkeit, nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit sowie Fahren in nicht fahrfähigem Zustand an der Spitze. 85 Mal kam es wegen Missachtens der Vortrittsregelung zu einem Unfall, dicht gefolgt mit 83 Fällen von mangelnder Aufmerksamkeit. 32 Mal kam es zu einem Unfall, weil der Lenker in nicht fahrfähigem Zustand gewesen war. «Die mangelnde Aufmerksamkeit hinter dem Steuer ist ein grosses Thema», sagt Scherrer. Vor allem das Telefonieren hinter dem Steuer sei schlimm. «Wenige Sekunden machen beim Bremsweg viel aus.» Eine schnelle Reaktion gebe den Ausschlag, ob es zum Unfall kommt, oder ein solcher verhindert werden könne.

Die Stadtpolizei zieht aus dieser Statistik ihre Lehren. «Durch polizeiliche Massnahmen soll die Anzahl solcher Verkehrsunfälle gesenkt werden», sagt Andreas Scherrer. Deshalb lege sie 2019 bei Verkehrskontrollen den Fokus auf die vier oben beschriebenen Hauptursachen.

Weniger Lenker unter Einfluss von Drogen

Die Stadtpolizei St. Gallen hat vergangenes Jahr 196 Personen wegen Fahren in nicht fahrfähigem Zustand angezeigt. Nachdem die Zahl 2016 um 77 und 2017 um 64 zurückging, gab es 2018 wieder einen Anstieg. Die Zahl ist aber immer noch um 30 Fälle kleiner als 2016. Gleiches gilt bei Lenkern unter Alkoholeinfluss. Auch diese Zahl ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken und nun wieder gestiegen. Mit 157 Fällen liegt die Zahl aber immer noch um sieben Personen unter der Zahl von 2016. 2015 waren es 238 Fälle. «In diesem Bereich unternehmen wir viele präventive Massnahmen», sagt Scherrer. So weisen Polzisten beispielsweise an Referaten immer wieder auf die Gefahren hin.

Einen klaren Rückgang gab es 2018 bei Lenkerinnen und Lenkern, die nachweislich Drogen konsumiert hatten. Insgesamt wurden 29 Personen angehalten. In den Vorjahren waren es jeweils rund 50 Personen.