Unbekannte zünden Feuerwerk vor Hotel Einstein in St.Gallen: War es eine Störaktion von FCSG-Fans gegen Europa-League-Gegner AEK Athen?

In der Nacht wurde vor dem Hotel Einstein in der St.Galler Innenstadt eine Feuerwerksbatterie gezündet. Pikant: Gemäss der Stadtpolizei St.Gallen ist die Mannschaft von AEK Athen im Hotel einquartiert – der heutige Europa-League-Gegner des FC St.Gallen. Die Frage liegt nahe: Handelt es sich beim Feuerwerk um eine Störaktion von FCSG-Fans?

David Grob
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In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gegen 1.15 Uhr haben mehrere dunkel gekleidete und vermummte Personen eine Feuerwerksbatterie vor dem Hotel Einstein gezündet. Die Stadtpolizei wurde alarmiert und ist mit zwei Streifenwagen vor Ort erschienen. Die vermummten Personen suchten während des Abbrennens das Weite und konnten vor der Polizei flüchten.

Oskar Schmucki, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen, sagt auf Anfrage:

«Der Vorfall dauerte rund eine halbe Minute. Die Polizisten konnten niemanden festhalten und haben nur die leere Feuerwerksbatterie aufgefunden.»
Nächtliches Feuerwerk vor dem Hotel Einstein in St.Gallen.
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Nächtliches Feuerwerk vor dem Hotel Einstein in St.Gallen.
Nächtliches Feuerwerk vor dem Hotel Einstein in St.Gallen.
Nächtliches Feuerwerk vor dem Hotel Einstein in St.Gallen.
Die Feuerwerk-Aktion löste einen Polizeieinsatz aus.
Überbleibsel aus der vergangenen Nacht.
Dort, wo das Feuerwerk gezündet wurde, blieb ein schwarzer Fleck zurück.

Nächtliches Feuerwerk vor dem Hotel Einstein in St.Gallen.

Bild: zVg

Gemäss Anwohnern kam es am frühen Morgen zu einem weiteren Vorfall. Gegen 5.15 Uhr sei es zu zwei lauten Detonation gekommen. Ein Anwohner vermutet «massive Knallkörper», die an der Felsenstrasse gezündet worden seien.

Die Stadtpolizei St.Gallen bestätigt am Donnerstagmorgen in einer Medienmitteilung, in der Nacht sei an mehreren Stellen in der Innenstadt Feuerwerk gezündet worden, was verboten sei. Diverses Feuerwerkmaterial konnte sichergestellt werden.

Waren es FCSG-Fans?

Pikant: Gemäss Schmucki ist im Hotel Einstein die Mannschaft AEK Athen einquartiert, die am Donnerstagabend, 20.30 Uhr, die dritte Qualifikationsrunde zur Europe League gegen den FC St.Gallen spielt. Auf Mutmassungen, die Feuerwerksbatterie sei als Störaktion von FC-St.Gallen-Ultras gezündet worden, kann Schmucki beim derzeitigen Ermittlungsstand nicht eingehen. «Wer das Feuerwerk gezündet hat, ist aktuell noch unklar», heisst es in der Mitteilung der Stadtpolizei. Diesbezüglich werden weitere Abklärungen getätigt.

Ähnlich äussert sich auch die Fanarbeit St.Gallen. Man habe aus den Medien vom Vorfall erfahren, schreibt Thomas Weber auf Anfrage. Zu den Mutmassungen könne man keine Aussage machen, da man keine weiteren Kenntnisse über die Aktion habe.

David Gadze, Mediensprecher FC St.Gallen.

David Gadze, Mediensprecher FC St.Gallen.

Bild: Hanspeter Schiess

Was meint der FC St.Gallen zum Vorfall? Mediensprecher David Gadze äussert sich wie folgt:

«Wir wollen den Gegner auf dem Platz schlagen. Fussball lebt von Respekt und Fairplay – auf und neben dem Platz.»

Bereits Thema in den Sozialen Medien

Der Lärm in der Nacht sorgt auch in den Sozialen Medien bereits für erste Diskussionen. «Nachts um 1.15 ein Feuerwerk Richtung Stadtzentrum???», schreibt eine Userin auf Facebook in der Gruppe «Du bisch vo St.Gallen wenn». «Das hat mich geweckt ich hoffe, es gab einen wichtigen Grund für diesen Krach», kommentiert eine andere Userin.

Ein passenden Titel über den FCSG-Gegner hat am Donnerstag der «Blick» formuliert – allerdings unfreiwillig: «So knallts bei FCSG-Gegner AEK Athen». Der Blick-Artikel handelt allerdings nicht vom Feuerwerk vor dem Hotel Einstein, sondern von Skandalen bei AEK Athen: Trainerentlassungen, Kabinenstürmen, einem Spieler, der einen Siegestreffer mit dem Hitlergruss feiert. «AEK», so sinniert der «Blick», stünde denn auch für:

«Achtung, Es Knallt!»

Geknallt hat es in der Nacht. Für einmal nicht metaphorisch.

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