Umfrage: Das Häuschen ist für ältere Gossauer oft günstiger als eine Wohnung

Grundsätzlich sind die Gossauerinnen und Gossauer über 50 zufrieden mit dem Dienstleistungsangebot. Teure Wohnungen verhindern aber oft, dass sie ihre Einfamilienhäuser für Jüngere freigeben können.

Johannes Wey
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Grundsätzlich sind die Über-50-Jährigen in Gossau zufrieden mit dem Dienstleistungsangebot. (Bild: Christof Schürpf/Keystone)

Grundsätzlich sind die Über-50-Jährigen in Gossau zufrieden mit dem Dienstleistungsangebot. (Bild: Christof Schürpf/Keystone)

Die Über-50-Jährigen in Gossau halten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Von 7400 Fragebögen, welche die Stadt und die Terz-Stiftung im März verschickt hatten, wurden 2389 retourniert. Im Detail werden die Ergebnisse am Stadtapéro am 1. September in der Friedberg-Mensa vorgestellt.

Einige Aussagen kann Helen Alder Frey, Vorsteherin Jugend, Alter Soziales, jetzt schon machen. Positiv ist: Die Zufriedenheit mit den Dienstleistungen für das Alter ist gross und die Einwohnerinnen und Einwohner sind gut über die Angebote informiert. Die Teilnehmer beantworteten 35 Fragen zu den Themenbereichen «Wohnsituation», «Dienstleistungen», «Informationen» sowie «Freizeit, Kultur, Bildung und kirchliche Einrichtungen».

Elektronik wird genutzt – aber nicht für die Umfrage

Speziell die Rücklaufquote von 32 Prozent – doppelt so viele wie bei einer ähnlichen Umfrage 2012 – stellt Helen Alder zufrieden. «Das Echo war in allen angeschriebenen Alterssegmenten sehr hoch.» Das zeige auch, dass man mit dem Postversand auf das richtige Mittel gesetzt habe. «Die Teilnehmer hatten auch die Möglichkeit, den Fragebogen elektronisch auszufüllen. Aber das wurde kaum genutzt», sagt Alder. Dies, obwohl eine Mehrheit der Teilnehmer im Fragebogen angab, im Alltag elektronische Geräte zu nutzen. «Sogar die Über-80-Jährigen.»

Pflegebedürftige und Pflegende

Das Alterssegment Ü-50 sei unter anderem auch deswegen gewählt worden, weil darin nicht nur Menschen vertreten sind, die Angebote für Ältere selber wahrnehmen. «Viele von ihnen pflegen auch ältere Angehörige», sagt Alder. Dennoch hätten die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Fragebogen mit Blick auf die eigene Situation ausgefüllt.

Von den Dienstleistern seien Pro Senectute und Spitex bei den Umfrageteilnehmern am besten bekannt und ihre Angebote würden rege in Anspruch genommen. Über die verschiedenen Angebote lassen sich die meisten der Befragten von ihrem Arzt informieren. Darüber erstaunt war Helen Alder aber nicht: «Die Angebote werden oft dann zum Thema, wenn Beschwerden auftauchen.»

Mehr Zahlen für eine kleinere Wohnung

Eine weitere Erkenntnis aus den Ergebnissen der Umfrage sei, dass ein grosser Teil der Befragten gerne in eine kleinere Wohnung umziehen würde, aber von den Preisen abgehalten werde. «Die kleineren Wohnungen wären oft sogar teurer», sagt Helen Alder. Das führe wiederum dazu, dass auch junge Familien wenig geeigneten Wohnraum fänden. «Dieses Problem kennen praktisch alle Städte.» Bei dieser Thematik gibt es also auch Berührungspunkte mit der Stadtentwicklung, deren neues Raumkonzept ebenfalls ein Thema beim Stadtapéro sein wird.

Um die Ergebnisse der Umfrage vertieft zu analysieren, wurden sie mit einer sogenannten Fokusgruppe besprochen: Sie besteht aus Vertretern der Altersgruppe Ü-50, die nach statistischen Kriterien ausgewählt wurden. «Im Austausch mit dieser Gruppe versuchen wir die Ergebnisse der Umfrage zu präzisieren», sagt Alder. Ausserdem wurden Massnahmen, um Lücken im Angebot zu schliessen, mit der Fokusgruppe diskutiert. «Pfannenfertige Lösungen werden wir am Stadtapéro aber noch keine präsentieren können», sagt die Stadträtin.

Bei der Umfrage arbeiteten Stadt und Terz-Stiftung auch eng mit den Dienstleistern im Bereich Alter zusammen. «Sämtliche Anbieter waren bereits bei der Entwicklung des Fragebogens beteiligt», sagt Helen Alder. Und auch bei der Entwicklung möglicher Massnahmen seien sie mit im Boot.

Die Ü-50-Umfrage ist auch Thema beim Stadtapéro: 1. September, 10 Uhr, Friedberg-Mensa.