Umgeknickte Bäume und ein abgedecktes Dach: Stürmischer Sonntag in der Ostschweiz – Blitze-Rekord im Kanton St.Gallen

Am Sonntagabend und in der Nacht auf Montag hat es in der Ostschweiz kräftig gestürmt. Nirgends wurden so viele Blitze registriert wie im Kanton St.Gallen.

Rossella Blattmann
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205 Blitze: Nirgendwo in der Schweiz hat es am Sonntag so stark geblitzt wie im Kanton St.Gallen.

205 Blitze: Nirgendwo in der Schweiz hat es am Sonntag so stark geblitzt wie im Kanton St.Gallen.

Bild: Andreas Walker (Rorschacherberg, Juni 2019)

Sonne, Blitz und Wind: Nach einem frühlingshaften Tag mit Höchsttemperaturen bis 16 Grad im Norden der Schweiz zeigte sich der Sonntagabend äusserst turbulent.

Ein Randtief mit dem Namen Diana von der Biskaya zog laut Meteonews am Sonntagabend und während der Nacht auf Montag durch den Norden der Schweiz und lenkte eine Kaltfront in den Alpenraum. Dadurch kamen zum Abend hin aus Westen gewittrige Schauer und starke Winde auf. Gestaffelt erreichten zwei Gewitterlinien, auch «Squall Lines» genannt, den Jura und Genfersee. Über der Schweiz vereinten sie sich und zogen über die Alpennordseite in Richtung Bodensee weiter, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Am Abend und in der ersten Nachthälfte gab es dadurch in der Schweiz knapp 900 Blitze und es wurden teils schwere Sturmböen und auch Orkanböen (Winde über 118 km/h) registriert. In der zweiten Nachthälfte beruhigte sich das Wetter wieder.

205 Blitze im Kanton St.Gallen, Windböen von 137 km/h auf dem Säntis

Nirgends hat es am Sonntag so sehr geblitzt wie im Kanton St.Gallen, wo sich ganze 205 Blitze entladen haben. Auf Platz zwei folgt Appenzell Innerrhoden mit 174 Blitzen. Auch im Rest der Ostschweiz hat es am Sonntag geblitzt: 59 Mal in Appenzell Ausserrhoden, und 13 Mal im Kanton Thurgau.

Quelle: Meteonews

Quelle: Meteonews

In der Ostschweiz windete es am Sonntagabend auch stärker als anderswo. Auf dem Säntis wurden Windböen von 137 km/h gemessen. Im Thurgau wurden ebenfalls Orkanböen gemessen, in Salen-Reutenen/Homburg hatten sie eine Stärke von 128 km/h und in Steckborn 119 km/h.

Abgedecktes Scheunendach, umgeknickte Bäume

Florian Schneider, Mediensprecher Kantonspolizei St.Gallen.

Florian Schneider, Mediensprecher Kantonspolizei St.Gallen.

Bild: PD

In der Nacht auf Sonntag sei die Feuerwehr in drei Gemeinden wegen des Sturmes ausgerückt, sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, am Montagvormittag auf Anfrage.

«In Eschenbach hat der starke Wind ein Scheunendach abgedeckt», sagt Schneider. In Gossau ist laut dem Kapo-Sprecher ein Baum auf eine Stromleitung geknickt, und in Kirchberg lag ein umgeknickter Baum auf der Strasse. Die Kantonspolizei musste nicht ausrücken, grössere Schäden oder Verletzte habe es keine gegeben.

Umgewehtes Toi-Toi-WC im Bürglen

In Appenzell Innerrhoden hat es trotz der vielen Blitze und des starken Windes am Sonntagabend keine Schäden gegeben. Auch Appenzell Ausserrhoden blieb ausser eines umgeknickten Baumes in Herisau verschont, wie es bei den beiden Polizeien auf Anfrage heisst.

«In Bürglen hat der Wind am Sonntagabend ein Toi-Toi-WC umgeweht», sagt Michael Roth, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. In Fischingen, Bussnang und Wäldi seien wegen des Windes Bäume umgeknickt. Hohen Sachschaden und Verletzte hat es laut Roth auch im Thurgau keine gegeben.

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