Um Rorschachs Baustellen ist Lärm nicht das grösste Problem

Die Bauarbeiten in der Signalstrasse gehen dem Ende entgegen. Die Arbeiten bringen Vor- und Nachteile mit sich.

Ines Biedenkapp
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In der Signalstrasse werden derzeit Kabel neu verlegt. Von der Baustelle betroffen ist auch das Geschäft Thür. (Bild: Ines Biedenkapp)

In der Signalstrasse werden derzeit Kabel neu verlegt. Von der Baustelle betroffen ist auch das Geschäft Thür. (Bild: Ines Biedenkapp)

Das Wummern der Presslufthämmer schallt von den Wänden der Gebäude in der Signalstrasse in Rorschach wieder. Bauarbeiter sind dort mit Belagsarbeiten beschäftigt. Für die umliegenden Geschäfte bedeutet das vor allem eins: viel Lärm.

Darauf angesprochen zuckt Linda Gehringer von der Stadtmetzgerei mit den Schultern. «Der Lärm geht eigentlich», sagt sie.

«Wir spüren hier eher die Vibrationen, etwa vom Presslufthammer.»

Schlimmer sei die Situation um die Parkplätze. Viele der Kunden können aufgrund der Baustelle nicht mehr direkt beim Geschäft parken. Das hätte zu Reklamationen von Seiten der Kunden geführt. «Aber bald ist es ja eh vorbei», sagt sie und legt neues Fleisch in die Kühltruhe.

Parkplatzsuche gestaltet sich als schwierig

Ähnlich ergeht es dem Coiffeur Salon Da Luca. Im Salon hört man unweigerlich das Wummern der Maschinen. «Wir haben uns aber langsam daran gewöhnt», sagt Friseuse Tiziana Sabia. Dennoch sei man froh, wenn es bald aufhört und die Lautstärke wieder auf das gewohnte Level zurückgehe.

Beim Stadtgrill, der an der Ecke zur Löwenstrasse ist, hatte man neben dem Lärm, vor allem mit den mangelnden Parkplätzen zu kämpfen. Viele der Kunden geben ihre Bestellung daher via Telefon durch. So müssen sie nicht lange nach einem Parkplatz suchen und sind schneller wieder unterwegs. «Das ist aber manchmal auch ein wenig schwierig», sagt Songül Uzunsoy. «Durch den Lärm kann man nicht immer alles so gut verstehen.»

Die Baustellen bringen Vor- und Nachteile

Ursula Seitz vom Bäumlistorkel-Kiosk in Rorschach blendet den Lärm aus. (Bild: ibi)

Ursula Seitz vom Bäumlistorkel-Kiosk in Rorschach blendet den Lärm aus. (Bild: ibi)

Doch auch sie hätten sich mit der Situation arrangiert. Etwas weiter, kurz vor dem Bahnhof Rorschach Stadt, wendet ein Bus. Zwei Gäste sitzen vor dem Kiosk Bäumlistorkel. Dieser ist gleich von zwei Baustellen betroffen. Zum einen von den Gleisarbeiten am Bahnhof und den Kabelverlagsarbeiten in der Signalstrasse. «Durch die Baustellen haben wir Vor- und Nachteile», sagt Verkäuferin Ursula Seitz. Ein Nachteil wären die schlechtere Parksituation und der Stau. Das würde auch zu schnellerem Hupen führen, das zum Lärm hinzu käme. «Dafür kommen aber vermehrt Kunden, die auf den Bus warten», sagt sie. Einen Rückgang der Kunden sei daher nicht zu erkennen. Den Lärm blende sie mittlerweile einfach aus:

«Das geht vorüber.»

Bei Thür, dem Geschäft für Haushalt, Freizeit oder Handwerk stellt der Lärm auch kein Problem dar. «Die Leitungen müssen gemacht werden», sagt Ladenbesitzer Urs Thür. Der Lärm würde sich in Grenzen halten. «Ausserdem ist es absehbar.» Er ist dafür voll des Lobes über die Arbeiter.

«Zum einen sind sie in der Zeit. Zum anderen haben sie auch immer gut kommuniziert, wann was gemacht wird.»

Das hätte die Situation erleichtert. Schlimmer als der Lärm sei der Staub. Derzeit seien jedoch viele Leute bereits in den Ferien, daher sei es auf der Signalstrasse bereits etwas ruhiger. Umsatz-Einbussen gäbe es zwar sicher, diese seien aber nicht messbar, sagt Urs Thür.

Kunden die kommen wollen, finden den Weg

Vor dem Versicherungsbüro der Axa stehen derzeit besonders viele Baustellenfahrzeuge. Auch sie sind von dem Lärm betroffen. «Aber das hält sich in Grenzen», winkt Versicherungsberater Marco Hirt ab. «Wir haben durch die Baustelle auch nicht vermehrt Aussentermine. Wir haben entweder die Fenster zu, oder gehen mit unseren Kunden in das hintere Büro, da bekommen wir von dem Lärm auch nichts mit», sagt er. Hirt ist sich sicher, dass Kunden, die kommen wollen, gleichwohl den Weg in die Filiale finden würden. Die Baustelle sei dafür nicht hinderlich.

Diese Woche wird nochmals gebaut. Danach haben die Arbeiter zwei Wochen Ferien. Mitte August sollen die Arbeiten dann beendet werden.