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Um die St.Galler Fasnachts-Kasse steht es schlecht

Die fasnächtliche Show «Dampf im Kessel» in der Lokremise hat der Fasnachtsgesellschaft St.Gallen ein grosses Loch in den Finanzhaushalt gerissen.
Seraina Hess
"Dampf im Kessel" in der Lokremise sei schon 2017 nicht ausverkauft gewesen, berichtet der Vorstand. (Bild: Urs Bucher, 24. Februar 2017)

"Dampf im Kessel" in der Lokremise sei schon 2017 nicht ausverkauft gewesen, berichtet der Vorstand. (Bild: Urs Bucher, 24. Februar 2017)

Eine Fasnachtsshow mit Schnitzelbank, Födlebürgerinnen und -bürgern, Guggenmusik und gutem Essen: Was nach einem Paradies für St.Galler Fasnachtsliebhaber klingt, ist den Veranstaltern seit Jahren ein Sorgenkind.

«Dampf im Kessel» in der Lokremise hat im abgeschlossenen Rechnungsjahr ein so grosses Defizit geschrieben, dass der Vorstand jetzt über die Bücher will. Das verkündete Präsident Bruno Bischof am Mittwochabend an der Mitgliederversammlung.

Es bleibt nicht einmal ein Fünfliber

Die Jahresrechnung der Fasnachtsgesellschaft schliesst per Ende Juni bei Einnahmen von knapp 46700 Franken und Ausgaben von 48300 Franken mit einem Verlust von 1600 Franken. Im Vorjahr resultierte sogar ein Minus von 7000 Franken. Das Vereinsvermögen ist damit beträchtlich gesunken: Es umfasst gerade noch 4.27 Franken. Schuld daran ist hauptsächlich das Verlustgeschäft mit «Dampf im Kessel».

Hohe Miete und teure Tickets

«Der Anlass ist schon lange nicht mehr ausverkauft», sagt Bischof. Die Gäste dürften diesen Eindruck nicht geteilt haben, denn übrig gebliebene Tische und Stühle wurden jeweils entfernt. Tatsächlich sind heuer 56 der insgesamt 270 Sitzplätze leer geblieben. Der stolze Preis von 40 Franken pro Person könnte zur Entwicklung beigetragen haben. Zum Vergleich: Die drei stets ausverkauften Schnitzelbank-Veranstaltungen im intimeren Rahmen der Fasnachtsbeiz in der Kellerbühne kosten nur 20 Franken Eintritt. Das Missverhältnis zwischen Einnahmen und Ertrag bei «Dampf im Kessel» ist gemäss Bruno Bischof auch auf die hohen Mietkosten des Lokals und auf die teure Technik zurückzuführen.

Der Humor ist den Fasnächtlern aber noch nicht abhanden gekommen: Die Jahresrechnung habe den Revisoren zwar Tränen in die Augen getrieben, doch ganz so schlimm stehe es um den Verein nicht: «Wir können unsere Rechnungen nach wie vor bezahlen, haben wir doch noch knapp 10000 Franken in der Reserve», sagt Finanzchef Mario Rusch. Die Liquidität für Vereinszwecke sei gewährleistet.

Der Anlass wird neu aufgestellt

Das Konzept von«Dampf im Kessel» soll allerdings überarbeitet werden. In welchem Rahmen der bekannte Anlass wieder stattfinden wird, entscheidet die Gesellschaft demnächst. Auch sonst optimiert sie, wo sie kann, um in finanzieller Hinsicht den «Rank wieder zu finden»: Portokosten werden eingespart, Versicherungen angepasst und wenig aktive Mitglieder angeschrieben.

Immerhin: über Mitgliederschwund kann sich die Fasnachtsgesellschaft St.Gallen nicht beklagen. Der Verein hat über zwanzig neue Fasnächtler aufgenommen.

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