Um die Natur zu entlasten: Sittertal soll für bis zu 30 Millionen Franken einen Ausgleichsweiher erhalten

Die St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG wird das Wasserkraftwerk Kubel bei St.Gallen sanieren. Ein Ausgleichsweiher im Sittertal soll künftig die Schwankungen des Wasserabflusses vermindern. Die Kosten von 25 bis 30 Millionen Franken werden vom Bund getragen.

Philipp Wolf
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So soll der Ausgleichsweiher im Sittertal dereinst aussehen.

So soll der Ausgleichsweiher im Sittertal dereinst aussehen.

Visualisierung: PD

(pw/red) Tägliche Pegelschwankungen unterhalb des Kraftwerks Kubel bei St.Gallen beeinträchtigen die Lebensräume für Wasserlebewesen in der Sitter. Fische verlieren Plätze um zu laichen, und die Flächen für die Nährtiere der Fische sind stark eingeschränkt. Wie die Staatskanzlei in einer Medienmitteilung schreibt, hat der Kanton St.Gallen verfügt im Rahmen der ökologischen Sanierung des Wasserkraftwerks, die Schwall/Sunk-Raten auf ein gewässerverträgliches Mass zu begrenzen.

Das genutzte Wasser aus dem Kraftwerk Kubel soll in Zukunft nicht mehr direkt in die Sitter fliessen, sondern in einem neuen Ausgleichsweiher im Sittertal gesammelt werden. Der Weiher soll eine umfangreiche Fläche auf der grossen Wiese, südlich des Sittertal Areals einnehmen.

Projekt wird frühestens ab 2023 umgesetzt

Durch diesen «künstlichen See» können die Pegelschwankungen und Abflussspitzen in der Sitter gedämpft werden, schreibt die Staatskanzlei in ihrer Mitteilung weiter. Die Kosten für das Vorhaben trägt der Bund. Aus heutiger Sicht betragen sie rund 25 bis 30 Millionen Franken. Mit der Umsetzung wird frühestens ab 2023 begonnen.

Im Rahmen eines Gesamtsanierungskonzepts werden zudem die flussaufwärts gelegenen Wasserfassungen des Kraftwerks Kubel an der Sitter und an der Urnäsch verbessert und für Fische durchgängig gemacht. Auch die übrigen Wasserkraftwerke an der Sitter müssen Massnahmen treffen, die den Fischen den sicheren Auf- und Abstieg ermöglichen. Grundlage für die Massnahmen zur ökologischen Sanierung der Wasserkraftanlagen ist eine Revision der Bundesgesetze über den Schutz der Gewässer und über die Fischerei im Jahr 2011.

Fischbestände in der Sitter weisen gravierende Defizite auf

Eine Studie hat gezeigt, dass die Fischbestände in der Sitter gravierende Defizite aufweisen, die in erster Linie auf die Auswirkungen der Wasserkraftnutzung zurückzuführen sind. Die Wasserqualität der Sitter ist erfreulich gut. Da der Anteil an Abwasser in der Sitter ab St.Gallen mehr als 10 Prozent beträgt, verlangt der Kanton St.Gallen gestützt auf das Gewässerschutzgesetz, dass die grösste Kläranlage an der Sitter, die ARA St.Gallen-Au, mit einer Stufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen ausgerüstet wird. Zuvor werden die Appenzeller Gemeinden Teufen, Stein und Hundwil an die ARA im Sittertobel angeschlossen. Das Projekt ist bei der Stadt St.Gallen in Arbeit.