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Kommentar

Uferweg in Rorschacherberg: Das Gesamtpaket überzeugt

Die Renaturierung mit Uferweg im Rorschacherberger Neuseeland ist ein Projekt, das vor allem auch aus ökologischer Sicht überzeugt. Die Bürger stimmen am 10. Februar über den Kredit von 4,5 Millionen Franken ab.
Jolanda Riedener
Rorschacherberg stimmt über einen Uferweg entlang des Neuseelands ab. Links im Bild die Villa Mang mit Bootshaus. (Bild: Urs Bucher)

Rorschacherberg stimmt über einen Uferweg entlang des Neuseelands ab. Links im Bild die Villa Mang mit Bootshaus. (Bild: Urs Bucher)

Jolanda Riedener (Bild: Peter Käser)

Jolanda Riedener (Bild: Peter Käser)

Es ist ein Thema, das seit vielen Jahren bewegt: Ein Weg für Fussgänger entlang des Rorschacherberger Seeufers. Allein Gemeindepräsident Beat Hirs beschäftigt sich seit neun Jahren mit dem Thema. Verwirft das Volk diese Vorlage am 10. Februar, dürfte das Projekt Seeuferweg jedoch für längere Zeit vom Tisch sein.

Die Rorschacherbergerinnen und Rorschacherberger finden mehrheitlich Gefallen an der Idee. Die Bevölkerung äusserte sich im Dezember 2015 in einer Meinungsumfrage der Gemeinde diesbezüglich wohlwollend: 53 Prozent der Umfrage-Teilnehmer wünschen sich zusätzlich zu einem Radweg entlang der Kantonsstrasse auch eine Lösung für Fussgänger direkt im Uferbereich des Bodensees. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Ortsparteien, Befürwortern, Anstössern, Experten und Vertretern der Gemeinde und des Kantons, arbeiteten darauf gemeinsam an einer Lösung.

Entstanden ist eine Kombination von Stegelementen und Aufschüttungen entlang des Ufers. Experten haben den Seegrund im Bereich Neuseeland untersucht und festgestellt, dass Verbesserungspotenzial aus ökologischer Sicht besteht. Rorschacherberg stimmt deshalb nicht nur über einen Spazierweg ab, sondern über eine ökologische Aufwertung des Seeufers. Wo heute harte Ufermauern auf steinigen Untergrund treffen, würden Aufschüttungen wieder Lebensraum für Fische und Wasserpflanzen schaffen.

Signalwirkung: Auch andere Gemeinden ziehen mit

Dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die teure Stegversion im Jahr 2015 ablehnten, ist nachvollziehbar. Die vorliegende Variante dagegen ist einwandfrei: Sie ist ein Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Bevölkerung und jenen der Grundeigentümer. Es ist die Lösung, mit der auch Anwohner leben können, weil sie die Privatsphäre der Anstösser gewährleistet.

Das Neuseeland ist nicht die einzige Baustelle am St. Galler Bodenseeufer. 90 Prozent des Kantonsgebiets ist hart verbaut. Das Seeufer ist noch lange nicht durchgängig begehbar. Sollte der Uferweg gebaut werden, wird er bestimmt nicht nur der eigenen Bevölkerung dienen. Das ist aber kein Argument, dieses stimmige Projekt abzulehnen. Im Gegenteil: Vielmehr hätte es eine Signalwirkung und würde im besten Fall zu weiteren Massnahmen in Richtung Renaturierung des Seeufers führen. Bestrebungen der Nachbargemeinde Thal zeigen, dass sich die Bevölkerung auch dort einen weiteren Zugang zum See wünscht. Diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen, auch wenn nicht nur die eigenen Leute davon profitieren, ist sinnvoll. Rorschacherberg darf sich auch über die Infrastruktur und Zentrumsfunktion der Stadt Rorschach freuen. Auch Rorschach hat sich schon Gedanken über Gestaltung im Bereich Strandbad und Grenzgebiet zur Gemeinde Rorschacherberg gemacht.

Region am See hätte gerne etwas mehr Tourismus

Der See gilt als Visitenkarte der hiesigen Gemeinden. Wird das Ufer attraktiver, lockt es womöglich mehr Touristen an. Das muss aber kein Nachteil sein – im Gegenteil. Ebenso führt das nicht zwingend zu mehr Abfall, Verkehr und Lärm, wie es Gegner der Vorlage schildern. Die Region am See kann punkto Tourismus und Aussenwirkung nur gewinnen. Mit dem besucherfreundlicheren deutschen Ufer mithalten können, wird das Schweizer Bodenseeufer wegen einiger Uferwege nicht. Dennoch ist es ein Schritt in die richtige Richtung.

Die 4,5 Millionen Franken, welche die Bürgschaft zu genehmigen hat, sind kein Pappenstiel. Der Kanton stellt dafür eine Million Franken in Aussicht. Eine Steuererhöhung hat die ohnehin attraktive Steuergemeinde am Berg deshalb auch nicht zu befürchten.

Wer eine Aufwertung des Rorschacherberger Seeufers will, der muss jetzt für diese Vorlage mit hohem ökologischem Mehrwert stimmen. Wer generell gegen einen Fussweg entlang des Neuseelands ist, dem wird wohl auch dieses Renaturierungsprojekt nicht zusagen.

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