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Überschwemmung und Hangrutsch:
In Eggersriet werden Rinnsale zu tosenden Bächen

Weicher Boden und starkes Gefälle machen der Gemeinde Eggersriet zu schaffen.
Um jährliche Hangrutsche zu verhindern, sollen die Bachsohlen erhöht werden – am besten mit Aushubmaterial.
Sebastian Schneider

Während die Stadtsanktgaller auf den perfekten Frühsommertag für das Kinderfest warten, haben die Eggersrieter und Gruber ganz andere Sorgen. «Im Juni haben Rutschungen Saison», sagt Gemeindepräsident Roger Hochreutener. In diesem Monat gebe es immer wieder starke Regenfälle auf gesättigte Böden. Auf den grossen Landwirtschaftsflächen der hügeligen Gemeinde kommt an solchen Regentagen enorm viel Wasser zusammen, und Rinnsale werden zu reissenden Bächen. «Kaum zu glauben, oder?», sagt Hochreutener und deutet auf den Dorfbach, der vor sich hintröpfelt. «Dieses Bächlein kann bis zu 3000 Liter Wasser pro Sekunde führen.»

Einen ähnlichen Wert muss der Dorfbach im vergangenen Juni erreicht haben. Der Bach riss entlang der Spitzestrasse die Böschung an. Der Hang kam ins Rutschen und riss Trottoir und Strassenlaterne mit. «Hätten wir nicht sofort reagiert, wäre auch die Strasse abgerutscht.» Nun ist der Abhang mit einem Holzkasten gesichert. Doch das Problem ist noch nicht gelöst.

Vorläufige Lösung: Ein Holzkasten, der den Abhang zum Eggersrieter Dorfbach stützt. © Urs Bucher/TAGBLATT

Vorläufige Lösung: Ein Holzkasten, der den Abhang zum Eggersrieter Dorfbach stützt. © Urs Bucher/TAGBLATT

Die Bäche fressen sich in den Untergrund

Roger Hochreutener ist sich unterdessen gewöhnt, Schäden an den verwüsteten Böschungen zu beurteilen und mit Fachleuten Sicherungsmassnahmen zu besprechen. «Es gibt jährlich einen Hangrutsch, der die Infrastruktur der Gemeinde beschädigt», sagt Hochreutener. Sorgen bereiten ihm vor allem der Dorfbach und der Häldelibach. Beide launischen Gewässer führen direkt ins Dorf.
Das Hauptproblem bei Unwettern sind laut Hochreutener Hölzer, Steine und Lehm, die der Bach mitführt. Solches Geschiebe könne die Eindolungen verstopfen.

Beiden Bächen entlang, will Hochreutener Retentionsbecken bauen. Diese dienen nicht nur als Wasserspeicher, sie können das Geschiebe auch zurückhalten. Derzeit wird auch die Eindolung des Dorfbachs so vergrössert, dass sie ein Jahrhundert-
wasser fassen kann Hochreutener weiss allerdings, dass diese Massnahmen alleine nicht genügen. Die steilen Flanken in den Bachtobeln müssen gesichert werden. «Es gibt einen Grund, weshalb unsere Gemeinde Riet im Namen hat.» Der Untergrund in der Hügellandschaft ist weich. Und so bearbeiten die Bäche ständig ihre Sohlen und graben sich weiter in die Tiefe. Dadurch wird der Böschungswinkel immer grösser, wodurch schwere Bäume irgendwann den Halt verlieren. Die Konsequenz: Die Wälder in den Abhängen müssen durchforstet und verjüngt werden.

Dies gilt auch für den Mattenbachtobelwald. An den besonders steilen Flanken plant Hochreutener eine etappenweise Waldverjüngung. Alte Bäume, die gefällt werden sollen, sind bereits markiert. Einige von ihnen stehen entlang eines Wanderweges, der seit Jahren gesperrt ist. «Diesen Weg mussten wir fast jedes Jahr sanieren – und das in der Wandersaison», sagt Hochreutener. Der Weg verbindet das st. gallische mit dem appenzellischen Grub und ist bei Spaziergängern beliebt. Hochreutener suchte eine neue Lösung und kam auf die Idee, eine Hängbrücke über das Tobel zu spannen. Diese könnte noch dieses Jahr verwirklicht und eingeweiht werden (siehe Text unten).

Auffüllen für Bach, Wild und Kanton

Das Durchforsten der Wälder genügt zumindest beim Dorfbach nicht. Hochreutener will verhindern, dass sich der Bach immer weiter in die Tiefe frisst. Ihm schwebt deshalb vor, dass man das Bachbett aufschüttet und mit Holzkasten stufenweise stabilisiert. Dadurch würde der Böschungswinkel wieder spitzer, etwa 30 Grad sollte er laut Hochreutener betragen. Durch die erhöhte und gesicherte Sohle würde das Bachbett wieder breiter werden, der Bach könnte mäandern. Auch die Wildtiere gelangten einfacher zum Bach. «Die Natur hätte also etwas davon, ganz im Gegensatz zu einer Betonmauer.» Und zum Füllen der Bachbetten könnte die Gemeinde etwas Gutes tun: Sie könnte dem Kanton das unbeliebte Aushubmaterial abnehmen.

Noch dieses Jahr eine Hängebrücke

Grub SG/Grub AR  Die geplante Hängebrücke über dem Mattenbach kann schon bald verwirklicht werden. «Es sind keine Einsprachen eingegangen», freut sich Roger Hochreutener, Eggersrierter Gemeindepräsident. Das Ausschreibungsverfahren werde bald abgeschlossen sein. «Den Auftrag können wir wohl noch vor den Sommerferien vergeben.» Sollte darauffolgend alles nach Plan laufen, stünde die Brücke bereits im Spätsommer. Ziel ist laut Hochreutener, dass sie noch im Herbst eingeweiht werden kann. Mit einem kantonsübergreifenden Fest. (ses)

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