Übernachtung
«Lage und Spa bringen Hotelgäste»: Das Hotel Bad Horn versucht es in der Coronakrise mit kreativen Angeboten

Das Viersternehotel Bad Horn verzeichnet dank Spezialangeboten mehr Hotelgäste. Aber ohne winterliche Events und Bootsfahrten fehlt doch ein grosser Teil des Umsatzes.

Rita Bolt
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Im vergangenen Sommer eröffnete der neu erstellte Ostflügel des Viersternehotels.

Im vergangenen Sommer eröffnete der neu erstellte Ostflügel des Viersternehotels.

Bild: Michel Canonica (22. Juli 2020)

Die hoteleigene Motoryacht Emily ankert schon längere Zeit im Hafen des «Bad Horn» – Schaden nimmt sie dadurch nicht. «Im November veranstalten wir jeweils Märchenfahrten, im Februar laden wir zu Frühstückspartys auf die Yacht ein», erzählt die Hoteldirektorin Bernadette Hinny aus Nicht-Coronazeiten. Nicht nur auf der Yacht hätten in der Winterzeit Apéros, Dinners und Events stattgefunden, auch in den Restaurants: beispielsweise Verkostung von kulinarischen Spezialitäten oder sogenannte Kitchenpartys.

Derzeit sei nichts von alledem möglich. «Im Vergleich mit anderen Hotels geht es uns aber gut», sagt Bernadette Hinny. «Wir dürfen das Hotel und Restaurant sowie die Bar und den Spa offen haben.» Allerdings nur für Hotelgäste, externe Gäste haben keinen Zutritt. Da es kein Mittagsgeschäft gebe, sei nur das Restaurant Al Porto geöffnet. Die Hotelgäste nähmen nach dem Frühstück kein Mittagessen ein, hingegen kämen sie zum Nachtessen.

«Viele vermissen das gute Essen, den Ausgang und das Vergnügen auswärts.»

Das weiss die Bad-Horn-Gastgeberin aus Gesprächen mit den Gästen und aus Erfahrung der letzten Wochen und Monaten.

Ein-Nacht-Angebote mit Nachtessen

Bernadette und Stephan Hinny, die den Viersternehotelbetrieb seit zwölf Jahren führen, haben auf die besondere Zeit reagiert und Spezialangebote für Gäste ausgearbeitet, die sich nach einem Erlebnis auswärts sehnen. Beispielsweise für eine Nacht: Nachtessen im Al Porto, Übernachtung im Hotel und Besuch des Wellnessbereiches mit Schwimmbad, Saunalandschaft, Erlebnisduschen, Salztherme, Kosmetikbereich und Massagebereich.

Bernadette und Stephan Hinny leiten das Hotel seit zwölf Jahren.

Bernadette und Stephan Hinny leiten das Hotel seit zwölf Jahren.

Bild: Michel Canonica

Das Angebot haben Hinnys den Stammgästen in der Region zukommen lassen. «Zuerst war es unter der Woche noch etwas ruhig und nur am Wochenende gut gebucht», sagt Bernadette Hinny. Unterdessen seien die Hotelzimmer während der Woche und am Wochenende gut ausgelastet. Ein Blick auf die Autokennzeichen auf dem Parkplatz zeigt, dass die Gäste aus allen Regionen der Schweiz nach Horn reisen.

Spa-Bereich nur mit Maske

Für das Hotel Bad Horn musste ein dreiteiliges Coronaschutzkonzept ausgearbeitet werden: für das Restaurant, für das Hotel und für den Spa. Alle Bereiche, auch der Spa-Bereich, sind nur mit Maske zugänglich. «Die Maske darf nur im Wasser und in der Sauna abgenommen werden», sagt Hotel-Gastgeberin Bernadette Hinny. Jeder Gast müsse zudem mit einer Unterschrift bestätigen, dass er gesund sei. (rb)

Mit der guten Hotelauslastung könne einiges kompensiert werden. Denn es gebe auch Gäste, die länger als eine Nacht bleiben. Im Sommer hätten sie viele Gäste aus dem Welschland und anderen Schweizer Regionen begrüssen dürfen. Abgesagt hingegen wurden alle Bankette und Seminare, Familienfeiern, Hochzeiten, Weihnachtsessen. Alles Events, die wesentlich zum Umsatz des Hotels beitragen. Hinnys schätzen die Umsatzeinbusse allerdings auf weniger als 50 Prozent ein. Damit seien sie sehr zufrieden.

«Wir können überleben, haben aber auch Kurzarbeit angemeldet.»

Das Hotel Bad Horn beschäftigt 100 Mitarbeitende, 16 davon sind Auszubildende.

Die Motoryacht Emily ankert schon längere Zeit im Hafen des «Bad Horn».

Die Motoryacht Emily ankert schon längere Zeit im Hafen des «Bad Horn».

Bild: Michel Canonica

Viele Buchungen ab Mitte April

«Das ‹Bad Horn› kann mit der Lage am See und mit dem Wellnessbereich punkten», sagt Bernadette Hinny. Das seien die grossen Erfolgsfaktoren. Ebenfalls zum Erfolg beitragen würden die neuen Zimmer, die im vergangenen Jahr im Ostflügel eingebaut wurden. «Die Zimmer sind grosszügig, die meisten mit Blick auf den Bodensee.»

Die Bauphase sei anstrengend gewesen. Der Teillockdown gebe ihnen etwas Zeit, einiges aufzuräumen und Dinge zu erledigen, die auf der Strecke geblieben seien. «Wir kommen nicht mehr so spät nach Hause und haben mehr Schlaf», sagt die Hoteldirektorin lachend. Die Hotelbar, das Restaurant und der Spa sind zwischen 23 und 06.00 Uhr geschlossen.

Sie hofft – wie viele andere auch – auf Lockerungen für die ganze Gastronomie-Branche. Die Auftragsbücher im «Bad Horn» sind bereits gut gefüllt. «Wir sind von Mitte April bis Mitte Oktober ziemlich ausgebucht.» Ob dann tatsächlich alles durchgeführt werden könne, was gebucht sei, sei mehr als unsicher. Ihre Hotel-Eventmanagerin sei in den vergangenen Monaten nur damit beschäftigt, Buchungen vorzunehmen und wieder zu stornieren. «Im Gastgewerbe muss man flexibel sein», sagt die Gastgeberin.