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Überbauung Wiggen ausgebremst

Der Gemeinderat Rorschachberg hebt den Teilzonenplan Areal Schloss Wiggen auf. Damit wird die geplante Überbauung mit zwölf Ein- und Mehrfamilienhäusern zumindest vorläufig nicht realisiert.
Rudolf Hirtl
Auf der linken Seite des Kehrplatzes soll die Wiggenrainstrasse verlängert werden. (Bild: Laura Manser)

Auf der linken Seite des Kehrplatzes soll die Wiggenrainstrasse verlängert werden. (Bild: Laura Manser)

Die Nachricht kommt überraschend. An der Sitzung vom 8.Januar hat der Gemeinderat Rorschacherberg beschlossen, den Teilzonenplan Areal Schloss Wiggen, den Sondernutzungsplan Areal Schloss Wiggen sowie die Anpassung der Schutzverordnung und des Reglements Schutzverordnung für das Areal Schloss Wiggen aufzuheben. So ist es dem Sitzungsprotokoll zu entnehmen, das der «Tagblatt»- Redaktion vorliegt.

Damit verbleibt die Zonenordnung im Gebiet Wiggen im Osten von Rorschacherberg bis auf Weiteres im heutigen Zustand. Heisst, die neun Einfamilienhäuser, drei Mehrfamilienhäuser mit je drei grosszügigen Wohnungen sowie eine Tiefgarage und Parkplätze auf der Fläche neben dem Schloss Wiggen können nicht wie vorgesehen gebaut werden

Projekt im Rahmen der Gesamtrevision umsetzen

Wobei der Baustart allerdings auch vor diesem Beschluss in den Sternen lag, zumal das Bauprojekt mit Einsprachen zugedeckt wurde. Anwohner kritisieren, dass das Neubaugebiet über die Wiggenrainstrasse erschlossen werden soll. Diese müsste dafür ab Kehrplatz mit einer neuen, dreieinhalb bis fünf Meter breiten Strasse verlängert werden.

«Das neue, kantonale Raumplanungsgesetz macht uns einen Strich durch die Rechnung», sagt Gemeindepräsident Beat Hirs. Selbst für Juristen sei lange nicht wirklich klar gewesen, wie das am 1. November 2017 in Kraft getretene kantonale Planungs- und Baugesetz umzusetzen sei. Ob also beispielsweise vorher aufgegleiste Projekte noch nach altem Recht oder aber schon nach neuem Recht behandelt werden müssen. Erst gegen Ende 2018 sei der Einfluss auf diese Verfahren sichtbar geworden. Dennoch gebe es Unsicherheiten. Die Konsequenzen für die Bauherrschaft, Alice und Peter Zellweger, seien nicht abzuschätzen. Klar sei, dass wegen dieser grossen Rechtsunsicherheit die Neueinzonung im Areal Wiggen sowie die damit verbundene Sondernutzungsplanung nicht mehr auf dem Weg einer Teilzonenplanung weiterverfolgt werden könne, was schliesslich zum Entscheid des Gemeinderates geführt habe. Fakt sei aber auch, so Beat Hirs, dass das Grundstück im kantonalen Richtplan dem Siedlungsgebiet zugewiesen sei. Früher oder später werde es demnach als Bauland freigegeben.

Erschliessungsstrasse muss dennoch gebaut werden

Fakt ist aber auch, dass seit längerer Zeit eine bestehende Bauzone ausgewiesen ist. Auf dem verbleibenden Grundstück (siehe Grafik) können vier bis fünf Einfamilienhäuser gebaut werden. Allerdings verfügt es über keine Erschliessung. Der Erschliessungsantrag der Grundeigentümer bleibt daher bestehen. «Die Gemeinde steht in der Erschliessungspflicht», betont Hirs. An den Strassenplänen wird also festgehalten. Den Anwohnern sei eine beim Kehrplatz korrigierte Variante zur Stellungnahme zugestellt worden. Gebe es auch dagegen Einsprachen, so treffe der Gemeinderat einen Einsprachenentscheid, der baurechtlich angefochten werden könne.

Ruth Gradenecker, die Gründerin der IG Wiggen, zeigt sich in einer ersten Reaktion froh darüber, dass die «riesige Überbauung» nun nicht kommt. Die geplante Zufahrt über die Wiggenrainstrasse zur verbleibenden Bauzone bezeichnet sie als nicht verhältnismässig. Es könne ja nicht sein, dass für die Zufahrt zu vier Einfamilienhäusern drei Parteien enteignet werden müssten. Dagegen werde sich die IG Wiggen bis zur letzten Instanz wehren, zumal es ihrer Meinung unten, über das Areal des Schlosses, genügend andere Möglichkeiten für eine Erschliessung gebe. Der Umbau einer zum Schloss gehörenden Scheune zeige ja auch, dass dieser Bereich nicht so geschützt sei, wie vom Gemeinderat behauptet.

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