Überbauung in Goldach: 2021 fahren die Bagger auf

An der Jahresversammlung der Ortsgemeinde Goldach gab vor allem die geplante Mühlegut-Überbauung zu reden. 2023 sollen die ersten Wohnbauten stehen.

Vivien Huber
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In Goldachs Zentrum stehen Veränderungen an: Die erste Bauetappe der Mühlegut-Überbauung soll Mitte 2021 beginnen. (Bild: Tino Dietsche)

In Goldachs Zentrum stehen Veränderungen an: Die erste Bauetappe der Mühlegut-Überbauung soll Mitte 2021 beginnen. (Bild: Tino Dietsche)

Die Bürgerversammlung der Ortsgemeinde Goldach stand ganz im Zeichen der Mühlegut-Überbauung. Zu diesem Zweck fanden sich 266 Ortsbürgerinnen und Ortsbürger ein, die Präsident Rolf Heinzmann in der Wartegghalle begrüsste.

Im ersten Teil legte Heinzmann den Jahresrückblick 2018 und die Ziele fürs Jahr 2019 dar. Er gab die Eröffnung einer neuen Geschäftsstelle bekannt, die am 1. Juli 2018 erfolgt war. Damit verbunden ist auch die Neugestaltung der Jahresrechnung. «Wir möchten künftig als Ortsgemeinde stärker wahrgenommen werden. Dazu erstellen wir Newsletter, erneuern unsere Website und überprüfen unser Beschriftungskonzept.» Nennenswert sei auch die gute Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde. «Gerade beim Projekt Mühlegut findet ein reger Austausch statt», sagte Heinzmann.

Der ganze Bau kostet über 100 Millionen Franken

Danach informierte der Präsident über den aktuellen Stand des Projekts Mühlegut. Heinzmann erinnerte daran, dass das Siegerprojekt einstimmig angenommen worden war. Dieses sieht L-förmig angelegte Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 220 Wohnungen und verschiedene Grünflächen vor, womit ein belebtes Quartier entstehen soll. Um die Lärmbelastung für die Anwohner möglichst gering zu halten, habe man sich entschieden, für die Mehrfamilienhäuser am Warteggweg 24 und 24a Lärmschutzmassnahmen zu errichten. Die Mühlegut-Überbauung kostet über 100 Millionen Franken, weshalb der Bau über längere Zeit in Etappen eingeteilt werde, wie Heinzmann sagt. Die erste Etappe für die ersten 90 Wohnungen schlage mit rund 46 Millionen Franken zu Buche.

«Unser Ziel bis September 2019 ist die Ausarbeitung des Sondernutzungsplans», sagte Heinzmann. Der Baustart für diese erste Etappe sei auf Mitte 2021 angelegt. «Am 23. April 2019 wird entschieden, ob die Baufelder 1 bis 3 oder 1, 4 und 6 zuerst bebaut werden.» Wenn alles problemlos laufe, seien die ersten Wohnbauten Mitte 2023 fertig.

Im Moment seien noch keine Reservierungen oder Eintragungen in Interessentenlisten möglich. Investoren würden zu einem späteren Zeitpunkt gesucht. «Das Mühlegut-Projekt stellt uns vor finanziell grosse Aufgaben, die wir mit der Verstärkung der Liquidität angehen. Trotzdem achten wir darauf, dass die Leistungen für die Allgemeinheit nicht darunter leiden», sagte Heinzmann.

Monsch-Lehmann und Hutter gewählt

Im zweiten Teil der Bürgerversammlung stimmten die Anwesenden über die obligatorischen Traktanden ab. Sowohl die Jahresrechnung 2018 als auch das Budget 2019 wurden angenommen. Danach ging es um die Ersatzwahl für Verwaltungsratsmitglied Kurt Hädener. Als Kandidat stellte sich Christian Hutter zur Verfügung, für den Sitz in der Geschäftsprüfungskommission Carole Monsch-Lehmann. Beide Kandidaten wurden von der Bürgerschaft einstimmig angenommen. Damit zeigte sich auch Präsident Rolf Heinzmann zufrieden. «Unser Team wurde verjüngt und hat einen grösseren Frauenanteil», sagte der Präsident.

Bei der allgemeinen Umfrage gab es keine Wortmeldungen. Doch das Mühlegut-Projekt gab nach der Versammlung noch zu reden. Von einigen wird dieses skeptisch betrachtet: «Wenn man bedenkt, dass heute fast jeder Haushalt ein bis zwei Autos hat, sind 220 Wohnungen etwas viel und könnten für mehr Verkehr sorgen», sagte eine Bürgerin. Andere hingegen zeigten sich überzeugt: «Ich finde die Überbauung und Erschliessung des Mühleguts eine gute Sache. Da die Nachfrage für die Wohnungen bestimmt da ist, wird es sich lohnen».