Turmbau zu Gossau: So soll die neue Fussballtribüne aussehen

Ein Architekturbüro aus St.Gallen gewinnt den Projektwettbewerb für die neue Fussballtribüne in Gossau.

David Grob
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So soll die neue Tribüne der Sportanlage Buechenwald dereinst aussehen.

So soll die neue Tribüne der Sportanlage Buechenwald dereinst aussehen.

Visualisierung: PD

Er sticht sofort ins Auge, wenn man die Visualisierungen der neuen Tribüne betrachtet: Ein klotzähnlicher Turm, der den länglichen Bau überragt. Ziel erreicht, kann man sagen. Denn der Turm soll auffallen. Und eine «identitätsstiftende Orientierungshilfe», wie Christoph Giger, Architekt des gleichnamigen Architekturbüros erläuterte. Giger ist neben Statiker Beni Signer einer der Köpfe hinter dem Projekt. Die beiden sind die Sieger des Projektwettbewerbs für die neue Tribüne der Sportanlage Buechenwald.

Gaby Krapf, Gossauer Stadträtin und Preisrichterin, und Yvo Lehner, Leiter Hochbau und ebenfalls Preisrichter, prämierten am Freitagabend in der Turnhalle des Schulhauses Lindenberg das Siegerprojekt Hegi.

Ein Bau mit viel Verständnis für den Fussball

Dominik Hutter, Architekt und ebenfalls Preisrichter, erläutert die Gründe, warum sich die Jury aus den 62 anonym eingereichten Projektideen für das Projekt Christoph Gigers entschieden hat. Das Gebäude sei kohärent in der Struktur und mit viel Verständnis für die eigentliche Nutzung, den Fussball geplant. «Im Quervergleich weist das Projekt unterdurchschnittliche Baukosten auf», ist dem Beurteilungsbericht der Jury zu entnehmen. Auch Hutter erwähnt in seinen Ausführungen das auffällige Bauelement:

«Der Turm stiftet viel Identität.»

In diesem soll, so die Idee des Architekturbüros, die Kasse für die Heimspiele des FC Gossau enthalten sein. Gleichzeitig soll der Turm auch öffentlich nutzbar sein. Eine Aussichtsplattform soll die Identität schaffen, welche die Architekten anstreben. Dabei hat der Turm innerhalb der Fachjury durchaus für Diskussionen gesorgt. Nicht wegen der Architektur, sondern mehr wegen der praktischen Nutzung, sagt Dominik Hutter. Wie sich Vandalismus vermeiden lässt, war eine der Überlegungen der Jury. Dies müsse man nun genauer durchdenken. «Der Turm wurde aber nie grundsätzlich in Frage gestellt.»

Die zwei Seiten der Tribüne

Bildet das Gebäude des Siegerprojekts auf der feldabgewandten Seite eine Einheit, so ist es auf der Tribünenseite in verschiedene Abschnitte gegliedert. Dem Turm am nördlichen Ende folgt ein eine Glasfront, in dem die Sportlerbeiz untergebracht wird. In der Mitte befinden sich die Zuschauerreihen der Tribüne, die 600 Sitzplätze bieten. «Mit Option auf einen Ausbau, falls der FC Gossau einst in die Challenge League aufsteigen sollte», sagt Yvo Lehner. Und an der Südseite sind die Räume für die Logistik und den betrieblichen Unterhalt untergebracht.

Der Tribünenneubau ist Teil des Masterplans, mit dem die Stadt Gossau seine Sportanlagen erneuern will. Erst kürzlich diskutierte das Gossauer Stadtparlament über den Projektierungskredit für das Modul 1 des Masterplans. Teil davon ist auch das Hallenbad, das dort stehen soll, wo heute der FC Gossau seine Heimspiele austrägt. Der neue Fussballhauptplatz mit der Tribüne wird südlich errichtet.

Benannt ist das Siegerprojekt Hegi nach Roger Hegi, ehemaliger Spieler des FC St.Gallen und Trainer des FC Gossau.

Ausstellung: 14. bis 20.Dezember: Sa 10–12 Uhr, Di/Mi 17–19 Uhr, Fr 12–14 Uhr.