Tübach erhält wieder einen Anschluss nach Rorschach: Das Seebusnetz wird grösser und teurer

Mit einem neuen Buskonzept sollen Tübach, Altenrhein, Staad und Goldach besser erreichbar werden. Viele Gebiete werden dadurch besser erschlossen. Die Kosten bereiten einigen aber Bauchweh.

Jolanda Riedener
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Tübach wünscht sich schon seit einigen Jahren wieder eine öffentliche Verkehrsverbindung nach Rorschach.

Tübach wünscht sich schon seit einigen Jahren wieder eine öffentliche Verkehrsverbindung nach Rorschach.

Bild: Rudolf Hirtl

Der Rorschacher Bahnhof Stadt samt Doppelspurausbau nimmt Form an. Vor kurzem erfolgte der Durchstich unter der SBB-Linie beim Goldacher Mühlegut. Auch die neuen Bushöfe in Goldach und Rorschach sollen bald realisiert werden. Auf den Fahrplan 2022 hin wird nun ein neues Buskonzept eingeführt, heisst es in einer Mitteilung des Kantons. Die neue Infrastruktur werde dabei berücksichtigt.

Michael Götte, Gemeindepräsident von Tübach.

Michael Götte, Gemeindepräsident von Tübach.

Bild: Benjamin Manser

Das Amt für öffentlichen Verkehr hat das neue Buskonzept in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden der Region Rorschach überarbeitet. Es bringt Verbesserungen, zum Beispiel für Tübach: Die 1400-Seelen-Gemeinde wird wieder direkt an Goldach und Rorschach angebunden. Für Gemeindepräsident Michael Götte erfreulich:

«Gerade für ältere Einwohner ist diese Verbindung wichtig.»

Bereits vor vier Jahren war es fast so weit und Tübach hätte nach über zehn Jahren wieder eine Busverbindung nach Goldach und Rorschach erhalten. Nun hat sich Göttes Hartnäckigkeit ausgezahlt: Er habe das Anliegen in allen Kanälen eingebracht. Natürlich stehe noch die Kosten-Nutzen-Frage im Raum.

Auf dem Korridor Rorschach–Staad–Altenrhein wird das Angebot ebenfalls ausgebaut: Die Bestvariante sieht dort einen halbstündlich verkehrenden Kurs vor.

Goldach hält das neue Konzept für zu teuer

Auch das Goldacher Gewerbe- und Industriegebiet Thannäcker erhält eine Buserschliessung. Vom Kronenplatz Goldach und von Rorschacherberg besteht neu jede Viertelstunde eine Verbindung ins Rorschacher Stadtzentrum.

Dominik Gemperli, Gemeindepräsident von Goldach.

Dominik Gemperli, Gemeindepräsident von Goldach.

Bild: Benjamin Manser

Nicht nur glücklich über das neue Konzept ist Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli. Er spricht von einem Kompromiss, mit dem man sich arrangieren könne: «Das neue Konzept bietet in manchen Bereichen einen Mehrwert für Goldach.» Etwa durch den Anschluss des Industriegebietes im Rietli und die bessere Anbindung der Badi Goldach ans öffentliche Verkehrsnetz. Er sagt:

«Nicht zufrieden sind wir mit den deutlichen Mehrkosten, die das neue Buskonzept für Goldach bedeutet.»

250000 Franken mehr pro Jahr seien zu viel, auch der Wegfall der Linie 241 (Schnellbus bis Rorschacherberg) sei sehr bedauerlich. Andererseits gelte es natürlich auch, den Nutzen für alle Seegemeinden mitzuberücksichtigen. Eine regionale Betrachtung in der Frage der Erschliessung sei wichtig.

Transportunternehmen können sich für zwei Varianten bewerben

Die neuen Buslinien 252 (Rorschach–Tübach) und 253 (Gebiet Rietli und Thannäcker) werden für zwei Varianten ausgeschrieben, wofür sich Transportunternehmen bewerben können. Bei der Bestvariante fallen jährliche Mehrkosten von zirka einer Million Franken, bei der reduzierten Variante jährlich 280000 Franken an.

Die Bestvariante werde bei der Vergabe bevorzugt. Diese werde umgesetzt, wenn die gesetzlichen Zielvorgaben zu Wirtschaftlichkeit und Nachfrage erfüllt sind. Im Herbst prüft das Amt für öffentlichen Verkehr die eingegangenen Offerten.