Trotz grünem Licht vom Bundesrat: Rorschacher Museumsgänger müssen sich noch gedulden

Die Museen in und um Rorschach bleiben ab kommenden Montag zu. Nur eines öffnet seine Tür. Theoretisch.

Martin Rechsteiner
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Das Tor bleibt geschlossen: Besucher des Museums im Kornhaus Rorschach müssen bis im Juni warten.

Das Tor bleibt geschlossen: Besucher des Museums im Kornhaus Rorschach müssen bis im Juni warten.

Bild: Rudolf Hirtl

Lehrer, Schüler, Wirte: Für viele von ihnen rückt der gewohnte Alltag am kommenden Montag, 11. Mai, wieder ein Stück näher. Doch nicht nur den Schulen oder Restaurants ist ab dann die Öffnung erlaubt, sondern auch Museen. In der Region Rorschach laufen die Vorbereitungen der Aussteller auf Hochtouren. Doch ihre Tore für Besucher aufmachen werden am Montag nur die wenigsten.

Als «chancenlos» bezeichnet Hermann Fuhrimann, IG-Präsident Museum im Kornhaus (MiK) Rorschach, eine Öffnung seines Museums kommenden Montag. Grund seien die Vorschriften, die der Bund und der Kanton an Museumsöffnungen knüpfen. Er sagt: 

«Zwischen Besuchern und Ausstellungsstücken müssen zum Beispiel mindestens zwei Meter Abstand bestehen. Das ist für uns unmöglich.»
Hermann Fuhrimann, IG-Präsident Museum im Kornhaus (MiK) Rorschach.

Hermann Fuhrimann, IG-Präsident Museum im Kornhaus (MiK) Rorschach.

Bild: PD

Denn im MiK gebe es über über tausend Exponate aber nur wenig Platz, gibt Fuhrimann zu bedenken. Weiter müssten Objekte, die von Besuchern berührt werden können, danach sofort desinfiziert werden. «Wir sind wie ein kleines Technorama. Unsere Ausstellungen sind interaktiv, es geht ums Experimentieren. Viele unserer Stücke sind zum Anfassen gedacht», sagt Fuhrimann.

«Um sicher zu gehen, müssten wir also jedem Besucher eine Person zur Seite stellen, die alle Gegenstände nach Benutzung fortlaufend desinfiziert. Und das wäre wohl kaum realisierbar.»

Museen warten auf den Bundesrat

Das MiK soll deshalb mit seiner neuen Ausstellung «Fake or Fact?» voraussichtlich erst am 11. Juni öffnen. Fuhrimann hofft, dass der Bundesrat die Vorschriften Ende Mai lockert. So geht es offenbar auch den Betreibern des Fliegermuseums Altenrhein. Es soll am 9. Juni wieder aufgehen, heisst es auf dem Anrufbeantworter. Für die Anfrage unserer Zeitung war am Donnerstag niemand erreichbar.

Hansjakob Tobler, Betreiber des Ortsmuseums Thal.

Hansjakob Tobler, Betreiber des Ortsmuseums Thal.

Bild: rje

Ebenfalls noch bis im Juni gedulden müssen sich Besucher des Ortsmuseums Altes Oechsli Thal. «Reservationen für eine Besichtigung in kleinen Gruppen sind ab 1. Juni möglich», sagt Betreiber Hansjakob Tobler. Für Spontanbesucher wird die Ausstellung «Aromat bis Zündhölzli – alles aus dem Dorfladen» ab dem 5. Juli jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen sein.

Desinfektion, Abstand, Extra-Personal

Etwas früher dran ist das Würth-Haus in Rorschach. «Wir werden unsere Ausstellung ‹Von Kopf bis Fuss›, den Kunstshop und das Kunstcafé am 21. Mai wieder aufmachen», sagt Pressesprecherin Martina Bohn. Das Konzept für den Betrieb nach bundesrätlichen Regeln sei derzeit in Arbeit.

«Es wird nur eine gewisse Anzahl Besucher auf einmal im Museum sein dürfen», sagt Bohn. Des Weiteren gebe es in den Räumen Desinfektionsmittelspender und Abschrankungen, damit Abstände eingehalten werden. Dazu werde zusätzliches Personal zum Rechten sehen. Die Öffnungszeiten werden dieselben sein wie vor der Schliessung. «Wir freuen uns, bald wieder Besucher begrüssen zu dürfen.»

Rorschacher haben die Wahl

Und dann wäre da noch das Bierglasmuseum in Rorschacherberg. Betreiber Jürg Keel hat gute Nachrichten: «Wir machen wie immer auf Voranmeldung auf. Wenn sich ab dem 11. Mai jemand meldet, freue ich mich, unser Museum für die Besichtigung zu öffnen.»

Rorschacher Kulturbegeisterte haben ab Montag also die Qual der Wahl: Entweder sie betrachten Biergläser im Museum – oder in einem der wiedereröffneten Restaurants.

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