Traumbilder einer Globetrotterin: Künstlerin stellt Werke in Klinik Stephanshorn aus

Die Malerin Suzanne Ledergerber richtet ihre neue Ausstellung in der Hirslanden Klinik Stephanshorn aus. Als Sujet für ihre Bilder zwischen Traum und Wirklichkeit dienen ihre Lebens- und Reiseerfahrungen.

Yuliya Khandozhko
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Suzanne Ledergerber fühlt sich geehrt, ihre Werke ausstellen zu dürfen.

Suzanne Ledergerber fühlt sich geehrt, ihre Werke ausstellen zu dürfen.

Bild: Yuliya Khandozhko (6. Juli 2020)

Auf dem Bild «Vespa 125 Napoli» von Künstlerin Suzanne Ledergerber sieht man im ersten Augenblick nur die Farben. Dann sticht die Vespa heraus. Der Blick schweift wieder über das Farbenmeer, und wie aus dem Nichts taucht plötzlich eine Karte von Italien auf. So springt der Fokus zwischen verschwommen und scharf gestochen, zwischen den Farben und den Details, zwischen Traum und Wirklichkeit:

«Vespa 125 Napoli», «Motociclo Leggero Vespa» und «Italia Vespa 125» entstanden nach einer Italien-Reise.

«Vespa 125 Napoli», «Motociclo Leggero Vespa» und «Italia Vespa 125» entstanden nach einer Italien-Reise.

Bild: Yuliya Khandozhko (6. Juli 2020)

Das Bild ist Teil einer Dreierkomposition in der neuen Kunstausstellung von Suzanne Ledergerber in der Hirslanden Klinik Stephanshorn. Die Ausstellung besteht aus insgesamt dreizehn Bildern und ist im Eingangsbereich der Klinik für alle frei zugänglich. Sie ist täglich von 8 Uhr bis 20 Uhr geöffnet und dauert bis zum 29. September.

Zwischen Gegenständlich und Abstrakt

Ledergerber arbeitet gern mit verschiedenen Techniken wie Acryl, Struktur, Fotografie, und vermischt diese in ihren Werken. Bei den meisten ihrer Bilder bildet das Sujet, in Form eines im Bild eingearbeiteten Fotos, das Zentrum. Von diesem aus malt sie das Bild weiter und geht in die abstrakte Kunst über.

Das Foto eines Clownfisches bildete den Anfang des Werkes «Blackfoot Clownfish».

Das Foto eines Clownfisches bildete den Anfang des Werkes «Blackfoot Clownfish».

Bild: Yuliya Khandozhko (6. Juli 2020)

Mit der Mischung aus Gegenständlich und Abstrakt wolle sie vom Stil ihrer früheren Werke entfernen. «Ich wollte mit dem Abstrakten aus diesem Gegenständlichen ausbrechen und trotzdem einen Teil des Gegenständlichen beibehalten», sagt die 59-Jährige.

Zusätzlich werden die Betrachter dazu angeregt Details, Texte und Strukturen in den Werken zu entdecken und ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. «Dabei kann es geschehen, dass Betrachter etwas im Bild sehen, was ich gar nicht eingebaut oder beabsichtigt habe.» So werde der Betrachter selber zum Teil des Kunstwerks.

Neuerdings male Ledergerber auch Bilder ganz ohne Sujet, nur mit Farbe und Struktur. Einige dieser neuen Werke sind ebenfalls in der Hirslanden-Klinik zu sehen, sowie in der Paracelsus-Klinik Lustmühle in Teufen, wo sie eine weitere Ausstellung hat.

Im Gemälde «Downtown» lassen sich zwar die Wolkenkratzer erkennen, ein Sujet hat es aber nicht.

Im Gemälde «Downtown» lassen sich zwar die Wolkenkratzer erkennen, ein Sujet hat es aber nicht.

PD

Alles kann zum Sujet werden

Inspiration schöpfe sie aus ihren Erfahrungen und ihren Reisen durch die ganze Welt. Ledergerber pendelt schon ihr Leben lang zwischen der Schweiz und den USA und hat einige Zeit in Afrika und Australien gelebt. Die Sujets wähle sie spontan. Ledergerber sagt:

«Ein auffälliges Auto, eine schöne Mohnblume, ein Gebäude mit interessanter Geschichte. Alles was mir ins Auge fällt und ich fotografieren kann.»

Derzeit lebt Suzanne Ledergerber, die hauptberuflich als Lageristin arbeitet, mit ihrem Lebenspartner in Rorschacherberg. Sie fühle sich geehrt, ihre Kunstwerke ausstellen zu dürfen, und finde es schön, dass sie ihre Kunst den Leuten zeigen dürfe. «Ein zusätzliches Erfolgserlebnis habe ich, wenn jemand ein Bild von mir kauft. Dann sage ich mir immer: Ich glaube ich habe etwas richtig gemacht.»