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Tranquillo Barnetta war schon eine Legende, jetzt ist er auch eine Ikone

An St.Galler Hauswänden prangt das Konterfei von Tranquillo Barnetta. Der Spieler erreicht somit endgültig Heldenstatus.
David Gadze
Tranquillo Barnetta an einer St. Galler Hauswand. (Bild: Benjamin Manser)

Tranquillo Barnetta an einer St. Galler Hauswand. (Bild: Benjamin Manser)

In Neapel gehören sie seit Jahrzehnten zum Stadtbild: Die Bilder von Diego Maradona, die unzählige Fassaden der süditalienischen Metropole schmücken. Der Argentinier ist dort ein Stadtheiliger, seit er die SSC Napoli 1987 und 1990 zu den einzigen beiden Meistertiteln geführt hat. Nicht einmal Kultfigur Marek Hamšik, der den Club im Februar nach zwölf Jahren als Rekordspieler verliess, hat einen solchen Status – obwohl er Maradona als Rekordtorschütze ablöste. Denn auch Hamšik konnte den Durst der Anhänger nach einem weiteren Scudetto nicht stillen.

Nun erblickt man auch in St.Gallen ein vertrautes Gesicht auf Häuserwänden. An mehreren Orten in der Innenstadt sind Graffiti mit dem Konterfei von Tranquillo Barnetta aufgetaucht. Ein Bild, das das Zeug hat, zu einer lokalen Ikone zu werden, wie es weltweit die Silhouette von Che Guevara ist. Wenn man es denn an den Fassaden stehen lässt. Erlaubt ist, was nicht stört.

Dabei ist «Quillo» beim FC St.Gallen weder Rekordspieler noch Rekordtorschütze, noch hat er den Verein zu einem Titel geführt. Und doch ist er aus der DNS des Clubs und den Herzen der Fans – auch der jüngeren, die seine erste Zeit in St.Gallen nicht miterlebt haben – nicht wegzudenken. Mehr noch: Er, der erfolgreichste Fussballer, den der FCSG je hervorgebracht hat, ist längst eine Clublegende, eine Identifikationsfigur. Das hat auch damit zu tun, dass er einst selbst als Fan in der Kurve stand und die «Espen» anfeuerte, ehe er als 17-Jähriger zum Stammspieler avancierte. Und damit, dass er später die FCSG-Fahne in die Fussballwelt hinaus trug und sie schliesslich wieder zurückbrachte.

Barnetta betonte immer, zum FC St.Gallen zurückkehren zu wollen, solange er ihm spielerisch helfen, eine wichtige Rolle einnehmen könnte. Als es so weit war, mischten sich in die Euphorie schon bald erste Abgesänge auf den Hoffnungsträger. Inzwischen fragt man sich, wer dem Club nach Barnettas Rücktritt überhaupt noch helfen soll. Spielerisch, aber auch als Persönlichkeit. Denn was Tranquillo Barnetta für den FCSG getan hat, stellt ihn auf eine Stufe mit Diego Maradona: Er wurde beim chronisch titellosen Club zu einem Gesicht des Erfolgs und der Hingabe.

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