Tränen und Verständnis für Absagen: So reagieren Vereine auf die Coronakrise

Monatelang übten Vereine vergebens für ihre grossen Auftritte. Nicht nur finanziell trifft sie der Lockdown hart.

Elisabeth Fitze
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Hauptprobe von "Musikalisches Mammut-Projekt" der Stadtmusik Gossau.

Hauptprobe von "Musikalisches Mammut-Projekt" der Stadtmusik Gossau.

Symbolbild: Michel Canonica

Bis 19. April sind Veranstaltungen über fünf Personen verboten. Turnshows, Konzerte und Theatervorstellungen, die seit Monaten von Vereinen in der Region geplant werden, mussten abgesagt werden. Hunderte von Übungsstunden waren plötzlich umsonst.

«Dass wir unsere Broadwaykonzerte absagen mussten, ist für den Verein eine riesige Enttäuschung. Mein Herz blutet regelrecht», sagt Erika Forrer, Präsidentin der Stadtmusik Gossau. Während viele Veranstaltungen verschoben werden können, ist das bei ihren Konzerten nicht der Fall.

Der Fürstenlandsaal sei für den Rest des Jahres praktisch ausgebucht, sagt Forrer. Und da der Verein für die nächsten Jahre viel geplant hat, wäre die Durchführung erst 2024 möglich. «Wir werden einen Teil des Konzertprogramms in unser Repertoire aufnehmen. Ob wir das Showprogramm Broadway wie ursprünglich geplant in den nächsten Jahren aufführen können, wird sich zeigen.»

Der emotionale Verlust ist grösser als der finanzielle

Und obwohl auch der finanzielle Ausfall für den Verein mit rund 15000 Franken sehr gross ist, finde sie es vor allem schade, zu wissen, dass all der Elan und der personelle Aufwand umsonst war, sagt Forrer. Ob sie das Geld, welches sie vor allem für die Fixkosten brauchen, wieder hereinholen können und wie der Verein dies verkraftet, werde man noch sehen.

Auch die Turnershow «Bergluft» des TSV Häggenschwil musste abgesagt und um ein Jahr verschoben werden. Seit Oktober des vergangenen Jahres übten die Kinder. Das Programm werde man zwar einfach nächstes Jahr aufführen, aber da es dann neue Jahrgänge gibt, muss man trotzdem mit einigen wieder von vorne beginnen, sagt OK-Präsident Lukas Huber.

Die Kinder, die in der Show geturnt hätten, haben sich zwar zuerst gefreut, weil sie nicht mehr in die Schule gehen müssen. «Aber als wir ihnen erklärt haben, dass deswegen auch die Turnershow ausfallen muss, gab es auch einige Tränen.»

Trotz der grossen Enttäuschung stossen die Massnahmen bei den Vereinen auf Verständnis. «Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir unser Jahreskonzert verschieben müssen, aber im Zusammenhang mit der Situation sind solche Massnahmen verständlich», sagt Dominik Scherrer, Präsident des Tambourenvereins Fürstenland Gossau.

Finanziell sei es zwar schwierig zu verkraften, aber der Tambourenverein Fürstenland Gossau würde, sobald klar ist wie, Unterstützung vom Bund beantragen, sagt Scherrer. Die Gelder braucht der Verein vor allem für Fixkosten und die Leiterspesen.