Aprilscherz
Die Ursache für das zu grosse Goal im Kybunpark ist geklärt? Mitnichten – das war unser Aprilscherz

1:0 hat das Spiel zwischen der Schweizer Fussballnationalmannschaft und Litauen am Sonntag geendet. Die Partie war unspektakulär – dafür gab die Grösse eines Goals im Stadion zu reden und führte zu einem verzögerten Anpfiff. Jetzt droht dem FC St.Gallen das Tabellenende.

Daniel Wirth
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Zu hoch: Das Goal im Kybunpark musste nach der Messung der Fifa-Delegierten vor dem Spiel Schweiz-Litauen ausgewechselt werden.

Zu hoch: Das Goal im Kybunpark musste nach der Messung der Fifa-Delegierten vor dem Spiel Schweiz-Litauen ausgewechselt werden.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Es hat sich niemand erklären können, weshalb das Goal im Kybunpark mehrere Zentimeter zu hoch war und für das Länderspiel zur WM-Qualifikation ausgewechselt werden musste. 18 Minuten (!) Verzögerung gab es, ehe die Partie zwischen der Schweiz und Litauen hat angepfiffen werden können. Es waren skurrile Szenen, die sich abspielten im Stadion.

Jetzt ist klar, was zur Überhöhung der Torumrandung führte: Bauarbeiten. In der Shopping-Arena, die unter dem Rasen liegt, gab es räumliche Veränderungen: Der Coop-Megastore wurde umgebaut, daneben zügelte die grösste Filiale des Discounters Aldi Suisse ein und auch das Bekleidungsgeschäft Männerwerk bekam ein neues hübsches Kleid.

Mit Aktionen Werbung gemacht

Am Wochenende, an dem das Länderspiel ausgetragen wurde, luden die drei Läden mit Aktionen ein. Zuvor war umfassend umgebaut worden. Auf der Verkaufsfläche von Aldi mussten tragende Elemente ausgewechselt werden. Hierfür musste die Decke hydraulisch abgestützt werden. Eine Pumpe erzeugte zu viel Druck, wie Recherchen des «St.Galler Tagblatts» ergeben haben. So viel Druck, dass die Metallhülsen, die in den Rasen eingelassen sind und in die Torpfosten tief versenkt werden, damit sie auch harte Schüsse aushalten, um Zentimeter nach oben gedrückt wurden.

Oben Fussball, unten Einkaufen: Die Shopping-Arena gehört zu den zehn grössten Einkaufszentren der Schweiz.

Oben Fussball, unten Einkaufen: Die Shopping-Arena gehört zu den zehn grössten Einkaufszentren der Schweiz.

Ralph Ribi

Als die hydraulischen Stützen nach Ablassen des Drucks entfernt wurden, senkten sich die Torhülsen nicht mehr; sie verklemmten wegen Bodenfrosts im Erdreich. Gut möglich, dass Lawrence Ati Zigi, der hünenhafte Goalie des FC St.Gallen, gar nicht gemerkt hätte, dass die Torumrandung höher war als üblich. Yann Sommer, der Goalie der Schweizer Nationalmannschaft, merkte das dagegen sofort, weil ihm Goalietrainer Patrick Foletti beim Einschiessen zwei, drei Bälle unter die Latte knallte und Sommer zu klein war, um die Schüsse zu parieren. So gab es der Goalie von Borussia Mönchengladbach im SRF-Interview zu Protokoll. Sommer ist für einen Goalie von vergleichsweise kleiner Statur.

Swiss Football League prüft Punkteabzug

In der Zwischenzeit konnten die Torhülsen auf ihr ursprüngliches Niveau abgelassen werden, ohne grossen Aufwand. An der Decke der Aldi-Filiale wurde Unterdruck erzeugt. Der Vorgang dauerte gut zwei Stunden, während derer sich die Hülsen Zentimeter um Zentimeter senkten.

Die Swiss Football League traut der Sache allerdings nicht. Die Funktionäre wollen dem Ganzen auf den Grund gehen. Sie wollen prüfen, ob der FC St.Gallen nichts vom zu grossen Tor gewusst und schon in der Meisterschaft davon profitiert hatte. Gemäss gut unterrichteten Quellen will die SFL anhand einer eigenen Statistik auswerten, wie viele Treffer die St.Galler dieser Saison mit Hochschüssen unter die Latte markierten.

Sollten es auffällig viele gewesen sein, prüft die SFL eine Sanktion. Das heisst: einen Punkteabzug. Das könnte verheerende Folgen haben: Je nachdem, wie viele Punkte dem FC St.Gallen abgezogen würden, fände sich der Traditionsverein plötzlich am Tabellenende und wäre abstiegsbedroht.

Zum Glück wird der VAR nicht konsultiert

Beim FC St.Gallen wollte man die ungemütliche Situation wegen des Torskandals nicht kommentieren. Trainer Peter Zeidler und die Mannschaft wollten sich auf die Meisterschaft und den Spielbetrieb konzentrieren, heisst es. Man sei schon froh, dass die SFL für eine allfällige Sanktion eine Hochschussstatistik herbeiziehe und nicht den VAR (Video Assistant Referee) im Nachhinein konsultiere. Denn mit dem VAR machte der FC St.Gallen in jüngster Zeit bekanntlich keine guten Erfahrungen.