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Tornados gibt es auch bei uns

Auch in der Region können sich Wirbelstürme entwickeln. Vor drei Tagen wurde einer in Mörschwil beobachtet und über dem Bodensee sind sie in Form von Wasserhosen sichtbar. Die Schäden, welche die Stürme anrichten, halten sich in Grenzen – meistens.
Andreas Walker
Auf dem Bodensee sind immer wieder Wasserhosen zu sehen, wie hier von Rorschacherberg aus. (Bild: Andreas Walker)

Auf dem Bodensee sind immer wieder Wasserhosen zu sehen, wie hier von Rorschacherberg aus. (Bild: Andreas Walker)

Das veränderliche Wetter dieser Woche führte immer wieder zur Bildung von Gewittern. Besonders am Dienstagnachmittag wurde der Bodensee von einer Serie zahlreicher Gewitterzellen überquert, die Blitz, Donner und Hagel im Gepäck hatten. Schliesslich entwickelte sich in Mörschwil um 16.44 Uhr sogar noch ein kleiner Tornado.

Auch wenn Tornados vor allem als amerikanisches Phänomen bekannt sind, gibt es bei uns immer wieder Tornados oder tornadoähnliche Erscheinungen. Wenn jedoch einer auftritt, ist die Stärke keineswegs vergleichbar mit der gewaltigen Zerstörungskraft der riesigen Tornados im Mittelwesten Amerikas, deshalb halten sich die Schäden hier meistens in Grenzen. Am häufigsten werden diese Saugwirbel über grosse Seen wie dem Bodensee in Form von Wasserhosen sichtbar. Sie treten am ehesten im Spätsommer oder Herbst auf, wenn labile Kaltluft über die noch warmen Seen gleitet.

Wasserhosen und Tornados sind von der Entstehung her sehr ähnlich. Beide Phänomene entwickeln sich aus der Unterseite einer gut entwickelten Quellwolke. Der Name Wasserhose für diese Saugwirbel kommt aus dem Englischen, denn «hose» heisst Schlauch. So kann fast jedes Jahr eine gut ausgeprägte Wasserhose über dem Bodensee beobachtet werden. Diese sind von Rorschach aus meistens gut zu sehen, da sie vor allem im oberen Teil des Bodensees auftreten.

Innert Minuten Schäden von vier Millionen Franken

Auch am Bodensee gibt es immer wieder heftige Gewitter, die von extremen Starkwinden begleitet sind und örtlich massive Schäden anrichten können. So traten während eines Hagelunwetters am 25. Juli 2005 in der Region Rorschach und Altenrhein massive Windschäden auf. Innerhalb von zehn Minuten richtete der Sturm auf dem Flugplatz Altenrhein an elf Flugzeugen sowie an Autos und Hangars einen Schaden von rund vier Millionen Franken an. Zudem rissen die Windböen Löcher in die Dächer von Industrieanlagen und warfen Bäume und einen Lastwagenanhänger um. Die Aufräumarbeiten erstreckten sich danach über mehrere Wochen. Am Seeufer von Rorschacherberg wurden auch grosse Pappeln vom Wind umgeworfen, wenige Meter weiter waren die Bäume dagegen unbeschädigt. So ein Schadenbild ist typisch für einen Tornado. In seiner Zugbahn sind die Schäden massiv, während sie ausserhalb dieses Bereiches schlagartig aufhören. Bei uns treten bei starken Gewittern immer wieder Ansätze von Tornadobildungen auf. Forschungen an der ETH in Zürich haben gezeigt, dass bei starken Unwettern die Gewitterwolken oft eine Eigenrotation im Gegenuhrzeigersinn aufweisen, was eine Voraussetzung für die Tornadobildung darstellt.

Wahrscheinlich muss man bei uns pro Jahrzehnt mit einem bis fünf Tornados rechnen, die zu mehr oder weniger grossen Sachschäden führen können. Schwache Tornados treten praktisch jedes Jahr mehrmals auf. Mit der zunehmenden globalen Erwärmung erwarten die Wetterforscher eine Zunahme der Gewitteraktivität. Damit könnten auch Tornados an Häufigkeit und Stärke in unserem Land zunehmen.

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