Der Unihockeyclub Waldkirch-St.Gallen ist auf Playoffkurs: Topskorer Michael Schiess geht voran

Die NLA-Unihockeyspieler von Waldkirch-St.Gallen bestreiten morgen in Langnau die letzte Partie des Jahres.

Ives Bruggmann
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Michael Schiess (links) steht derzeit auf Rang zwei der nationalen Skorerliste.

Michael Schiess (links) steht derzeit auf Rang zwei der nationalen Skorerliste.

Bild: Ralph Ribi

Vieles hat sich im zu Ende gehenden Jahr 2019 für Michael Schiess verändert. Aus ihm ist nicht nur ein Schweizer Nationalspieler geworden, der 22-jährige Stürmer von Waldkirch-St.Gallen hat sich auch zu einem der gefürchtetsten Skorer in der NLA entwickelt. Mit 13 Toren und 18 Assists in den bisherigen 14 Spielen ist er der zweitfleissigste Punktesammler hinter Nationalmannschaftskollege Paolo Riedi von den Zürcher Grasshoppers.

Noch viel wichtiger für den Waldstätter Schiess ist jedoch, dass Waldkirch-St.Gallen bei noch acht ausstehenden Partien derzeit auf Zwischenrang sechs liegt und damit auf Playoffkurs ist. In der Partie gegen Langnau, das auf Rang zehn klassiert ist, bietet sich morgen in Biglen für die St.Galler die Gelegenheit, einen direkten Konkurrenten zu distanzieren. «Das Spiel ist zwar enorm wichtig. Wir wollen uns aber auch nicht zu sehr unter Druck setzen», sagt Schiess. Immerhin seien danach noch sieben Partien zu absolvieren.

Mittelholzers Schuss als Beispiel

Die Erwartungen an Schiess sind gestiegen, seit er sich als Nationalspieler bezeichnen darf. «Auch die eigenen», sagt der technisch versierte Stürmer. Er wolle lernen, diesen Druck noch besser in die richtigen Bahnen zu lenken. «Diese Balance finde ich noch nicht immer.» Zudem wolle er weiter an seinem Schuss arbeiten, auch um unberechenbarer für die Gegner zu sein. Schiess sagt:

«Ich bin noch kein Scharfschütze wie Roman Mittelholzer.»

Von seinem Teamkollegen könne er sich in dieser Hinsicht noch einiges abschauen. Auch Mittelholzer gehört zum erweiterten Kader der Schweizer Nationalmannschaft und bestritt bereits einige Länderspiele.

Mit seiner Punktausbeute ist Schiess, dessen jüngerer Bruder Stefan seit dieser Saison als Verteidiger ebenfalls Stammspieler bei Waldkirch-St.Gallen ist, zufrieden. «Ein Stürmer wird an Punkten gemessen. Und so viele hatte ich zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nie.» Es habe aber auch Partien gegeben, in denen er nicht die gewünschte Leistung erbrachte. Genau so wie das Team. Zuletzt hat Waldkirch-St.Gallen nach einem starken Saisonstart ein wenig nachgelassen. Und dennoch steht das Team vor dem Saisonschlussspurt auf Platz sechs. «Noch vor drei Jahren hätten wir uns eine solche Ausgangslage nur erträumen können», sagt Schiess. Das zeigt die Entwicklung, die der Verein in den vergangenen Jahren hingelegt hat.

In St.Gallen fühlt sich der Topskorer wohl

Die Krönung in Form der erstmaligen Playoffqualifikation steht zwar noch aus, doch der Topskorer sieht den Club auf einem guten Weg. «Mittlerweile ist es möglich, von hier aus den Sprung in die Nationalmannschaft zu schaffen», sagt Schiess. Er und Roman Mittelholzer sind der beste Beweis. Deshalb gebe es für ihn derzeit auch keinen Grund zu wechseln, zumal im nächsten Jahr eine WM ansteht.

In St.Gallen fühlt sich der Appenzeller auch neben der Halle wohl. Der angehende Oberstufenlehrer absolviert das dritte Semester an der Pädagogischen Hochschule und wohnt mit drei Freunden – zwei davon sind die Mitspieler David Gross und Yannick Angehrn – in einer Wohngemeinschaft. Unihockey und St.Gallen: Das passt derzeit für Michael Schiess perfekt.

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