Weniger ist manchmal mehr

Der Dietfurter Gewerbepark ist ein gelungenes Beispiel für eine energetisch und denkmalpflegerisch gelungene Sanierung.

Katharina Meier
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Der Rechen reinigt das Wasser, bevor die Energie in Strom umgewandelt wird (Bild: .)

Der Rechen reinigt das Wasser, bevor die Energie in Strom umgewandelt wird (Bild: .)

«So viel wie nötig und nicht so viel wie möglich, heisst der Grundsatz beim Dämmen eines Hauses», erklärte Emil Giezendanner von der Baumann Bauphysik. Ist es gegen Süden ausgerichtet, könne es von der guten Besonnung profitieren und die gestemmten Fassaden müssten nicht zerstört werden. Den Irrglauben, dabei den Minergiestandard nicht mehr erreichen zu können, belegte der Fachmann anhand des Rathauses Trogen im Kanton Appenzell Ausserrhoden.

Ausgehend von einem Gesamtkonzept, und nicht einer punktuellen Sanierung des Gebäudes, konnten hier mit Hilfe neuer Fenster, einer Estrichisolation sowie einer Fernwärmeheizung die Labelbedingungen erfüllt werden.

Ungewisses Nachfolgeprogramm

Weniger klar erweist sich die Beitragspraxis beim Nachfolgeprojekt des Gebäudeprogramms des Bundes. Es läuft Ende Jahr aus und damit entfallen auch gewisse Beiträge bei Sanierungen. «Haben Sie dieses Jahr konkret ein Projekt: Reichen Sie es noch ein. Sollte das Nachfolgeprogramm besser sein, dann müssten Sie 2017 die Unterlagen einfach nochmals frisch einreichen», erklärte Lorenz Neher von der Energieagentur St. Gallen.

Der Kanton selbst werde zwei Fördermassnahmen beibehalten, nämlich die finanzielle Unterstützung bei den Einzelbauteilen (Fassade, Wand, Dach und Boden) sowie bei der Reduktion des Heizwärmebedarfs. Das Ersetzen von Fenstern ist jedoch aus dem Programm gekippt worden. Im übrigen, so Neher, gäbe es nach wie vor Beiträge für den Ersatz eines Elektroboilers, fossiler Heizungen oder bei der Installation eine Zählers für Wärmepumpen. «Sie sind beliebt. Derzeit werden im Kanton 162 Ölheizungen ersetzt.»

Schliesslich brach im dritten Referat Patrizia Egloff, Energietal Toggenburg, eine Lanze für Photovoltaikanlagen und Sonnenkollektoren. Sie seien nicht nur saubere Energiequellen, sondern sorgten für Arbeitsplätze in der Region, brächten Unabhängigkeit, schonten die Umwelt und produzierten Strom, wo er gebraucht werde, so die Leiterin Energieprodukte. Am Ende der Veranstaltung bot der HEV Alttoggenburg als Organisator den rund 70 Gästen an diesem Donnerstagabend, 15. September, vor dem Apéritif die Möglichkeit, den Gewerbepark Dietfurt zu besichtigen. Nebst den Sonnenkollektoren und der Pelletheizung liefert auch ein Wasserkraftwerk Energie: Bei Vollauslastung sind dies 1050 Kilowatt in der Stunde, was einer Versorgung von 1500 Haushalten entspricht.

Im Turbinenraum des Wasserkraftwerks des Gewerbeparks Dietfurt. (Bilder: pd)

Im Turbinenraum des Wasserkraftwerks des Gewerbeparks Dietfurt. (Bilder: pd)