Theater wird in Szene gesetzt

Die Proben für das Stück «Huld und Schuld», welches Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wattwil aufführen, laufen auf Hochtouren. Morgen Mittwoch feiern sie im Dömli in Ebnat-Kappel Premiere.

Sabine Schmid
Drucken
Teilen
Regisseurin Barbara Bucher (vorne) gibt den Schauspielern Anweisungen zur Szene. (Bild: Sabine Schmid)

Regisseurin Barbara Bucher (vorne) gibt den Schauspielern Anweisungen zur Szene. (Bild: Sabine Schmid)

EBNAT-KAPPEL. Noch sieht es nicht nach einer Theateraufführung aus. Auf den Stühlen im Dömli in Ebnat-Kappel sitzen junge Frauen und Männer. Einige lesen, andere schreiben Nachrichten ins Handy. Auf anderen Stühlen liegen Kleidungsstücke, die Gänge sind mit Kisten verstellt. Immer wieder stehen einige der jungen Leute auf, begeben sich nach vorne und spielen eine Szene. Unter der Regisseurin Barbara Bucher feilen die jungen Schauspieler, die zur Formation in szenario der Kantonsschule Wattwil gehören, an ihrem Stück «Huld und Schuld». Nun sind auch die Sängerinnen und Sänger von cantacanti unter der Leitung von David Müller dabei. Sie sind für die Begleitmusik zuständig und erst seit kurzem proben die beiden Ensembles zusammen. Das birgt einiges an Arbeit. Und: «In dieser Phase eines Theaterstücks sieht es immer so chaotisch aus», beruhigt Barbara Bucher. Bis zur Premiere am Mittwoch wird alles in Ordnung gebracht sein.

Klare Regieanweisungen

Bis dahin verfolgt die Regisseurin noch manche Szene, springt manches Mal von ihrem Stuhl auf und spielt vor, wie sie sich eine Szene vorstellt. «Ich habe viele Ideen, muss aber zuerst schauen, wie sie sich umsetzen lassen», erklärt sie. Das sei eine kreative Arbeit, der schöne Teil ihres Berufes, sagt sie mit leuchtenden Augen. An den ersten Probetagen im Dömli hat sie die einzelnen Teile des Stücks inszeniert. Die Schauspieler machen keine Notizen, sie kennen den Stoff so gut, dass die Regieanweisungen für sie klar und stimmig sind. Barbara Bucher setzt auch den Chor in Szene, lässt ihn am Theater teilhaben. «Der Chor singt akustisch», sagt Chorleiter David Müller. Dies habe den Vorteil, dass der Chor überall singen könne und das wolle man auch ausnutzen. Die Idee der Regisseurin, die Sängerinnen und Sänger als Statisten auf die Bühne zu holen, kommt gut an. Einzig die Ansage des Chorleiters, dass das Lied auswendig gesungen werden muss, sorgt kurz für lange Gesichter.

Den Raum füllen

Barbara Bucher ist zuversichtlich, dass die fünf intensiven Probetage reichen, um dem Stück den letzten Schliff zu geben. Neu sei für die Schauspieler aber, dass sie mit ihrer Präsenz auf der Bühne den Raum füllen müssen. «Geniesst es, auf der Bühne zu stehen», ermuntert sie ihre Truppe. Den einen gelingt dies besser, die anderen müssen noch daran arbeiten. «Die Schüler kennen die Situation im Proberaum, hier im Dömli ist es aber ganz anders», erklärt sie. Sie ist aber überzeugt, dass sie und alle Beteiligten bis zur Premiere bereit sein werden.

Bewegliches Bühnenbild

Für Staunen sorgte in diesen Tagen immer wieder das Bühnenbild. Dieses wird auf eine grosse Leinwand projiziert. Gestaltet wurden die Bilder von einer Gestaltungsklasse der Kantonsschule. Michael Egger hat diese zusammengefügt, so dass sie, ähnlich wie ein Trickfilm, animiert sind. Während der Probetage werden die Einspielungen immer wieder angepasst. Schliesslich wird eine Kanti-Schülerin während der Aufführungen diese abspielen. Michael Egger könnte diese zwar fix programmieren, verzichtet aber darauf, denn die Szenen seien nicht in jeder Aufführung genau gleich lang.

Barbara Bucher muss sich nicht nur um das Geschehen auf der Bühne kümmern. Da es im Dömli keinen eigentlichen Off-Bereich gibt, wo sich die Schauspieler aufhalten können, wenn sie nicht auf der Bühne stehen, muss auch diese Herausforderung gelöst werden. Barbara Bucher ist überzeugt, dass auch hier bis zur Premiere das Richtige gefunden wird.

Aktuelle Nachrichten