Kunstvolles zum zweiten Advent

Am vergangenen Wochenende verwandelte sich die Markthalle Wattwil in eine wahre Kunsthalle. Zu den Toggenburger Künstlertagen zeigten nicht weniger als 33 Aussteller aus der Region und dem Umland hier in den Bereichen Kunst, Design und Mode ihr kreatives Schaffen.

Nadine Rydzyk
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Die Toggenburger Künstlertage regten zum Austausch über die verschiedenen Kunstströmungen an. (Bild: Thomas Geissler)

Die Toggenburger Künstlertage regten zum Austausch über die verschiedenen Kunstströmungen an. (Bild: Thomas Geissler)

WATTWIL. Nach dreijähriger Pause fanden am Wochenende zum zweiten Mal und pünktlich zur Vorweihnachtszeit die Toggenburger Künstlertage, diesmal in der Markthalle Wattwil, statt. Hier konnte auf die Jagd nach besonderen Weihnachtsgeschenken gegangen und der Wissenshunger hinsichtlich der künstlerischen Aktivitäten gestillt werden.

Vielfältige Kreativität

Gezeigt wurde vor allem eines: Die eindrückliche Vielfalt des Schaffens von Kunst, Design und Mode mit Originalität und Kreativität. Und mit Live-Musik von der Bühne kamen mit «FabeVega» und «Charly Rusch» nicht nur die bildende, sondern auch die darstellenden Künste als Rahmenprogramm zum Zuge.

Im Mittelpunkt aber standen die 33 Kunstschaffenden, welche von Bildern über Skulpturen oder Mosaiken, Möbeln und Kleidung sowie mit diversen Materialien von Metall, Stoff und Glas bis zur Keramik verschiedenste Ausdrucksmöglichkeiten ausstellten. «Wir wollen zeigen, dass Kunst nicht nur Malen ist und dass es nicht immer eine langweilige Ausstellung sein muss. Damit wollen wir auch speziell das junge Publikum ansprechen», erklärt Organisator Daniel Hofer.

Ein besonderes Highlight war der Besuch der beiden Zürcher Sprayer «BASK», alias Marco Lattmann und «bais», mit bürgerlichem Namen als Florian Märchy bekannt, die live ihre Graffiti-Kunst demonstrierten und eindrücklich zeigten, wie schnell die grossformatigen und farbenprächtigen Werke entstehen können, wenn man es denn kann. Die Besucher konnten sich dabei an einer Verlosung beteiligen und mit etwas Glück ein Achtel des Gesamtwerkes der Sprayer gewinnen. Nicht minder interessant und eindrücklich lockte auch die Präsentation des 3D-Drucks die Besucher an.

Showreife Attraktionen

Der Verein «FabLab» Zürich zeigte, was und wie aus Kunststoff und diversen Materialien nahezu futuristisch anmutend gedruckt werden kann und wie ein Print mit dritter Dimension entsteht. Ein Sinnbild dafür, wie sich auch die Kunst und die Techniken verändern. Doch damit nicht genug. Am Stand von «bois collé» konnte man sich geradewegs selbst verwirklichen und eine eigene Hülle für sein Smartphone kreieren und per Laser ausschneiden lassen.

Für diese zweite Austragung der kunstvollen Messe wurde im Frühjahr 2013 eigens der Verein Toggenburger Künstlertage unter dem Präsidium von Daniel Hofer, der schon die erste Ausführung vor drei Jahren im Thurpark organisierte, gegründet. Ziel des Vereins ist es, das Kunst- und Kulturschaffen im Toggenburg nachhaltig zu fördern und eine solide Plattform für Freischaffende, Künstler und Designer zu bieten. «Denn die meisten Künstler haben den Verkauf nicht im Blut», wie Daniel Hofer weiss.

Zweijahresrhythmus angepeilt

Der Aufwand, welcher der siebenköpfige Vorstand dafür leistete, war gross. Deshalb strebt man auch einen Zweijahresrhythmus für die Toggenburger Künstlertage an. «Die Nachfrage bei den Kunstschaffenden ist wiederum sehr gross», kann Daniel Hofer berichten. Bereits kurz nach Türöffnung hatte er die ersten Anfragen für potenzielle Teilnehmer im Jahr 2015. Spätestens dann wird auch ein Film über das vergangene, kunstvolle Wochenende in der Markthalle zu sehen sein, der unter anderem mit einer Flug-Drohne aufgenommen wurde.

Platz hat man für maximal 43 Aussteller. Hinsichtlich der Besucherzahlen hoffte Daniel Hofer auf täglich 500 Gäste. Dann würde der Verein ohne Defizit aus der Veranstaltung gehen. «Schliesslich haben wir von der Förderstiftung Kultur Toggenburg keinen Rappen erhalten, was ich nicht verstehe», erklärt er, dass es dem Verein so nicht möglich war, auf die Erhebung eines Eintrittspreises für die Besucher zu verzichten. Sehr wohl durfte man sich aber über grosszügige Sponsoren freuen, die den Anlass unterstützten.