«Kühe sind meine Lieblingstiere»

MOGELSBERG. Mit Emil Frei kehrt ein Neckertaler, der vor 57 Jahren in den Thurgau ausgewandert ist, ins Toggenburg zurück. Der Bauernmaler stellt ab Samstag eine Auswahl seines Schaffens in der Galerie am Dorfplatz Mogelsberg aus.

Michael Hug
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Auch Bauernmaler Emil Frei hat den Milcheimer mit dem Alpaufzug auf dem Boden im Angebot, rund 60 Bilder hängen an den Wänden. (Bild: Michael Hug)

Auch Bauernmaler Emil Frei hat den Milcheimer mit dem Alpaufzug auf dem Boden im Angebot, rund 60 Bilder hängen an den Wänden. (Bild: Michael Hug)

«Meine Lieblingstiere sind die Kühe», sagt Emil Frei. Doch seine Liebe zu Natur und Landschaft reicht eigentlich viel tiefer: «Ich wäre gerne Bauer geworden.» Trotz aller Anstrengungen, trotz bäuerlicher Abstammung, Erfahrungsjahren als Knecht, sogar im Ausland, es klappte nicht: «Um einen Betrieb zu übernehmen, reichte das Geld nicht.» Als er zehn Jahre alt war, sahen seine Eltern – dem Bächliger Ast der weitverzweigten Neckertaler Frei-Dynastie angehörend – keine Perspektiven in Hemberg und zogen in den Thurgau. Nachdem der junge «Auswanderer» seinen bevorzugten Berufswunsch begraben musste, wurde er Chauffeur, zog an den Bodensee, heiratete und gründete eine Familie. Und begann zu malen. Was vom Bauernstand blieb, waren seine Bilder davon. Gemalte Alpaufzüge, sogenannt naive Bauernmalerei.

Liebe zum Bauernstand

Nun zeigt Emil Frei, inzwischen 67 Jahre alt geworden, seine Bilder in der neuerwachten Galerie des Verkehrsvereins am Dorfplatz in Mogelsberg. In diesen Tagen hat er mit seiner Frau Trudy rund 60 Bilder in der Galerie aufgehängt. Dabei wird klar: Eindrücklicher lässt sich Freis Liebe zum Bauernstand, zum Brauchtum, zur Natur und eben zu den Kühen nicht ausdrücken. «Er achtet auf jedes Detail», sagt seine Frau, «er kennt die kleinen Unterschiede zwischen den Toggenburger und Appenzeller Sennen. Jemand, der drauskommt, wird es sofort sehen.» Tatsächlich: Appenzeller Sennen tragen keine gelben Bänder im Hutschmuck. Zur Detailtreue gehören auch die Melchfettdose im Stallfenster und der Glanz des Lichts in den Küchen der Bauernhäuser, wenn die Dämmerung hereinfällt.

Dann natürlich der Säntis. Er ist auf fast jedem Bild zu sehen, immer in der Perspektive, wie ihn die Appenzeller sehen – oder die Thurgauer, die den Ostschweizer Hausberg noch fast optimaler betrachten können als mancher, der viel näher wohnt.

Original und Erfindung

Doch so sehr bei den Details, bei den Konturen von Säntis oder den Churfirsten alles stimmt – die Landschaft drumherum ist reine Erfindung. «Landschaften male ich aus der Phantasie, nicht irgendwie, sondern so, dass sie wirklich sein könnten.» Es gibt daher Hügel, Häuser, Brücken und sogar einen Tunnel, die man in der Wirklichkeit lange suchen könnte – es gibt sie nicht. Aber das originalgetreue Senntum, die Sennen, den Sauenwagen, den Geissenbub, die Schellen und den Säntis, die gibt es. Emil Frei hat gut hingesehen und sie mit ruhiger Hand wahrheitsgetreu auf die Leinwände gebracht.

Bauernmalerei von Emil Frei: Vernissage: Samstag, 11. April 2015, 14 bis 17 Uhr, mit musikalischer Umrahmung. Ausstellung: 12. April bis 16. Mai 2015 jeweils Freitag und Samstag, 14–18 Uhr/Sonntag, 10–16 Uhr. Galerie am Dorfplatz, Mogelsberg; www.emil-frei.ch