Kunst-Zickzack im Thurpark

Der erste «Wattwiler Künstlertag» im Thurpark war ein voller Erfolg. Organisator Daniel Hofer schätzte, dass rund tausend Besucherinnen und Besucher kamen. Ausgestellt haben dreissig Hobby- und Berufskünstler.

Tanja Trauboth
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Textiles, Statuen, Gemälde und vieles mehr gab es am Samstag, am ersten «Wattwiler Künstlertag», im Thurpark zu sehen. (Bilder: Tanja Trauboth)

Textiles, Statuen, Gemälde und vieles mehr gab es am Samstag, am ersten «Wattwiler Künstlertag», im Thurpark zu sehen. (Bilder: Tanja Trauboth)

Wattwil. Statuen und abstrakte Gebilde aus Holz, Filzbilder, Quilts, Fotografien, abstrakte und gegenständliche Öl- und Acrylbilder, Insekten und anderes Getier aus Kupfer – all das und vieles mehr konnte am ersten «Wattwiler Künstlertag» bewundert werden. Der Rundgang führte vom Thurpark-Foyer im Zickzack an Tischen und Stellwänden vorbei, zuerst durch den kleinen «Thurpark»-Saal, dann in den grossen Saal. Künstler aus der Region, aus der Ostschweiz und sogar ein Maler aus Irland präsentierten die verschiedensten Kunstwerke und Bilder für die Wand oder Plastiken, die dem Büchergestell in der guten Stube den Touch von der grossen Welt der Kunst geben. Dabei war vieles auch für Leute mit knapper Kasse erschwinglich. Kunsthandwerk war eher wenig vertreten, obwohl es auch Dinge gab, die sich als Mitbringsel oder Weihnachtsgeschenke eigneten. Zum Beispiel die kleinen Acrylbilder von Marcela Rojas. Ein Silberfaden macht sie zur Halskette.

Profis und Liebhaber

Organisator Daniel Hofer gab sich zufrieden mit dem ersten Künstlertag. Er hat seiner Partnerin Marcela Rojas und anderen Künstlerinnen und Künstlern bereits mit der Internetseite www.artskills.ch eine Plattform gegeben, um ihre Werke zu präsentieren und zu verkaufen. Das Niveau der Ausstellung war erstaunlich hoch. Viele Aussteller haben ihre Ausbildungen und den künstlerischen Lebenslauf in Mappen dokumentiert und boten sich für Auftragsarbeiten an. Einige haben ihre Wurzeln in anderen Ländern und haben dort auch ihre Ausbildung gemacht. Miriam Elisabeth Furgler wurde in Riga, Lettland geboren, wo sie Modegestaltung studierte. Nach Heirat und Umzug in die Schweiz bildete sie sich in Malerei weiter. Seit vielen Jahren stellt sie ihre Bilder aus. Am Samstag hatte ihr Stand das Thema Meer und Quallen.

Meist heiter, einmal grimmig

Rosinha Schnetzer aus Wattwil zeigte Fotos. An der Stellwand hinter ihr hingen farbige Bilder, ein Blitz am nächtlichen Himmel, Wolken, zwischen denen die Sonne durchscheint. An der Seitenwand dagegen hängen schwarz-weisse Fotos von einem See, mit Schilf am Ufer, ein Steg führt ins ruhige Wasser. «Silence» heisst das Buch, aus dem dieses Foto ist. Zehnmal hat sie es bereits verkauft. Rosinha Schnetzer gestaltet neben ihren künstlerischen Arbeiten auch Werbebroschüren und Flyer für andere Künstler. Karin Brühwiler präsentierte im Foyer farbenfrohe Keramikarbeiten. Neben Lebensbäumen im karibischen Stil, schwebt ein roter Kussmund im weissen Rahmen. Erst beim Zurücktreten erkennt man das Gesicht. Vor kurzem hat die Keramikkünstlerin ihr Atelier in Lichtensteig eröffnet. Die Mehrheit der Objekte am Wattwiler Künstlertag versprühen Lebensfreude, Heiterkeit, abgesehen von der Bulldogge von Jan Kocnar. Die schaute wie immer grimmig drein.