Toggenburger schnellste Fricktaler

LEICHTATHLETIK. Die Leichtathleten Lea Vetsch und Lukas Staehli haben über Ostern ihre ausgezeichnete Frühform bestätigt und den GP Fricktal in Eiken dominiert. Beide Toggenburger gehören inzwischen zur nationalen Spitze.

Urs Huwyler
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Die Leichtathleten aus dem Toggenburg, Lea Vetsch und Lukas Staehli liefen ausgezeichnet am GP Fricktal. (Bilder: Urs Huwyler)

Die Leichtathleten aus dem Toggenburg, Lea Vetsch und Lukas Staehli liefen ausgezeichnet am GP Fricktal. (Bilder: Urs Huwyler)

Sprintprämie, Gesamtklassement und Kategorienwertung, die Wattwiler Lehrerin Lea Vetsch (Lichtensteig) räumte beim GP Fricktal nach einer beeindruckenden Leistung kräftig ab. Die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin Karin Thürig verlor auf den zehn Meilen als Fünfte bereits drei Minuten. Ausser der ehemaligen Berglauf- Juniorenweltmeisterin blieb keine der 136 klassierten Konkurrentinnen unter einer Stunde.

Nach der Zielpassage zeigte Lea Vetsch (BTV Chur) zwar mit dem Daumen nach unten, aber sie erholte sich rasch vom 3.41 Minuten Kilometer-Durchschnitt.

Die bisherigen und nächsten Wettkämpfe dienen nicht zuletzt als Tests und Vorbereitung auf die 10 000m Schweizer Meisterschaft vom 11. Juni in Uster. Der gleiche Anlass zählt auch für den 28jährigen Lukas Staehli aus Wattwil, der in St. Gallen Wirtschaft studiert, zu den nächsten Saisonhöhepunkten.

In Eiken musste sich der direkt vor Titelverteidiger Patrick Wieser (Aadorf) klassierte Staehli nur Berme Zeremariam aus Eritrea geschlagen geben, nachdem er bei der ersten Zielpassage den Sprint gegen den Afrikaner gewonnen hatte. «Anfangs war das Tempo hoch. Nach Kilometer fünf ging nicht mehr viel. Die Zeit war mit 51 Minuten entsprechend», analysierte Lukas Staehli im Ziel selbstkritisch.

Silber und Bronze

Er hatte den GP Fricktal ohne Ambitionen auf eine Spitzenzeit als wettkampfmässiges Training bestritten. Umso erstaunlicher war seine Leistung. Obwohl der von Rapperswil über den Ricken nach Wattwil gezogene Leichtathlet seit Jahren schnell durch die Gegend rennt. 2010 scheint nun jedoch sein Jahr zu werden. In der bisherigen Saison sicherte er sich Bronze an der Cross Schweizer Meisterschaft und Silber über 10 km auf der Strasse.

Zudem führt der gelernte kaufmännische Angestellte nach dem Triumph beim Kerzerserlauf (bester Schweizer vor Viktor Röthlin) in der Gesamtwertung des Post Cups. Als Student bleibt ihm die Zeit, um nicht unbedingt mehr, aber geregelter auf hohem Niveau trainieren zu können. Die Auswirkungen sind deutlich erkennbar. «So stark wie im Moment war ich noch nie», so der Neu-Toggenburger nach dem ersten Freiluft-Monat.

Dass er durch den Wohnortswechsel nach Wattwil einen kürzeren Weg an seinen Arbeitsort hat, kommt ihm zusätzlich entgegen. Und in der Hauptstadt kann er teilweise mit Markus Hagmann trainieren. Was ihm entgegenkommt, weil ihm derzeit ein Coach fehlt. «Für mich ist Lukas zu schnell», fügt Lea Vetsch nach einigen Tagen im Tessin lächelnd an.

Fahrgemeinschaft

Zum GP Fricktal bildeten Vetsch und Staehli eine erfolgreiche Fahrgemeinschaft. Sie als Pilotin, er als Navigator. Vier Siege und zwei zweite Ränge im Gepäck waren mehr als das Duo erwarten durfte. Die einheimischen Journalisten und der Speaker hatten aufgrund der Läufe in den Vorjahren denn auch andere Teilnehmer zuoberst auf der Hitliste.

Für Verwirrung sorgte zudem, dass die Läuferin und der Läufer zusammen auftraten, obwohl sie für einen Bündner und er einen Zürcher Klub starten. Lea Vetsch klärte die Aargauer dann mit dem Hinweis, sie beide wohnten im «Similand», auf.

Sie reisen zusammen, wohnen praktisch nebeneinander, laufen beide enorm schnell, sind nahezu gleich alt, da sind Vermutungen fast logisch. «Ich kenne die Gerüchte», antwortete sie mit einem herzhaften Lachen auf die unvermeidliche Frage.

Doch weder sie noch er konnten die fast perfekte Regenbogen-Geschichte bestätigen. Nach dem jetzigen Stand der Dinge werden sie im Toggenburg an der Kreuzegg Classic in Bütschwil, die sich im übrigen organisatorisch nicht vor andern Anlässen verstecken muss, erstmals gemeinsam am Start stehen.

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