Aufklärung in der Causa Jugendraum

Die Art und Weise, wie der Gemeinderat von Mosnang auf die Mietverhältnisse Privater Einfluss genommen haben soll, stösst bei vielen auf Unverständnis. Auf Einladung der FDP Mosnang stellte sich Gemeinderat Renato Truniger den Fragen besorgter Bürgerinnen und Bürger.

Urs M. Hemm
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Im Kronensaal in Mosnang musste Renato Truniger die Haltung des Gemeinderates und der Jugendkommission gegen viel Widerstand rechtfertigen. (Bild: Urs M. Hemm)

Im Kronensaal in Mosnang musste Renato Truniger die Haltung des Gemeinderates und der Jugendkommission gegen viel Widerstand rechtfertigen. (Bild: Urs M. Hemm)

MOSNANG. Wie ist eigentlich die aktuelle Situation des Jugendraums Fabrik an diesem Standort und was genau ist dort vorgefallen? Hat der Gemeinderat von Mosnang die Verantwortlichen der Filtex AG unter Druck gesetzt, damit diese zwei anderen Mietparteien neben dem Jugendraum die Mietverhältnisse kündigt oder nicht mehr verlängert? War dieses Vorgehen gar rechtswidrig? Diesen und anderen Fragen hatte sich Renato Truniger, Gemeinderat von Mosnang und Präsident der Jugendraumkommission, an einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zum Jugendraum Fabrik zu stellen. Der Einladung der FDP Mosnang folgten rund 20 Bürgerinnen und Bürger sowie direkt betroffene Jugendliche am Freitagabend im Kronensaal. (siehe Kasten)

Unlautere Mittel?

Die Vorwürfe an die Verantwortlichen der Gemeinde wiegen teils schwer. So bezeichnete ein Votant das Vorgehen der Gemeinde im Zusammenhang mit der Kündigung, respektive des nicht mehr Verlängerns zweier Mietverhältnisse für Räume unmittelbar neben dem Jugendraum als Nötigung oder gar Erpressung der Filtex durch die Gemeinde. «Keineswegs», konterte Renato Truniger. «Der Gemeinderat sagte lediglich, dass es angesichts der aktuellen – aus unserer Sicht unhaltbaren Situation – nur zwei Möglichkeiten gebe, entweder sie oder wir. Und die Verantwortlichen der Filtex haben sich für den Jugendraum der Gemeinde entschieden.» Wäre die Entscheidung anders herausgekommen, dann hätten wir uns nach anderen Räumlichkeiten umsehen müssen. Den Einwand, dass die Verantwortlichen der Filtex «wegen ihrer Abhängigkeit von der Gemeinde» gar nicht anders hätten entscheiden können, kommentierte Truniger nicht. «Erstens besteht keinerlei Abhängigkeit und zweitens ist niemand von der Filtex AG anwesend, um dazu Stellung nehmen zu können.»

Die Kritik, dass die Gemeinde die Bevölkerung über diese Vorgänge und über den Umstand, dass die Gemeinde die beiden anderen Räume nun auch miete, nicht informiert habe – immerhin würden die Bürger mit ihren Steuergeldern diese Räume finanzieren – nahm Truniger zur Kenntnis. Gleichzeitig verwies er jedoch auf die Kompetenzen des Gemeinderates bei Finanzentscheiden, welche bis zu einer gewissen Höhe nicht durch eine Bürgerversammlung genehmigt werden müssen, sowie auf die Berichterstattung in der Presse. «Darüber hinaus waren alle betroffenen Parteien stets vollumfänglich über jeden einzelnen Schritt informiert», hielt Renato Truniger fest.

Jugend ausleben können

Die Ursachen für Lärmbelästigung, Sachbeschädigungen und Littering sehen viele Diskussionsteilnehmer im Alkohol, weshalb die Frage aufkam, warum im Jugendraum nach wie vor alkoholische Getränke ausgeschenkt würden. Renato Truniger versicherte, dass diese Frage bereits ausgiebig diskutiert worden sei, von den Jugendlichen, denen vom Gesetz her der Konsum von Alkohol erlaubt ist, aber klar das Signal kam, dass sie bei einem allfälligen Verbot nicht mehr in den Jugendraum kommen würden. «Es ist nun einmal so, dass im Jugendraum einerseits Schüler verkehren, andererseits besuche den Raum auch Jugendliche, die gerne mal etwas trinken», sagte Truniger. Dadurch jedoch, dass er auch nachts regelmässig den Jugendraum aufsuche, geschehe der Konsum unter einer gewissen Aufsicht, so dass es nicht in einem unkontrollierten Gelage ausarten könne. Zudem könne er bei diesen Besuchen auch die Einhaltung der Öffnungszeiten sicherstellen. Was aber die Jugendlichen in den zwei anderen Räumen angehe, habe er keine Kontrolle gehabt. «Ich habe mit ihnen mehrfach das Gespräch gesucht, bin aber immer wieder auf taube Ohren gestossen bis ich ihnen gesagt habe, dass ihr Verhalten Konsequenzen haben könnte», erläuterte er.

Die Bürgerinnen und Bürger haben an diesem Abend wohl Antworten auf einige brennende Fragen bekommen, an der Situation selbst wird sich jedoch nichts ändern. Die Jugendlichen aber, die ab Ende März ohne Raum dastehen, sind auf der Suche nach einer neuen Unterkunft. Denn in einer Sache war man sich einig: Es braucht in Mosnang auch für Jugendliche, die sich nicht immer an Regeln halten wollen, die Möglichkeit, dass ihr Jungsein ausleben können. Nur eben nicht in direkter Nachbarschaft zu Wohngebieten oder dem Jugendraum.