Hoffen auf Schnee: Noch laufen die kleinen Skilifte im Toggenburg

Die unsicheren Schneeverhältnisse sind eine Herausforderung für kleine und mittelgrosse Skilifte im Toggenburg. Um keine roten Zahlen zu schreiben, sind viele Liftbetreiber auf Sponsoren und Freiwilligenarbeit angewiesen.

Olivia Hug
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Toggenburg. «Der Skilift ist ein Hobby von meiner Frau und mir», sagt Hans Brunner, Betriebsleiter des Skilifts Hörnli Schönengrund, «da schaut nichts heraus.» Der Finanzhaushalt der Anlage reiche für die Löhne der vier Mitarbeitenden am Lift und im Restaurant, Reserven hat man keine. Für grössere Auslagen sind Edith und Hans Brunner auf Unterstützung angewiesen – «oder das Privatkässeli», so Hans Brunner. Vor zwei Jahren steuerten die Gemeinden Hemberg, St. Peterzell und Schönengrund einen Betrag an die Erneuerung des Förderseils bei.

Genau diese Ausgaben stehen der Skilift Hemberg AG noch bevor. Das Seil und das Getriebe der grossen Anlage sind mittlerweile 40 Jahre alt. Die nächsten zwei Jahre werde es noch erhalten bleiben, bestätigt Verwaltungsratspräsident Stefan Würms. «Es liegt jetzt allerdings an den Räten, sinnvolle Ideen zu suchen, wie die Erneuerung finanziert werden soll.» Zwar verfügt die Skilift Hemberg AG über kleinere Reserven, welche man aber für die Deckung laufender Kosten benutzen will.

Eine Erhöhung des Aktienkapitals steht ausser Frage, denn erst vor einem Jahr hatten die Aktionäre eine Erhöhung von 200 000 Franken gutgeheissen, um die Renovation des Restaurants Skihus zu verwirklichen. Die Zahlungsbereitschaft der Aktionäre habe gezeigt, dass man hinter dem Skilift Hemberg stehe, sagt Betriebsleiter Markus Frei.

Der Sache zuliebe

Das Herzblut der Krinauerinnen und Krinauer für ihren Lift hatte sich vor knapp 15 Jahren gezeigt, als der Dorflift mit der Unterstützung freiwilliger Helfer modernisiert wurde. Auch heute arbeiten die Mitglieder des Verkehrsvereins (Besitzer des Skilifts) und des Skiclubs unentgeltlich am Lift. «Die Leute machen dies der Sache zuliebe», sagt Gemeindepräsidentin Madlen Früh, «bis jetzt konnte noch immer mühelos jemand aufgeboten werden.» Bei Betriebszeiten an drei Nachmittagen in der Woche fallen pro Saison zwei bis drei Einsätze pro Person an.

Der Dorflift wird auch ausserhalb dieser Zeiten betrieben, sofern angemeldete Gruppen einhundert Franken bezahlen. Momentan müssen sich die Einheimischen keine Sorge um ihren Lift machen, bis jetzt habe seine Finanzierung noch immer geklappt, so die Gemeindepräsidentin.

Sportferien sind wichtig

Freiwilligenarbeit leisten auch die Aktionäre der Skilift Oberhelfenschwil AG.

Während unter der Woche die Mitarbeitenden den Lift in Betrieb nehmen, kümmern sich die Aktionäre am Wochenende unentgeltlich darum. So könne wirkungsvoll bei den Ausgaben gespart werden, erklärt Verwaltungsratspräsident Jakob Looser. Überdies präpariert die Skilift AG ihre Pisten nicht mit einem teuren Pistenbully, sondern mit einer knapp zwei Meter langen Walze, die von Hand über den Schnee gezogen wird.

Auf finanziell sicheren Füssen stehe der Ebnat-Kappler Skilift Tanzboden, erzählt Karl Wälle, Betreiber des Lifts und Alleinaktionär. Man sei weder auf Sponsoren noch auf öffentliche Gelder angewiesen, denn der Lift generiert genügend Umsatz – auch ausserhalb der Sportferien. Für kleine Skiorte, wie den Skilift Hörnli in Schönengrund, sind diese von grosser Wichtigkeit.

«Optimal für uns wären 20 bis 30 Betriebstage», so Hans Brunner, «doch wenn darunter keine Wochenenden oder die Sportferien fallen, nützen auch die 30 Tage nichts.» Zudem kämen nach den Sportferien kaum mehr Gäste zum Skifahren. Anders am Skilift Hemberg, wo die Saison etwas länger dauert. Letztes Jahr konnten am Tellerlift über 70 Betriebstage gezählt werden.

«Der kleine Lift ist unsere sichere Einnahmequelle, wohingegen der grosse unser stetes Sorgenkind ist», so Verwaltungsratspräsident Stefan Würms. Vergangene Saison war dieser nur an 25 Tagen in Betrieb.

Aktionäre vom Skiclub

Auf rund einhundert Betriebstage zu kommen, ist das Optimum der Sportbahnen Wolzenalp AG. Sie generiert gut 80 Prozent ihres Umsatzes im Winter.

Mit einer Sesselbahn, zwei Skiliften und einem Kinderlift gehören die Sportbahnen zwar nicht mehr zu den kleinen Skigebieten der Region, doch auch sie müssen sich gegen die Konkurrenz im obersten Toggenburg behaupten. Dass die Sesselbahn unterdessen in die Jahre gekommen ist, sei nicht als Nachteil zu werten. «Für unsere Preisklasse sind solche Anlagen üblich.» Zudem ist eine Modernisierung aus Gründen des Naturschutzes im umliegenden Gebiet nicht möglich.

Einen Teil der Aktionäre der Sportbahnen Wolzenalp AG stellen Mitglieder verschiedener Skiclubs, deren Skihütten auf dem Gebiet der Bahnen stehen. Durch die Anwerbung neuer Mitglieder ist Nachwuchs auf der Piste teilweise gewährleistet. Dass ein Skiclub jedoch nicht in allen Fällen die Existenz eines Skiliftes sichert, hatte das Beispiel Skilift Rietbad AG gezeigt.

Der Ennetbühler Lift steht heuer in der vierten Saison still, nachdem das Geld für Umbau der Baracke und Erneuerung des kleinen Lifts nicht aufgebracht werden konnte.