Primarschüler weihen Waldplatz ein

Die Katholische Kirchgemeinde St. Peterzell ermöglichte der Primarschule St. Peterzell und dem Verein Tonaki (Verein Toggenburger Naturkinder) das Errichten eines Waldplatzes mit Feuerstelle und Waldsofa mit Reflektor.

Susanne Weidele
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Erforschen, ausprobieren, zuhören und nachfragen – das alles gehörte zum Einweihungsfest des Waldplatzes in St. Peterzell. (Bild: pd)

Erforschen, ausprobieren, zuhören und nachfragen – das alles gehörte zum Einweihungsfest des Waldplatzes in St. Peterzell. (Bild: pd)

Die Katholische Kirchgemeinde St. Peterzell ermöglichte der Primarschule St. Peterzell und dem Verein Tonaki (Verein Toggenburger Naturkinder) das Errichten eines Waldplatzes mit Feuerstelle und Waldsofa mit Reflektor.

Mit den Kindern aller Stufen und mit Hilfe von Eltern konnte im August 2014 mit der Erstellung des Waldplatzes in St. Peterzell begonnen werden. Pünktlich zum ersten Schneefall im Winter war der geschützte Platz bereit. Vor kurzem stand schliesslich das Einweihungsfest auf dem Programm.

Das Einweihungsfest des Waldplatzes der Primarschule St. Peterzell startete am Samstag, 6. Juni, um 5.30 Uhr. Trotz früher Stunde war es bei sommerlichen Temperaturen doch schon etwas zu spät, um Wild zu beobachten. Schlaf- und Fressplätze, Tierbauten, Wildwechsel, Losungen und Fegestellen an Bäumen und Sträuchern zeigen uns jedoch trotzdem Spuren, wo sich welche Tiere aufhalten. Genaues Beobachten machte es den Kindern und Eltern möglich, unter Anleitung der Jäger Arthur Büchler, Manfred Preisig und Walter Anderegg dem Leben des heimischen Wildes auf die Spur zu kommen. Junge Füchse beim Verlassen ihres Baus zu beobachten, durch das Fernglas das Geweih eines Rehbocks genauer beobachten zu können und auf einem Wildwechsel die noch frische Spur zu sehen, dies spornt die Kinder an, sich noch aufmerksamer im Wald zu bewegen.

Ein Feuer zum Grillieren, Popcorn machen und gemütlich beisammen sitzen, dies erwartete die inzwischen hungrigen Kinder. Auf der Forscherbank lag bereit, was die Kinder brauchen, um auch die kleineren Lebewesen und Pflanzen im Wald zu beobachten und zu bestimmen. Ist die vor zwei Tagen entdeckte Erdkröte auch heute wieder am selben Ort anzutreffen? Die Steinpickerschnecken, die sich nach Regen so leicht an Buchen finden lassen, haben sich unauffindbar zurückgezogen. Dafür lässt sich trockene Erde gut sieben und zu Erdfarbe verarbeiten, mit denen Bilder gemalt und Gesichter bemalt werden.

«Mit offenen Augen durch den Wald» gingen die Kinder und Eltern um 9 Uhr mit Pavel Beco. Alles, was wir essen, kommt von grünen Pflanzen, erzählte er. Die Kinder wurden aufgefordert zu überlegen, ob das stimmt. Als Beispiel aus dem Wald liess er die Kinder die Ährige Teufelskralle und den Sauerklee essen. «Suche eine Fichte, die so alt ist wie du», Pavel Beco zeigte den Kindern, wie die Astkränze zu zählen sind. Mit 6 Jahren sind die Kinder noch ein gutes Stück grösser als ihr gleich alter Nadelbaum, aber bereits mit 13 Jahren ist die Fichte um Längen voraus. Akelei und Knabenkraut, Schlangenknöterich, Farne, Fressspuren von Vögeln, Mäusen und Eichhörnchen, alles wird unter die Lupe genommen. Gemächlich schritt die Gruppe von etwa 30 Kindern im Wald umher, sass da und dort, untersuchte, hörte zu und fragte interessiert nach.

Das Einweihungsfest des Waldplatzes hat uns dank unserer Gäste gezeigt, dass hier vieles zu entdecken und beobachten ist. Es ist ein Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere und der für Kinder vielleicht interessanteste und vielfältigste ausserschulische Lernraum.