Für alles ein heilendes Pflänzchen

Erika Nef aus Ebnat-Kappel pflegt und hegt schon seit vielen Jahren ihren eigenen Kräutergarten. Als Hausfrau hat sie Zeit, sich mit der Kräuterkunde auseinanderzusetzen. Sie verkauft inzwischen schon ihre selbsthergestellten Produkte.

Miranda Diggelmann
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Erika Nef-Inauen Hausfrau und Mutter aus Ebnat-Kappel

Erika Nef-Inauen Hausfrau und Mutter aus Ebnat-Kappel

EBNAT-KAPPEL. Die Leidenschaft für Kräuter sei ihr in die Wiege gelegt worden, erzählt die 32jährige Erika Nef-Inauen. Die Hausfrau und Mutter von vier Kindern ist im Appenzellerland aufgewachsen, wo ihre Mutter schon früh damit begonnen hat, ihr die Kräuterkunde beizubringen. Das Wissen über Kräuter ist seit Generationen in der Familie verankert und wird immer weitergegeben. Erika Nef hat sich dieses Wissen ebenfalls angeeignet und über die Jahre selbst noch vergrössert und vertieft. Heute macht sie sich diese Gabe zunutze und erzeugt etliche Heilsalben, Balsame, Öle, Tinkturen und sogar Köstlichkeiten für die Küche.

Angefangen im eigenen Garten

Erika Nef sagt, dass sie wohl nie die Möglichkeit dazu gehabt hätte, sich in die Kräuterkunde zu vertiefen, wenn sie keinen eigenen Garten und genügend Zeit dafür hätte. Sie hat jedoch das Glück, dass ihr Ehemann Steve Nef arbeiten geht, so dass sie sich zu Hause um Kinder und Kräuter kümmern kann. Diese Möglichkeit sieht sie als ein grosses Privileg an, von welchem viele Frauen in ihrem Alter nur träumen könnten.

Die Idee des Verkaufs

Am Anfang hat die gelernte Servicefachfrau die aus Kräutern gewonnenen Produkte nur für den Eigengebrauch hergestellt. Ihr ist aber aufgefallen, dass es in der heutigen Gesellschaft wieder eine ansteigende Nachfrage nach natürlichen Produkten gibt. So kam Nef die Idee, einige ihrer Produkte zu verkaufen. Als Verkaufsweg hat sie einerseits einen kleinen Stand für Passanten im Garten, andererseits auch eine Website errichtet, über welche die Kunden auf simplem Weg Produkte bestellen und sich zusenden lassen können. Im November veranstaltet Nef zusammen mit drei bis vier anderen Frauen ausserdem jeweils drei Tage lang eine Ausstellung bei sich zu Hause, bei der übers Jahr gesehen die meisten Produkte verkauft werden. Die Website hat die gebürtige Appenzellerin selbst erstellt. «Beim Formulieren hat mir jedoch mein Mann geholfen, der kann das besser als ich», erklärt Nef lachend.

Breitgefächertes Angebot

Nebst allerhand Kräuterprodukten bietet Nef ausserdem auch Kurse an, in welchen die Interessenten selbst lernen, Salben, Öle und Tinkturen aus Kräutern herzustellen. In naher Zukunft will Nef sogar Kurse für Kinder anbieten. «Meinen eigenen Kindern macht es unheimlich viel Spass, mir beim Herstellen meiner Produkte zu helfen, also überlegte ich mir, auch einen Kurs für Kinder anzubieten», sagt Nef. Die Kurs-Räumlichkeiten seien zwar noch im Umbau, sollten aber bald soweit sein, dass man sie in Gebrauch nehmen könne. Die junge Mutter hat aber noch ein weiteres Ass im Ärmel: Nebst den Produkten und Kursen bietet sie auch Meditationsstunden und autogenes Training an. Die Kunst der Meditation hat die 32-Jährige im Sarganserland gelernt, wo sie vorerst selbst Meditationsstunden genommen hatte. Ihre Trainerin habe sie dann in die Meditation eingeführt, so dass sie heute selbst unterrichten kann. Für dieses weitere Angebot hat Nef einen Raum in ihrem Haus eingerichtet. Jeden letzten Dienstag im Monat finden Gruppenstunden statt. Für Einzelsitzungen können Termine auf Nachfrage vereinbart werden.

Viele Zukunftspläne

Auch wenn das Angebot riesig ist, steht Erika Nef noch lange nicht am Ende ihrer Ideen. Für die Zukunft hat sie schon viele neue Produkte geplant. Momentan arbeitet sie am Rezept für einen Heusirup. «Er ist schon ganz gut, aber noch nicht dort, wo ich ihn haben will», sagt Nef über den neuen Sirup. Auch Harzsalbe wolle sie wieder in ihr Sortiment aufnehmen. Diese wirke gut gegen tiefe Wunden und sei ideal für Leute, die im Bereich des Handwerks arbeiten. Erika Nef ist es wichtig, dass ihre Produkte keine 08/15-Sachen sind. Ihr Ziel ist es, mit ihrem Angebot Aufsehen zu erregen und die Kundschaft neugierig zu machen. Eines ihrer Highlight-Produkte ist die «Milchgonfi». Leute kämen mittlerweile von weit her, um diese zu ergattern. Auch der Heulikör, den sie vor einigen Jahren in ihr Angebot aufgenommen hat, habe besonders Anklang gefunden. Kurz nachdem sie angefangen hatte, den Heulikör zu verkaufen, sei ihr aufgefallen, dass auch andere Landleute wieder Heulikör im Angebot hätten. «Für mich persönlich ist das ein sehr grosses Kompliment», sagt Nef. In alle ihre Produkte steckt Nef viel Zeit und Herzblut. Vom Pflanzen der Kräuter übers Ernten und Verarbeiten bis hin zur richtigen Rezeptur sei es ein langer Prozess. So freut es die Hausfrau umso mehr, wenn die Produkte anschliessend gut bei den Kunden ankommen.

Natur- und Familienmensch

Auf die Frage, was Erika Nef glücklich mache, antwortet sie mit voller Gewissheit, dass ihr die Familie das Liebste auf Erden sei. Auch der Garten und der Wald hätten auf sie eine ausgleichende und erheiternde Wirkung.

In Erika Nefs Garten steht ein kleiner Stand voll von ihren Wundermitteln und Delikatessen. (Bilder: Miranda Diggelmann)

In Erika Nefs Garten steht ein kleiner Stand voll von ihren Wundermitteln und Delikatessen. (Bilder: Miranda Diggelmann)

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