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Bluttat auf offener Strasse in St.Gallen: Wegen Mordes an Cousin vor Gericht

Vor rund zwei Jahren hat ein Witwer in St.Gallen seinen Cousin erschossen. Er vermutete, dieser habe mit seiner verstorbenen Frau ein Verhältnis gehabt. Nun kommt der Fall vor Gericht.
Claudia Schmid
Tötungsdelikt in St.Gallen: Ein Kosovar wurde in den frühen Morgenstunden auf offener Strasse erschossen (Urs Bucher)

Tötungsdelikt in St.Gallen: Ein Kosovar wurde in den frühen Morgenstunden auf offener Strasse erschossen (Urs Bucher)

Die Tat geschah am 12. Mai 2016 frühmorgens um 5 Uhr. Laut Anklageschrift hatte der 61-jährige Beschuldigte an seinem Wohnort in Sirnach eine geladene Pistole eingesteckt. Die Waffe soll er 2012 nach den Sommerferien illegal von seinem Heimatland Kosovo in die Schweiz mitgenommen haben. Mit seinem Auto fuhr er nach St.Gallen, um seinen Cousin auf dem Weg zur Arbeit abzupassen.

«Gemäss objektiv nicht bestätigter Überzeugung des Beschuldigten soll dieser ein sexuelles Verhältnis mit der im Juli 2015 verstorbenen Ehefrau gehabt haben», schreibt die Staatsanwaltschaft.

Mit Wollmütze und Regenschirm

Den Kopf mit einer Wollmütze bedeckt und unter dem linken Arm einen Regenschirm haltend sei der Mann zunächst in der Webergasse in einen Innenhof gegangen, um die Wohnung des Cousins beobachten zu können. Als der ahnungslose Mann kurze Zeit später aus der Haustüre trat, rannte der Beschuldigte von hinten auf ihn zu. Er richtete die schussbereite Pistole auf ihn und drückte aus nächster Nähe ab. Aufgrund einer Ladehemmung löste sich jedoch kein Schuss aus der Waffe.

Wie der Tathergang weiter geschildert wird, trat der Beschuldigte einige Schritte zurück und machte eine Ladebewegung. Dadurch wurde die zuvor nicht gezündete Patrone ausgeworfen und fiel zu Boden. Erneut ging er auf seinen Cousin zu und drückte ein zweites Mal aus nächster Nähe ab. Dieses Mal löste sich der Schuss und das Projektil drang in den Kopf des Opfers ein. Der Mann sackte zu Boden und starb.

Der Beschuldigte rannte davon, stieg am Marktplatz in ein Taxi und liess sich nach Gossau chauffieren. Dort hob er 50 Franken von einem Bancomaten ab, um die Taxifahrt zu bezahlen. Anschliessend fuhr er mit dem Zug nach Wil, wo er die Schusswaffe samt Magazin in einem Gebüsch versteckte. Am 9. Juni 2016 kam der Beschuldigte in Untersuchungshaft. Seit diesem Zeitpunkt sitzt er im Gefängnis. Mitte November 2016 wurde er in den vorzeitigen Strafvollzug versetzt.

Gerichtsverhandlung Anfang Juli

Nun muss sich der Mann am 3. Juli 2018 für die ihm vorgeworfenen Taten vor Gericht verantworten. Zuständig ist das Kreisgericht St.Gallen, wobei die Gerichtsverhandlung im grossen Saal des Kantonsgerichts stattfinden wird. Die Staatsanwaltschaft beantragt, der Beschuldigte sei wegen Mordes und mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz schuldig zu sprechen. Sie sieht eine Freiheitsstrafe von 18 Jahren und eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 30 Franken als angemessene Sanktion. Der Mann habe besonders skrupellos und verwerflich gehandelt, betont die Staatsanwaltschaft.

Die bisherigen Kosten des Verfahrens belaufen sich auf rund 70'000 Franken. Diese sollen dem Beschuldigten überbunden werden.

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