Party in der Schwarzbrennerei: Die neue Tingel-Tangel-Saison im Walter-Zoo beginnt

Das Tingel-Tangel-Varieté widmet sich dem Chicago in den 1920er-Jahren. Auch ein Huhn hat einen Auftritt.

Fynn Wohlgensinger
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Die Künstlerinnen und Künstler führen in dieser Saison 50 Vorstellungen auf.Bild: Urs Bucher (8. November 2019)

Die Künstlerinnen und Künstler führen in dieser Saison 50 Vorstellungen auf.Bild: Urs Bucher (8. November 2019)

Am Freitag ist es wieder so weit. Dann beginnt die neue Saison des Tingel-Tangel-Varietés im Gossauer Walter-Zoo. Dieses Jahr lautet das Thema «Chicago der 20er-Jahre». Bereits zum 17. Mal begrüssen die künstlerische Direktorin Gabi Federer und ihre Artisten die Gäste zu Show, Apéro und Viergänger.

2003 fand das Tingel-Tangel zum ersten Mal statt. In der Wintersaison verzeichnet der Walter-Zoo in der Regel weniger Gäste. Die ursprüngliche Idee war es, mit dem Tingel-Tangel diese besucherschwächere Zeit zu überbrücken. Mittlerweile ist das Varieté so beliebt, dass es zu einem festen Bestandteil des Zoojahres und für viele Besucher sogar zum Höhepunkt der Saison geworden ist. 50 Vorführungen wird es dieses Jahr geben, so viele wie noch nie. Über 5000 Gäste erwartet Gabi Federer zu Show und Abendessen.

Die Gäste sind den Artisten nahe

Die Wintersaison des Zoos mit einer Varieté-Show zu ergänzen, kommt nicht von ungefähr. Gabi Federer entstammt einer waschechten Zirkusfamilie. «Mein Vater war Hochseilartist in Wien», sagt sie. «Der Zirkus war als Kind meine Welt und daher kommt wohl meine Leidenschaft für die Bühne und Artisten», so Federer.

Bereits im Januar starten jeweils die Vorbereitungen für das Tingel-Tangel im Herbst. Als Erstes müssten sie das Thema festlegen und so schnell wie möglich die passenden Künstler finden, erklären Gabi Federer und ihre Tochter Jeannine. Die Suche nach Requisiten, Deko oder Kostümen findet fast das ganze Jahr statt. Vieles wird in der eigenen Werkstatt hergestellt. Ende Oktober schliesst das Zoo-Restaurant für Besucher und der Aufbau der Dekoration und Bühne beginnt.

Die beschränkten Platzverhältnisse sind eine grosse Herausforderung. Die Federers haben es aber geschafft, aus dieser vermeintlichen Schwäche eine Stärke zu machen. «Die Gäste sind den Artisten sehr nah. Sie spüren die Künstler richtiggehend und werden zum wichtigen Bestandteil des Programms und des Ensembles», sagt Gabi Federer. Trotz der kleinen Bühne ist das Tingel-Tangel aber mitnichten eine Amateurveranstaltung. Alle Künstler sind Vollprofis und auch die Licht-, Ton- und Bühnentechnik entspricht professionellen Standards.

Besonderes Huhn und Party in Schwarzbrennerei

«Sinnlich und verrucht, lustvoll, rasant und verrückt», so wird das Chicago der 1920er-Jahre im Programm des Tingel-Tangel beschrieben. Und genau das erwarte die Besucher auch bei den diesjährigen Vorführungen. Rasante Tänze und Akrobatik, verrückte Comedy, aber auch eine Prise sinnliche und verruchte Erotik fehlten beim Thema 1920er-Jahre nicht. Und bei einer Vorstellung im Walter-Zoo sind Tiere natürlich nicht ganz wegzudenken. Mit Miss Lola hat ein ganz besonderes Huhn Platz in der Show gefunden.

Schon beim Apéro werden die Besucher in das Chicago der 1920er-Jahre entführt. Es findet im Nachbau einer Schwarzbrennerei statt. Ein Ort, wo zu Zeiten der Prohibition die berüchtigten und illegalen Partys der Zwanziger stattfanden. Die Liebe zum Detail der Federers zeigt sich hier exemplarisch. «Für die Deko haben wir Elemente aus einer echten Destillerie aufgetrieben und wieder aufgebaut», sagt Gabi Federer. Natürlich wurde auch das Dinner-Menu auf das Thema abgestimmt. Gabi Federer erläutert: «Unsere Köche haben lange recherchiert, was zu dieser Zeit in Chicago auf den Teller kam.» So wird etwa eine South-Carolina-Maisschaumsuppe mit Mais-Peperoncino-Muffins oder Al Capones scharfe Deep-Dish-Mini-Pizza serviert.

Da in den vergangenen Jahren alle Vorführungen des Tingel-Tangels relativ früh ausverkauft waren, wurde die Saison 2019/2020 um eine Woche verlängert. Die Vorführungen finden ab diesem Freitag bis zum 26. Januar jeweils von Mittwoch bis Sonntag ab 19 Uhr statt.