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Gossau: Tierli Walters Lieblinge sind zurück

Nach elf Jahren sind im Walter-Zoo in Gossau wieder Löwen eingezogen. Zur Eröffnung des neuen Geheges kamen die Besucher in Scharen. Für die Zoofamilie war es ein besonders emotionaler Moment.
Corinne Allenspach
Die Löwenanlage im Walterzoo ist eröffnet: Das Männchen Atlas war der Star. (Bild: Michel Canonica)

Die Löwenanlage im Walterzoo ist eröffnet: Das Männchen Atlas war der Star. (Bild: Michel Canonica)

Es zeigt sich am Samstag schon bei der Ankunft: Hier ist etwas Besonderes los. Für einen freien Parkplatz muss man bereits um 10 Uhr vormittags bis zur Kaserne Neuchlen fahren. In Scharen strömen Kinder und Erwachsene in den Walter-Zoo – voller Vorfreude darauf, nach elf Jahren erstmals wieder Löwen in Gossau bestaunen zu können. Und beim Anblick des majestätischen Berberlöwen-Männchens Atlas, dessen dunkle Mähne nicht nur den Kopf umrahmt, sondern sich bis über den Bauch zu den Hinterbeinen erstreckt, sind sich alle einig: «Wow, ist das ein schönes Tier!»

Es war ein jahrelanger und zuweilen steiniger Weg, vom Planungsstart der neuen Löwenanlage bis zur Eröffnung. Umso grösser ist die Freude bei Zoodirektorin Karin Federer und dem ganzen Zooteam. «Freude herrscht», steht auf einigen der rund 1300 von Privaten und Firmen gespendeten Steinen, die den Weg zur Anlage säumen. «Und Freude herrscht tatsächlich», sagt Karin Federer. Denn der Löwe sei nicht irgendein Tier, sondern das erste Tier, «das mein Opi damals zu den Schultierschauen mitnahm». Überhaupt soll mit der neuen Anlage der Gedanke von Zoogründer Walter Pischl, besser bekannt als Tierli Walter, weitergelebt werden. Er wusste schon bei der Gründung 1961, dass Zoos einen wichtigen Bildungsauftrag haben.

Aug in Aug mit einem Berberlöwen, nur durch eine dicke Glasscheibe voneinander getrennt. Das Guckloch im Walter-Zoo, extra für kleine Zoobesucher eingerichtet, war am Eröffnungswochenende einer der Höhepunkte.
Zum Streicheln und mit nach Hause nehmen: Ein Stand lockte mit Löwensouvenirs aller Art.
Keiner zu klein, ein Löwe zu sein.
Das Buch „Als Löwe fliegen konnte“ mit Tiermärchen aus Afrika durften Familien als Geschenk mitnehmen.
Wie fühlt sich ein Löwenfell an? Und wie sieht ein Schädel aus? Dies und mehr erfuhren Gross und Klein von einer Tierpflegerin.
„Häsch din Stei scho gfunde?“ Dies war am Samstag eine häufig gestellte Frage. Um die rund 2,5 Millionen Franken teure Löwenanlage zu finanzieren, startete der Walter-Zoo eine Steinaktion. Interessierte konnten einen Stein kaufen, der dann je nach Wunsch mit Name, Firmenlogo oder einem Zitat graviert wurde. Es wurden knapp 1300 Steine verkauft. So kamen über 400 000 Franken zusammen.
Die Zooschule ist quasi das Herzstück der neuen Löwenanlage und eine Hommage an Zoogründer Walter Pischl, besser bekannt als Tierli Walter.
Aussehen wie ein Löwe: In der Zooschule durften Kinder eine Löwenmaske basteln.
Das Aussengehege der neuen Löwenanlage ist einer steinigen, kargen Berglandschaft nachempfunden, da die Berberlöwen ursprünglich aus Nordafrika stammen (Atlasgebirge). In freier Wildbahn sind die Tiere seit circa 1940 ausgestorben. Weniger als 30 Zoos weltweit halten heute noch Berberlöwen. Der dreieinhalbjährige Atlas kam aus dem Zoo in Paris nach Gossau.
Nur selten kommt man einer Löwentatze so nah.
Löwenspuren auf dem Erlebnispfad entlang des neuen Aussengeheges. Für Kinder gibt es dort einiges zu entdecken.
Eines der meist fotografierten Sujets: Ein Foto vor dem Stein mit dem eigenen eingravierten Namen.
Spannend und gfürchig zugleich: Nicht jedes Kind mochte die Schädel anfassen. Einige bestaunten sie lieber aus sicherer Entfernung.
Für die Kinder gab es an jeder Ecke etwas zu entdecken und auszuprobieren.
Die Forscherecke in der Zooschule ist eingerichtet wie das frühere Büro des Zoogründers Tierli Walter. Unter einem Binokular können beispielsweise verschiedene Tiere inspiziert werden, im grossen Terrarium auf dem Tisch krabbeln zahlreiche Speckkäfer. Sie gelten als typische Tiere für Forscher, da sie Schädel kahlfressen.
Eine Postkarte aus dem Zoo: Das schrieben am Wochenende viele kleine, aber auch grosse Besucher.
Der dreieinhalbjährige Atlas ist ein Prachtexemplar. Auffallend bei den Berberlöwen ist die dunkle Mähne, die nicht nur den Kopf einrahmt, sondern sich über den Bauch bis zu den Hinterbeinen erstreckt. Mit einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm sind Berberlöwen die zweitgrössten Raubkatzen der Welt nach dem Amurtiger.
Berberlöwen sind in freier Wildbahn seit rund 80 Jahren ausgestorben. Weltweit leben die Tiere nur noch in knapp 30 Zoos. Einer davon ist der Walter-Zoo. Nebst Löwenmännchen Atlas sind auch die Schwestern Lin und Jumina eingezogen. Noch leben Atlas und die Weibchen getrennt voneinander.
Auch ein schöner Rücken kann entzücken.
19 Bilder

Die Löwenanlage im Walterzoo ist eröffnet

Speckkäfer, Stabschrecken und Achatschnecken

Diesem wird mit der neuen Zooschule Rechnung getragen. Sie ist nicht nur für Karin Federer «ein grosses Highlight», denn sie wird auch von den vielen Kindern sofort in Beschlag genommen. Kein Wunder, können doch die vier Hauptaufgaben eines Zoos – Forschung, Bildung, Erholung und Naturschutz – hautnah erlebt werden. In der Forscherecke, die das frühere Büro des Tierli Walter symbolisiert, können beispielsweise mit einem Binokular tote Tiere inspiziert werden. Andernorts krabbelt es kräftig, etwa im Terrarium der Speckkäfer. Letztere sind gemäss Zoopädagogin Leandra Pörtner typische Tiere für Forscher, da sie Tierschädel abfressen. Beliebt sind auch das Basteln einer Löwenmaske und die Naturschutzecke zum Thema Abfall und Recycling. Und überall trifft man auf lebende Tiere: Achatschnecken, Riesentausendfüssler, Stabschrecken oder Bartagamen. «Alles Tiere, die wir bei Führungen rausnehmen und zeigen können», sagt Leandra Pörtner. Die Zooschule ist öffentlich zugänglich, kann aber auch von Klassen reserviert werden. Den interaktiv gestalteten Unterricht übernimmt eine Zoopädagogin.

Löwenmännchen Atlas lässt sich derweil vom kühlen, windigen Wetter am Samstag nicht beirren. Berberlöwen stammen aus Nordafrika und sind Kälte inklusive Schnee gewohnt. In freier Wildbahn sind die Tiere längst ausgerottet, heute findet man sie nur noch in knapp 30 Zoos weltweit. Der letzte wild lebende Berberlöwe wurde gemäss Wikipedia 1920 im marokkanischen Teil des Atlasgebirges erlegt. Die neue Aussenanlage im Walter-Zoo ist daher einer steinigen, kargen Berglandschaft nachempfunden. Sie umfasst gut 1600 Quadratmeter und ist damit fünfmal grösser als die frühere Anlage. Gekostet hat sie 2,5 Millionen Franken, zusammen mit Savannenhaus und Umgebung 4,7 Millionen.

In der Zooschule gibt es allerhand zu erfahren. (Bild: Michel Canonica)

In der Zooschule gibt es allerhand zu erfahren. (Bild: Michel Canonica)

Löwenmännchen braucht noch etwas Geduld

Nebst dem dreieinhalbjährigen Atlas sind auch die knapp eineinhalbjährigen Schwestern Lin und Jumina eingezogen. Noch leben sie getrennt von Atlas. Er finde die Weibchen zwar schon «sehr spannend», verrät eine Tierpflegerin. Die Weibchen allerdings halten noch Abstand, wenn er sich nähert. Darum wolle man nichts forcieren. Nicht, dass es den Löwenweibchen ergeht wie Tigerdame Julinka. Sie musste sich mit einem Prankenhieb wehren, weil Viktor beim ersten Treffen so stürmisch war.

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