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Tierheimleiter: «Man sollte einen Hund nicht wegen des Jöh-Effekts mitnehmen»

Wer einen Strassenhund in die Schweiz schmuggelt, riskiere eine böse Überraschung, sagt Heinz Staub vom Tierheim Sitterhöfli in Engelburg.
Melissa Müller
Heinz Staub ist Geschäftsführer des Tierheims Sitterhöfli. (Bild: Coralie Wenger)

Heinz Staub ist Geschäftsführer des Tierheims Sitterhöfli. (Bild: Coralie Wenger)


Was soll man tun, wenn man in den Ferien einen süssen herrenlosen Hund trifft, den man mitnehmen will?

Heinz Staub: Lassen Sie ihn sein. In Ländern wie Spanien oder Italien gibt es oft seriöse Deutsche und Schweizer Tierschutzorganisationen, die sich an Ort und Stelle um Strassenhunde kümmern.

Und wenn man das Tier trotzdem mitnehmen will?

Dann sollte man es gegen Tollwut impfen. Danach darf man es erst nach 30 Tagen ausführen. Aber eben: Ich würde es nicht tun. Viele erleben zu Hause eine böse Überraschung.

Wie meinen Sie das?

Die meisten schmuggeln den Hund ja im Auto illegal über die Grenze. Hunde müssen aber verzollt werden. Fehlt der Zollstempel im Impfbuch, gibt es in der Schweiz Probleme. Ausserdem sind die Hunde oft schon ein Jahr alt und an das Streunen gewöhnt. Das heisst, man muss sie lebenslänglich an der Leine führen. Sie sind in der Regel nicht stubenrein, leiden an Durchfall und Würmern. Lässt man einen solchen Hund allein, beginnt er zu jaulen und kratzt an der Tür.


Wie viele solcher Tiere landen dann bei Ihnen?

Dreiviertel aller Hunde, die bei uns im Sitterhöfli abgegeben werden, stammen aus dem Ausland. Im Gegensatz zu Tieren aus Schweizer Zuchten kann man sie nicht wieder zurück geben. Sie sind oft ängstlich, verstört und ziehen sich zurück. Wir brauchen viel Zeit und Geld, um solche Hunde zu sozialisieren.


Viele bestellen einen ­«armen» Hund aus dem Internet, den sie aufpäppeln wollen – etwa aus Rumänien oder Ungarn. Was halten Sie davon?

Man sollte nicht aus dem Jöh-Effekt heraus und aus Mitleid handeln. Tierschutz sollte man vor der eigenen Haustür machen. Wenn man ein Tier aus den Netz bestellt, lernt man es zudem erst bei der Übergabe kennen.


Geht es solchen Organisationen auch ums Geld?

Ja. Da werden dann Kastenwagen voller Tiere importiert, nicht selten mit gefälschten Impfpässen. Man zahlt dann zwar weniger als für einen Hund aus einer Schweizer Zucht, hat dann aber umso höhere Tierarztkosten.

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