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Thomas Müller tritt vorzeitig als Rorschacher Stadtpräsident zurück - Suche nach Kandidaten kann beginnen

Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller (SVP) gibt im Sommergespräch mit den Tagblatt bekannt, dass er sein Amt Ende 2019 abgibt. Bezüglich seiner Nachfolge hofft er auf einen «guten bürgerlichen Kandidaten». Ein halbes Dutzend grosser Bauprojekte will er in Rorschach in den restlichen Monaten noch auf den Weg bringen.
Rudolf Hirtl

In Rorschach wird gebaut. Gefühlt an allen Ecken und Enden. Das führt zu diversen Umleitungen und Einbahnregelungen auf den Strassen. Selbst der Stadtpräsident verliert da beim «Sommerspaziergang» durch Rorschach, der eigentlich eine Sommerfahrt im tiefgekühlten Auto ist, für einen Moment die Orientierung, als er bei der Signalstrasse beinahe in die verbotene Fahrtrichtung einfährt.

Zuhause im Pool und unter Palmen erholt sich Thomas Müller vom politischen Tagesgeschäft. (Bild: R. Hirtl)

Zuhause im Pool und unter Palmen erholt sich Thomas Müller vom politischen Tagesgeschäft. (Bild: R. Hirtl)

Bezüglich Stadtplanung läuft dafür alles in jene Richtung, die der Stadtrat vorgibt. Rorschach hat sich unter der Regie von Thomas Müller optisch verändert. Gut sichtbar bereits durch den Würth-Bau, die Hochhäuser beim Stadtwald oder das Raiffeisen-Gebäude. Grosse Bauprojekte wie Löwengarten, Seehof und Pestalozzi wachsen in die Höhe.

Das Seeufer wird beim Strandbad durchgängig

Doch damit ist nicht genug. Der SVP-Nationalrat steht über dem Hauptbahnhof an der Promenadenstrasse und zeigt hinunter zum Strandbad. «Hier findet die nächste grosse Arealentwicklung statt. Wo heute das Strandbad ist, wird es Wohnungen geben. Das Schwimmbad wird in Richtung Osten verlegt und im Anschluss wird ein Hotel gebaut.» Angedacht sei, das Seeufer näher zu den Bauten zu holen und eine Brücke für Fussgänger zu erstellen, wodurch das Seeufer das ganze Jahr über zugänglich wäre. Noch dieses Jahr werden laut Müller die Schritte für Detailplanung und Bauverfahren in die Wege geleitet, wobei ein Kriterium sei, dass die Seesicht von den hinteren Gebäuden gewahrt bleibe. «Wir werden etwas anbieten können, was man so am Schweizer Bodenseeufer heute nicht mehr findet.»

«Weil sich der Ausbau zur Doppelspur verzögert, fallen in Rorschach S-Bahn-Verbindungen weg.»

Weiter geht’s durch Rorschach. Der Stadtpräsident reiht auf, was in den kommenden Jahren noch gebaut werden soll. Immer in Zusammenarbeit mit den Planungsverantwortlichen beim Kanton, sagt Müller, um deren Vorgaben möglichst früh mit einfliessen zu lassen. So sollen marode Häuser an der Neustadtstrasse, an der Thurgauerstrasse, bei der Umgebung Stadtbahnhof, an der Wachsbleichestrasse und zwischen St. Galler- und Thurgauerstrasse weichen und neuen Gebäuden für Gewerbe und Wohnen Platz machen. Müller betont, dass die Nachfrage nach neuen Wohnungen in Rorschach nach wie vor gross sei. Kann da die städtische Infrastruktur mithalten? «Wir hatten früher 13500 Einwohner, heute 9300. Eine Zunahme der Bevölkerung können wir problemlos und ohne zusätzlich Kosten bewältigen.»

Bereits begonnen haben Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung Hauptstrasse und Neubau Stadtbahnhof. Was den Stadtpräsidenten ja ein Lächeln ins Gesicht zaubern müsste, wäre da nicht noch eine Einsprache beim Bundesgericht bezüglich Ausbau Doppelspur hängig. «Weil das Urteil nicht vor den Sommerferien eingetroffen ist, wurde der Baubeginn für Stadtbahnhof und Doppelspur auf Mai 2019 verschoben. Daher sind wir nicht bereit, wenn im Dezember 2020 das erweiterte Bahnangebot Zürich-München startet», sagt Müller und lässt durchblicken, dass er kein Verständnis dafür hat, dass sich das für die ganze Region wichtige Bauvorhaben wegen Einzelinteressen verzögert. «Der Kreuzungsweg der Eurocity wird dann zu kurz sein. Mit der Folge, dass weniger S-Bahn-Verbindungen in Rorschach halten werden, um die Fahrplanstabilität zu gewährleisten.»

«Ich werde vor Ende der Amtsdauer die Funktion als Stadtpräsident abgeben.»

Thomas Müller räumt ein, dass er die Fertigstellung all dieser Projekte sicher nicht in seinem Amt als Stadtpräsident erleben wird. «Ich werde für die Erneuerungswahlen 2020 nicht mehr zur Verfügung stehen und vorzeitig, nämlich Ende 2019 von meinem Amt zurücktreten», bekräftigt er. Es sei ihm daher ein Anliegen, die Projekte bis zur Stufe Überbauungs- und Gestaltungsplan voranzutreiben. Was sicher nicht mehr in sein Regime als Stadtpräsident fallen werde, sei auch die Abstimmung über den Kredit Kornhaus, da eine seriöse Planungsarbeit durch den Architekten bis zu eineinhalb Jahre dauern werde.

«Ich hoffe auf einen starken bürgerlichen Kandidaten»

In der Politik sei es im Gegensatz zur Privatwirschaft nicht die Sache des Vorgängers, über seine Nachfolge zu bestimmen, sagt Müller auf die Frage, wen er sich denn als künftigen Stadtpräsidenten vorstellen könne. Er macht aber kein Geheimnis daraus, dass er auf einen starken bürgerlichen Kandidaten hofft. Eine linke Stadtregierung führe erfahrungsgemäss zum Stillstand bei der Entwicklung, auch weil Investoren dann kaum zu überzeugen seien. In St. Gallen und Zürich sei dies gut zu sehen.

«So wie ich das Amt des Stadtpräsidenten verstehe, muss er mit grosser Leidenschaft dahinterstehen. Er muss es gerne machen und die Stadt und die Leute mögen. Wer das Amt nur als Job ansieht, der bringt die Stadt nicht weiter.» Bezüglich Stadtentwicklung seien denn nicht nur harte Fakten wichtig, sondern auch ein positives Image. Anlässe wie das Sandskulpturen-Festival, die Coop-Beachtour und der Tristar-Triathlon seien daher Gold wert. «Sehr erfreulich ist die Entwicklung vom, ‹Treppenhaus›, das wir finanziell unterstützen. Wenn wir einen Rorschach Spirit wollen, dann müssen wir auch etwas für die jungen Leute im Ort tun.» Während sich seine Zeit als Stadtpräsident dem Ende zuneigt, so will Müller bei der Nationalratswahl 2019 nochmals antreten, wenn die SVP-Delegiertenversammlung zustimme.

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