Thomas Meister setzt sich gegen seine Konkurrentin Doris Nick durch und wird Wittenbachs Schulpräsident – Bruno Brovelli scheidet nach 16 Jahren im Gemeinderat aus

Der Vorsprung von Thomas Meister (CVP) auf seine Parteilose Konkurrentin beträgt 165 Stimmen. Im Gemeinderat kommt es zu einem Wechsel: Bruno Brovelli (SVP) scheidet aus dem Gremium aus, sein Platz nimmt ab 2021 Boris Schedler von der FDP ein. Brovelli sagt: «Es bricht deswegen keine Welt zusammen.»

Perrine Woodtli
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Wird Wittenbachs Schulpräsident: Thomas Meister.

Wird Wittenbachs Schulpräsident: Thomas Meister.

Ralph Ribi
Doris Nick

Doris Nick

Michel Canonica

165. So viele Stimmen trennen die beiden Schulpräsidiumskandidaten Thomas Meister (CVP) und Doris Nick (parteilos) voneinander. Der Bauunternehmer und heutige Primarschulratspräsident entscheidet die Wahl somit bereits im ersten Wahlgang für sich und wird Wittenbachs Schulpräsident. 1256 Wittenbacherinnen und Wittenbacher geben Meister ihre Stimme.

Doris Nick, die seit 13 Jahren im Primarschulrat sitzt, erreicht 1091 Stimmen.

Gemeindepräsident Oliver Gröble, seit 2019 im Amt, wird souverän bestätigt. 2'664 Stimmzettel gingen ein, davon entfallen 2308 auf den Parteilosen.

Gemeindewahlen Wittenbach

Anzahl Stimmen der Gemeinderatsmitglieder
*
bisher im Amt.
gewählt
abgewählt
Oliver Gröble, Präsident *
parteilos
2 308
Benjamin Gautschi *
CVP
1 843
Stefan Bacher *
FDP
1 705
Silvia Schlegel *
SP
1 538
Urs Schnelli *
SVP
1 365
Boris Schedler
FDP
1 282
Thomas Meister, Schulpräsidium
CVP
1 256
Verfügbare Sitze: 7
Bruno Brovelli *
SVP
1 222
Doris Nick, Schulpräsidium
parteilos
1 091

Die Freude sei riesig, sagt Thomas Meister. Soeben hat er mit Familie und Freunden angestossen. Ständig klingelt das Telefon, alle wollen gratulieren. Er sei sehr zufrieden mit dem Resultat, sagt Meister. «Ich wusste, dass es eher eine knappe Geschichte wird. Ich freue mich deshalb umso mehr, dass ich doch einige Stimmen mehr als Doris Nick erhalten habe.» Nun geniesse er den Tag bei sich zu Hause.

«Ich bin froh, dass wir heute endlich das Resultat erhalten haben. Es war eine intensive Zeit.»

Erleichterung ist derzeit grösser als Enttäuschung

Doris Nick wirkt derweil gefasst. Gut gelaunt nimmt sie das Telefon ab. Sie habe immer gewusst, dass es eine 50-50-Chance gebe. «Das Resultat war knapp. Das habe ich auch erwartet.» Sie freue sich, dass sie so viele Stimmen auf sich vereinen konnte und ihr zahlreiche Wittenbacher das Vertrauen schenkten. Die Enttäuschung darüber, dass sie die Schule Wittenbach nun nicht mehr mitgestalten könne, werde sie später sicher noch spüren, sagt Nick. «Jetzt gerade bin ich vor allem erleichtert, dass die Entscheidung endlich hier ist.»

SVP verliert einen Gemeinderatssitz

Boris Schedler.

Boris Schedler.

PD

Bei den Gemeinderatswahlen konnte die FDP der SVP einen Sitz abjagen. Mit Beni Gautschi (CVP), Stefan Bacher (FDP), Silvia Schlegel (SP) und Urs Schnelli (SVP) wurden vier bisherige Mitglieder wiedergewählt. Ebenfalls im Gemeinderat wird künftig Boris Schedler sitzen. Der FDPler kandidierte als einziger Neuling und forderte die fünf Bisherigen heraus.

«Ich freue mich riesig über meine Wahl und darüber, dass es gleich im ersten Anlauf geklappt hat», sagt Schedler nach der Resultatbekanntgabe.

Bruno Brovelli

Bruno Brovelli

PD

Schedlers Wahl hat nun für Bruno Brovelli Konsequenzen: Der SVPler scheidet nach 16 Jahren aus dem Wittenbacher Gemeinderat aus. Bitter daran: Brovelli erreicht zwar das absolute Mehr, scheidet aber überzählig aus, da Boris Schedler mehr Stimmen als er erhalten hat. Schedler erhielt 1282 Stimmen, Brovelli 1222.

Resultat überraschte Brovelli nicht

Bruno Brovelli wirkt gefasst, als er auf das Resultat angesprochen wird. «Die Enttäuschung ist nicht riesig. Es bricht deswegen keine Welt zusammen», sagt er. «Ich war 16 Jahre lang Gemeinderat. Es ist klar, dass irgendwann Andere übernehmen.» Natürlich hätte er gerne noch weitergemacht. Er habe aber damit gerechnet, dass es für ihn oder seinen Parteikollegen Urs Schnelli knapp werden könnte. Die SVP habe es bei den Wahlen in Wittenbach in den vergangenen Jahren immer wieder schwer gehabt.

Warum es nun genau ihn traf, darüber will Brovelli nicht gross nachdenken. Es sei so, wie es sei. Vielleicht liege es an der Partei, vielleicht an manchen unpopulären Entscheiden, die er im Zusammenhang mit dem Schwimmbad getroffen habe.

«Ich will das gar nicht hinterfragen. Ich konnte vieles bewirken während meiner Amtszeit und hege keinen Groll.»

Für ihn sei es eine Genugtuung, dass er das absolute Mehr erreicht habe und eigentlich gewählt worden sei, sagt Brovelli, der im November 65 Jahre alt wird.

«Es wäre etwas anderes gewesen, wenn ich abgewählt worden wäre. Daran hätte ich zu kauen gehabt.»

Er habe nun noch drei Monate, um seine Arbeit weiterzuführen. Danach habe er viel Freizeit. «Es ist nicht so, dass ich nicht weiss, was ich mit meiner Zeit anstellen soll», sagt Brovelli, der den Reitclub St.Gallen präsidiert. Es werde aber sicher eine Umstellung.