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Sind Bello und Blacky nicht an der Leine, verteilt Thal saftige Bussen im Naturschutzgebiet

Weil es unbelehrbare Hundebesitzer gibt, hat die politische Gemeinde eine Sicherheitsfirma engagiert. Wer nun beim Gassigehen ohne Leine erwischt wird, zahlt.
Kurt Latzer, Valentina Thurnherr
Im Bisenwäldli gibt es auch viele positive Beispiele, wenn es um die Einhaltung der Vorschriften geht. (Bild: Rahel Jenny Egger)

Im Bisenwäldli gibt es auch viele positive Beispiele, wenn es um die Einhaltung der Vorschriften geht. (Bild: Rahel Jenny Egger)

Der Thaler Gemeinderat hat die Nase voll. Ein halbes Jahr lang haben Mitglieder der Kommission für Natur und Umwelt im Naturschutzgebiet Bisenwäldli kontrolliert, ermahnt und verwarnt. Bei der Einhaltung der Leinenpflicht für Hunde zeige sich dennoch keine Besserung, schrieb der Rat in den Gemeindemitteilungen. Deshalb beauftragte er einen privaten Sicherheitsdienst, der das Gebiet kontrollieren soll. Wer seinen Vierbeiner nun in den Thaler Naturschutzgebieten in Altenrhein und im Bisenwäldli nicht anleint, zahlt mindestens 100 Franken Busse.

«Eine andere Möglichkeit gibt es leider nicht», sagt Roland Stieger, Mitglied der Kommission.

«Viele Leute werden erst einsichtig, wenn es ihnen ans Portemonnaie geht.»

Rekursfähig wurde die neue Regelung aber erst, nachdem sämtliche Zugänge des Naturschutzgebiet neu beschildert wurden. «Wird der Halter vorgewarnt, ist auch die Busse rechtens.»

Die Unbelehrbaren existieren

Der Sicherheitsdienst kostet den Thaler Steuerzahler etwa 2500 Franken pro Jahr. Um kostendeckend zu sein, müssen den Wachleuten jährlich 25 Fehlbare ins Netz gehen. Angesichts dessen, was sich beim Fotografieren im Bisenwäldli abgespielt hat, dürfte das kein Problem sein. Beim Ablichten der Hinweis- und Verbotstafeln dauerte es keine fünf Minuten, bis der erste Hund in Richtung Wald verschwand, dessen Herrchen folgte wenig später: Leine und Säckli in der Hand.

Den Vorhalt, sein Verhalten sei verboten, tat der Mann als unverschäm­te Einmischung in private Angelegenheiten ab. Wer da denkt, dass mit dem freilaufenden Hund sei ein Zufall gewesen, so nach dem Motto «zur rechten Zeit am richtigen Ort», der irrt. Denn nur wenige Minuten später verschwanden zwei kleine Hunde, die vom Parkplatz her rannten, im Unterholz. In unmittelbarer Nähe stand der Besitzer der beiden kleinen Racker, eine Leine war nicht zu sehen. Den Mann auf den Leinenzwang anzusprechen, hätte wohl wenig Sinn ergeben.

Auch Roland Stieger machte die Erfahrung, dass die wenigsten Hundehalter positiv auf eine mündliche Verwarnung reagierten. «Dabei geht es uns auch um die Sicherheit der Hunde. Geht ein Grosser auf einen Kleinen los hätten die Halter möglicherweise keine Chance einzugreifen.» Ein ähnliches Problem sieht Stieger auch im Zusammenhang mit Rehkitzen.

«Gerade zu dieser Jahreszeit gibt es sehr viele davon. Meist ducken sie sich im hohen Gras und werden von uns nicht wahrgenommen – aber der Hund riecht sie.»

Hinzu komme die Rücksichtnahme auf andere Spaziergänger. «Schliesslich gibt es auch Leute, die Angst vor Hunden haben.»

Im Städtli büsst die Verwaltung

Weil ein Teil der fehlbaren Hundebesitzer bei Kontrollen aggressiv reagiert, werden auf Rheinecker Boden nur deren Personalien festgehalten. Hierfür wurden eine Privatperson und ein Gemeindeangestellter autorisiert. «Die Kontrolleure melden uns die Vorfälle und die Stadtverwaltung stellt den fehlbaren Hundebesitzern die Rechnung zu», sagt Stadtschreiber Gabriel Macedo. Alle Verstösse gegen die Vorschriften im Naturschutzgebiet werden gebüsst. «Zunächst wird allerdings ermahnt und verwarnt. Im Wiederholungsfall gibt’s Bussen», sagt der Stadtschreiber.

Kontrollen gibt es zu unterschiedlichen Tageszeiten und im ganzen Gebiet entlang des Alten Rheins. Niemand sollte sich also zu sicher fühlen.

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