Thal kauft das Christ-Areal für 9,5 Millionen Franken

Die Thaler Bürger stimmen den letzten beiden Sachvorlagen des amtierenden Thaler Gemeindepräsidenten Röbi Raths zu. Einziger Streitpunkt waren die hohen Kosten für den Kauf des Christ-Areals. Trotzdem sagten die Stimmberechtigten Ja.

Jolanda Riedener
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Das Areal der ehemaligen Cristal Karton AG soll im Dorfzentrum sorgfältig entwickelt werden. (Bild: PD)

Das Areal der ehemaligen Cristal Karton AG soll im Dorfzentrum sorgfältig entwickelt werden. (Bild: PD)

Viel zu teuer sei der Erwerb des Christ-Areals, warnten Gegner der Vorlage vor der Abstimmung. Insbesondere die SVP hatte sich im Vorfeld gegen den Kauf ausgesprochen. Dennoch überwiegen die Vorteile für die Thaler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, wie das Resultat vom Sonntag zeigt. 1229 der Stimmberechtigten haben sich für den 9,5-Millionen-Franken Kredit zum Kauf des Areals ausgesprochen, 1004 stimmten dagegen. Die Stimmbeteiligung war mit 57, 1 Prozent entsprechend hoch.

Mit dem Erwerb des Areals der ehemaligen Cristal Karton AG kann die Gemeinde die Entwicklung im Dorfzentrum selber bestimmen und eine Nutzung in die Wege leiten, die auf die angrenzenden Wohnbauten angepasst ist. Ausserdem sollen die Büroräumlichkeiten im Obergeschoss während den Umbauarbeiten im Rathaus der Gemeindeverwaltung als Übergangslösung dienen.

Die beiden Grundstücke im Thaler Dorfzentrum umfassen jeweils 10122 Quadratmeter und 487 Quadratmeter Land. Die bestehenden Mietverträge übernimmt die Gemeinde Thal mit dem Kauf des Areals. Aktuell ergeben sich daraus 850000 Franken Mieteinnahmen. Nicht einbezogen ist dabei der Bürotrakt, für diese eine Jahresmiete von 160000 Franken veranschlagt wurde.

Thaler stimmen der Sanierung des Reservoirs zu

Noch deutlicher ist der Entscheid zur Sanierung und Erweiterung des Wasserreservoirs Haselriet ausgefallen: Mit 2034 Ja- zu 177 Nein-Stimmen wurde die Vorlage diskussionslos angenommen. Die Sanierung kostet voraussichtlich 1,5 Millionen Franken. 10 bis 15 Prozent der Kosten werden durch Subventionsbeiträge der Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St.Gallen getragen. Obwohl die Wasserbeschaffung in der Gemeinde Thal in der Regel aus dem Bodensee erfolgt, sind zwei Wasserreservoire in der Gemeinde nötig.

Das 1966 erbaute Reservoir Haselriet dient für Brauch- und Löschwasser. Da es diverse Mängel aufweist und das Speichervolumen künftig nicht mehr ausreicht, wird eine Sanierung nötig, schreibt der Gemeinderat im Abstimmungsgutachten. Das Speichervolumen vergrössert sich dadurch um 600 Kubikmeter und die Trinkwasserqualität kann gewährleistet werden. Die Planer rechnen Anfang 2021 mit der Inbetriebnahme des sanierten Reservoirs.