Zehn Prozent weniger: Thal senkt die Steuern erneut

Um beinahe vier Millionen Franken steht die Gemeinde Thal besser da als budgetiert. Der Rat hält sein Versprechen und senkt die Steuern erneut. In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Steuerfuss beinahe halbiert.

Jolanda Riedener
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Miriam Salvisberg und Robert Raths haben gut Lachen: Die Gemeinde steht gut da und der Steuerfuss soll weiter sinken. (Bild: Jolanda Riedener)

Miriam Salvisberg und Robert Raths haben gut Lachen: Die Gemeinde steht gut da und der Steuerfuss soll weiter sinken. (Bild: Jolanda Riedener)

Sie sind gut gelaunt an diesem sonnigen Morgen: Thals Gemeindepräsident Robert Raths und Schulratspräsidentin Miriam Salvisberg präsentieren den Rechnungsabschluss. Mit den Zahlen sind sie mehr als zufrieden. Gerechnet haben die Verantwortlichen gemäss Voranschlag mit einem Minus von 1,51 Millionen Franken. Das Ergebnis zeigt hingegen ein fettes Plus von 2,41 Millionen Franken, was einem Besserabschluss von gut 3,9 Millionen Franken entspricht.

Auch das Eigenkapital mit 16,5 Millionen Franken kann sich sehen lassen. Den Steuerfuss um zehn Prozent auf 94 Prozent zu senken, sei nur eine logische Konsequenz. «Auch im Hinblick auf die kommenden fünf Jahre, ist dieser Steuerfuss gut vertretbar», sagt Raths im Wissen um den Wegzug des lukrativen Steuerzahlers Stadler Rail AG.

Altenrheiner Firmen fallen ins Gewicht

Bereits im vergangenen Jahr reduzierte Thal den Steuerfuss um fünf Prozent. «Aus heutiger Sicht hätten es acht Prozent sein können», sagt Raths. Mit einem so guten Abschluss hatte der Rat damals aber nicht gerechnet. «Deshalb wollen wir den Bürgern jetzt zurückgeben, was sie zu viel bezahlt haben.» Seit 15 Jahren dürfen sich Thalerinnen und Thaler jährlich um eine tiefere Steuerrechnung freuen. Seither purzelte der Steuerfuss von 160 Prozent bis auf die für 2019 geplanten 94 Prozent, denen die Bürgerversammlung aber noch zustimmen muss.

Die Umstellung aufs neue Rechnungsmodell habe die Gemeinde bei der Festlegung des Steuerfusses nicht beeinträchtigt. Der Gemeindekasse schenken insbesondere die Steuern juristischer Personen ein: Im Vergleich zum Budget konnte Thal im vergangenen Jahr 1,92 Millionen Franken mehr kassieren. Aber auch die Erwartungen aus Einkommens- und Vermögenssteuern wurden um 403259 Franken übertroffen. «Neben einem attraktiven Steuerfuss ist uns auch wichtig, dass wir die Verschuldung im Griff haben», sagt Raths.

Rathaus, Seeufersteg und Sportplatz kosten

Im laufenden Jahr stehen in Thal verschiedene Investitionen an. So soll der Umbau und die Sanierung des Rathauses für fünf bis sechs Millionen Franken Ende Jahr zur Abstimmung kommen. Bereits an der Bürgerversammlung vom 25. März entscheidet das Volk, ob sie den Fussballplatz bei der Sportanlage Bützel für 800000 Franken sanieren will.

Auch beim Hafen in Staad will der Gemeinderat Hand anlegen: Mit einem Darlehen von 400000 Franken soll in der Hafenlounge ein vom Wetter unabhängiger Restaurantbetrieb möglich werden.

Bach- und Strassensanierungen sind weitere Projekte, die in der Gemeinde Thal anstehen – voraussichtlich aber erst im kommenden Jahr. Ebenfalls die Projektierung und Umsetzung des Fussgängerstegs zwischen dem «Weissen Rössli» und der Badi Speck in Staad werde in den kommenden Jahren weiterverfolgt.

Aktuell führt Thal keine Integrationsklasse

Die Schulgemeinde verzeichnet gemäss Miriam Salvisberg ebenfalls erfreuliche Finanzabschlüsse. Zurückzuführen sei der Minderaufwand einerseits auf geplante Investitionen, die aus zeitlichen Gründen noch nicht realisiert wurden. Andererseits hatten Pensionierungen eine Reduktion der Personalkosten zur Folge. Das Budget für fördernde Massnahmen im Schulbetrieb habe man ausserdem einhalten können. Die Schülerzahlen stagnieren: Derzeit zählt die Gemeinde 670 Schülerinnen und Schüler in vier Schulkreisen. «Auch kamen weniger ausländische Zuzüger, weshalb wir keine Integrationsklasse führten», sagt Salvisberg. Man sei mit den Nachbargemeinden im Austausch und habe die Schüler dort unterbringen können.

Auch Thal bekommt eine Postagentur

Die Post schliesst ihre Filiale in Thal. Die Postversorgung ist trotzdem gesichert: Ab dem 1. Oktober wird ohne Unterbruch, der nur wenige Meter entfernte Dorfladen Sennhütte, Postgeschäfte anbieten.
Jolanda Riedener