Ersatzwahl
Nach Rücktrittsankündigung von Felix Wüst: Thal droht längere Vakanz im Gemeindepräsidium

Das Datum für die Ersatzwahl des Gemeindepräsidenten wurde vom Gemeinderat auf den Sonntag, 26. September, angesetzt. Braucht es einen zweiten Wahlgang, kann es im schlimmsten Fall Februar oder März 2022 werden, ehe die Nachfolge von Felix Wüst bestimmt ist.

Rudolf Hirtl
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Das Rathaus in Thal wird eine Weile ohne Chef auskommen müssen.

Das Rathaus in Thal wird eine Weile ohne Chef auskommen müssen.

Bild: Christof Sonderegger

Anonyme Schreiben, in denen seine Fähigkeiten als Gemeindepräsident angezweifelt werden, und eine zunehmend schwierige Zusammenarbeit im Gemeinderat waren offensichtlich zu viel für Thals Gemeindepräsident Felix Wüst. Vor zweieinhalb Wochen hat er daher bekanntgegeben, sein Amt Ende September nach nicht einmal zwei Jahren wieder abzugeben (Ausgabe vom 17. Februar).

Thals Gemeindepräsident Felix Wüst (FDP) tritt vorzeitig von seinem Amt zurück.

Thals Gemeindepräsident Felix Wüst (FDP) tritt vorzeitig von seinem Amt zurück.

Bild: PD

Der Thaler Gemeindepräsident, der erst im November 2019 als Nachfolger von Röbi Raths gewählt wurde, räumte ein, dass die Situation an seinen Kräften zehrt. Mit einem geordneten Rücktritt wolle er eine sorgfältige Auswahl und Wahl seiner Nachfolgerin oder seines Nachfolgers ermöglichen.

Mehrere Monate ohne Präsidium wahrscheinlich

Lückenlos dürfte die Nachfolgeregelung allerdings nicht über die Bühne gehen. Denn laut Mitteilung des Gemeinderates, der am Montagabend das weitere Vorgehen beschlossen hat, ergibt sich als Folge des Rücktritts von Felix Wüst auf den 30. September beim Amt des Gemeindepräsidenten möglicherweise eine Vakanz. Sollte nach der Ersatzwahl vom 26. September sogar ein zweiter Wahlgang nötig werden, dieser ist auf den Sonntag, 28. November, angesetzt, könne es sogar Februar oder März 2022 werden, bis der Nachfolger oder die Nachfolgerin ihr Amt antrete. Aber auch wenn die Nachfolge bereits am ersten Wahlgang feststeht, scheint es unwahrscheinlich, dass die neue Gemeindepräsidentin oder der neue Gemeindepräsident das Amt bereits am 1. Oktober antreten kann.

Gemeinderat verteilt Arbeit auf mehrere Schultern

Der Situation vorausschauend haben die Ratsmitglieder nun einstimmig beschlossen, für die Bereiche Personelles, Finanzen, Bau, Ortsplanung, Entwicklung, Rathaus, Website und Medien Kommissionen oder Arbeitsgruppen zu bilden. «Mit dieser Massnahme wird ein reibungsloser Übergang der Geschäfte sichergestellt, falls per 1. Oktober noch kein Nachfolger oder keine Nachfolgerin im Amt ist», so der Rat.

Mit diesen Kommissionen werde die Arbeit bewusst auf mehrere Schultern verteilt, sofern es im Herbst/Winter zu einer Vakanz komme. Ungeachtet des Rücktritts von Felix Wüst habe der Gemeinderat das Ziel, sich voll und ganz zum Wohle von Bürgerschaft, Gewerbe und Industrie einzusetzen.