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Sympathien für den Attentäter von Zug: Gossauer Nationalratskandidat ruft auf Facebook zu Gewalt auf

Bruno Egli, Nationalratskandidat der Schweizer Demokraten im Kanton St.Gallen, hat auf sozialen Medien zu Gewalt aufgerufen. Zudem wollte er Amokschützen die Munition sponsern und verherrlichte den Zuger Attentäter Friedrich Leibacher. Dafür kassiert er einen Strafbefehl. Seine Ausrede: Er sei nicht zurechnungsfähig gewesen.
Tim Naef
Bruno Egli will für die ultrarechten Schweizer Demokraten des Kantons St.Gallen in den Nationalrat. (Bild: Urs Bucher)

Bruno Egli will für die ultrarechten Schweizer Demokraten des Kantons St.Gallen in den Nationalrat. (Bild: Urs Bucher)

Der «Taxitubel», so bezeichnete Bruno Egli sich und sein Taxiunternehmen einst selbst, will für die ultrarechten Schweizer Demokraten des Kantons St.Gallen in den Nationalrat. Kurz vor der Wahl droht nun aber Ungemach für den Gossauer. Die Staatsanwaltschaft St.Gallen hat dem ehemaligen Taxiunternehmer einen Strafbefehl ausgestellt. Vorwurf: Aufforderung zu Gewalt.

Wie der «Blick» berichtet, geht es um Facebook-Einträge, welche Egli mittlerweile wieder gelöscht hat. So soll er mit dem Zuger Attentäter Friedrich Leibacher sympathisiert haben. Leibacher ist für den bislang verheerendsten Amoklauf der Schweiz verantwortlich. Er erschoss am 27. September 2001 im Zuger Regierungsgebäude 14 Menschen, ehe er sich selbst richtete.

Die Munition sponsern

«Man muss sich nicht wundern, warum es immer mehr Gewalt gegen Beamte gibt. Ich zahle demjenigen, der mal so richtig nach Leibacher-Art in den Beamtenstuben aufräumt, die Munition», soll der Gossauer laut «Blick» im Mai dieses Jahres auf Facebook geschrieben haben, um nur wenige Tage später nachzudoppeln:

«Aber auch diese Scheissbeamten wollen lieber Krieg. Einer, der jetzt auch grosse Freude hätte, heisst Friedrich Leibacher. Ein grosser Staatsmann in meinen Augen.»

Auf die digitalen Entgleisungen angesprochen, bestätigt Egli die Posts gegenüber dem «Blick». Vom Inhalt will er aber mittlerweile nichts mehr wissen. Er stehe zwar dazu, das geschrieben zu haben. Vom Inhalt wolle er sich aber klar distanzieren. Mittlerweile hat der Nationalratskandidat die Äusserungen wieder gelöscht.

Viruserkrankung als Grund für Entgleisungen

Der Grund sei eine «ungerechtfertigte Betreibung» gewesen. Eine Schweinerei, wie er gegenüber «Blick» zu Protokoll gibt. Zudem sei er «unzurechnungsfähig» gewesen, als er die Einträge auf Facebook veröffentlichte.

«Ich lag aufgrund einer Viruserkrankung drei Wochen lang im Spital. Heute habe ich keine Erinnerungen mehr daran», so Egli. Deshalb werde er den Strafbefehl auch vehement bekämpfen. «Rechtlich bin ich mir keiner Schuld bewusst», sagt er. Und auch seine Nationalratskandidatur werde er deswegen sicher nicht zurückziehen.

St.Galler SD-Parteipräsident distanziert sich

Roland Uhler, Präsident der Schweizer Demokraten (SD) des Kantons St.Gallen, habe erst durch die Medien vom Vorfall erfahren. «Meine Güte. So etwas geht natürlich gar nicht. Ich werde das Gespräch mit ihm suchen», sagt er zum «Blick».

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