SWR-Wetterreporter Thomas Miltner checkt das Sandskulpturen-Festival in Rorschach

Fünfmal in der Woche ist im SWR-Fernsehen am frühen Abend die ganz besondere Wettershow zu sehen. Gesendet nicht aus dem Studio, sondern von einem Ort, einem Berg oder einem See. SWR-Wetterreporter Thomas Miltner hat dafür schon mehrere Fernsehpreise abgeräumt. Heute Montag besuchte er das Sandskulpturen-Festival in Rorschach und wollte wissen: «Wieso halten die Skulpturen dem Italientief stand?

Rudolf Hirtl
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«Dürfen wir fliegen?», fragt Jürgen Könner und bringt damit Festivalleiter Urs Koller heute früh kurz ins Grübeln. Als der SWR-Kameramann seine Drohne auspackt ist aber rasch klar, was fliegen soll.

SWR-Wetterreporter Thomas Miltner (rechts) und Festivalleiter Urs Koller unterhalten sich vor der Kamera von Jürgen Könner über die Beschaffenheit des beim Festival verwendeten Sandes. (Bild: Rudolf Hirtl)

SWR-Wetterreporter Thomas Miltner (rechts) und Festivalleiter Urs Koller unterhalten sich vor der Kamera von Jürgen Könner über die Beschaffenheit des beim Festival verwendeten Sandes. (Bild: Rudolf Hirtl)

Schmunzelnd beobachtet wird die Szene von Thomas Miltner, seit 17 Jahren Wetterfrosch beim Südwestrundfunk. «Wir haben uns lange gegen Aufnahmen mit Drohnen und Handys gewehrt, doch auch wir müssen den Mainstream mitmachen», sagt der mit dem Adolf-Grimme-Fernsehpreis ausgezeichnete Heidelberger. Dabei blickt er auf den mit Wolken verhangenen See und saugt die Stimmung auf. Er liebt diese besonderen Momente, die er während der Drehs erlebt. Beispielsweise den unvermittelten und extremen Wellengang beim Dreh auf einem Polizeiboot. «Auf dem Meer hätte es auch nicht schlimmer sein können.» Oder als er in einen Hagelsturm geriet und dachte, sein Auto werde beschossen. Auch mehrere Orkane, die ihn trotz seiner hundert Kilo Lebendgewicht beinahe von den Beinen gerissen hätten, sind ihm in Erinnerung geblieben. «Man bekommt Demut, wenn man sieht, was das Wetter, die Natur trotz aller Faszination anrichten kann.»

Wohlfühl-Fernsehen für das Abendessen

Etwas mehr Sensibilität wünscht er sich auch von anderen. Das Wetter habe sich verändert, der Klimawandel kommt nicht erst, er sei schon da. Dies würden ihm Menschen, die vom Wetter leben, wie Winzer, Obstbauern und Fischer, bestätigen. Die Aufmerksamkeit seiner Zuseher holt er sich aber dennoch nicht mit mahnenden Worten und mit erhobenem Zeigefinger. «Wetter ist Wohlfühl-Fernsehen und lebt von starken Bildern. Damit versuchen wir die Menschen zu überzeugen.» Ausserdem, so Thomas Miltner, würden seine Wetterreportagen um 18.12 Uhr in der Sendung SWR-Aktuell gezeigt. Da seien viele beim Abendessen und würden den Wetterfrosch nur aus den Augenwinkeln sehen. Da dürfe dann neben schönen Bildern auch der Humor nicht zu kurz kommen.

Die Sandskulpturen in Rorschach sind noch bis Sonntag, 9. September, zu sehen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Sandskulpturen in Rorschach sind noch bis Sonntag, 9. September, zu sehen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Bodensee ist eine Wetterregion für sich

Und was macht der Wetterfrosch für Baden-Württemberg in Rorschach. «Der Bodensee ist ein Erlebnisraum. Wir gehen dorthin wo auch die Menschen hingehen. Daher sind wir auch regelmässig in der Schweiz und in Vorarlberg unterwegs.» Ausserdem sei der Bodensee meteorologisch sehr speziell, weil Wetterlagen sehr schnell umschlagen könnten. Es sei mit die faszinierendste Region überhaupt. Und eben: Wieso halten die Skulpturen dem Italientief stand? «Weil der Sand durch das Stampfen extrem kompakt ist, macht den Skulpturen der Regen nichts aus», so Urs Koller. Selbstverständlich kämen keinerlei chemische Substanzen in den Sand. Nur Wasser.

Hinweis: Die heute auf SWR um 18.12 Uhr ausgestrahlte Sendung aus Rorschach kann auf swrmediathek.de als Podcast nachgeschaut werden.