Sturm, Regen, Nebelbögen: Der Dezember am Bodensee war wild

Mit stürmischen Westwinden gelangte milde und feuchte Meeresluft ins Bodenseegebiet. Es gab Nebel und viel Regen. Des Weiteren war der Monat um einiges zu warm.

Andreas Walker
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Auf dem Fünfländerblick war am 26. Dezember ein Nebelbogen (weisser Regenbogen) sichtbar. Dieser entsteht, wenn die Sonne auf eine Nebelwand scheint. (Bild: Andreas Walker)

Auf dem Fünfländerblick war am 26. Dezember ein Nebelbogen (weisser Regenbogen) sichtbar. Dieser entsteht, wenn die Sonne auf eine Nebelwand scheint. (Bild: Andreas Walker)

Der Dezember begann am Bodensee mit sonnigem Hochdruckwetter. Ab dem 2. Dezember wurde die Witterung unbeständig und bis zum 9. Dezember führten kräftige Westwinde immer wieder Niederschlagszonen über unser Land, die dem Bodenseegebiet unbeständiges Wetter brachten.

Insgesamt war das erste Monats-Drittel in der Region geprägt von kräftigen West- und Nordwestströmungen, die immer wieder stürmische Winde brachten. Dabei wurde die nasse Witterung oft von stürmischen Winden begleitet, mit Spitzen von 70 bis 90 km/h an mehreren Tagen. In den Bergen erreichte der Wind Geschwindigkeiten von 130 bis 150 km/h, vereinzelt auch mehr als 160 km/h.

Schnee aus dem Norden

Am 10. und 11. Dezember floss aus Nordwesten und Norden kühle Luft in unser Land. Am Alpennordhang fielen oberhalb von 1300 Metern rund 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee. Vom Abend des 10. bis am Morgen des 11. Dezembers schneite es teilweise auch im Bodenseegebiet. Vom 12. bis am 15. Dezember zog ein umfangreiches Hochdruckgebiet von Nord- nach Nordosteuropa. An dessen Südrand floss mit einer Bisenströmung kalte Festlandluft aus Osteuropa zur Schweiz und brachte dem Bodenseegebiet winterliche Temperaturen von deutlich unter null Grad. In Muldenlagen der Alpen wurden sogar -20 bis -25 Grad, lokal auch -30 registriert. Am 14. und 15. Dezember verschwand das Bodenseegebiet unter hartnäckigem Hochnebel.

Ab der 2. Monatshälfte setzten wieder Westwinde ein, die unbeständiges und regnerisches Wetter verursachten. Vom 21. bis zum 24. Dezember erreichten die Winde Sturmstärke. Dabei wurden im Bodenseegebiet Windspitzen von 90 km/h, in den Bergen sogar 150 km/h erreicht.

Temperaturen über zehn Grad

Begleitet wurde der Wind von kräftigen Niederschlägen und die Schneefallgrenze stieg auf 1500 bis 2000 Meter. Dabei kletterten die Temperaturen am Bodensee auf über 10 Grad. Pünktlich zu Weihnachten endete jedoch das turbulente Wetter. Ein Hoch über Westeuropa sorgte am Bodensee für ruhige Weihnachtstage mit sonnigem Bergwetter. In den Niederungen lag der klassische winterliche Hochnebel, der sich teilweise auflöste.

Die letzten Dezembertage waren am Bodensee trüb und kühl und das alte Jahr klang unter einer winterlichen Nebeldecke aus. Nach Angaben von Meteo Schweiz war der Dezember landesweit 1,5 Grad zu warm im Vergleich zur Norm 1981-2010. Am Bodensee betrug die durchschnittliche Dezembertemperatur 4 Grad und war damit 2,5 Grad zu warm.

Viel Regen, wenig Sonne

Auf der Alpennordseite und in den Alpen erreichten die Niederschlagssummen verbreitet 150 bis über 200 Prozent. Auf der Alpensüdseite blieb der Dezember regional hingegen extrem niederschlagsarm. So erhielt das Südtessin nur gerade 11 Prozent der üblichen Menge. In den übrigen Gebieten der Alpensüdseite bewegten sich die Werte meist zwischen 20 und 50 Prozent der Norm. Am Bodensee betrug die Niederschlagsmenge 92 Liter pro Quadratmeter, was 124 Prozent des Durchschnitts entspricht.

Die Sonnenscheindauer erreichte auf der Alpennordseite fast überall unterdurchschnittliche Werte, während sie auf der Alpensüdseite deutlich über der Norm lag. Am Bodensee betrug die Sonnenscheindauer im Dezember 41 Stunden, was 108 Prozent des langjährigen Mittels entspricht.