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St.Gallen: Strom vom Quartier fürs Quartier

Die Notkersegg ist vom Fernwärmenetz abgeschnitten. Deshalb haben die St.Galler Stadtwerke ein spezielles Energiekonzept fürs gesamte Quartier ausgearbeitet. Nun liegt der Ball bei den Bewohnern.
Christoph Renn
Die St. Galler Stadtwerke haben für die Notkersegg ein eigenes Energiekonzept erarbeitet. (Bild: Urs Bucher)

Die St. Galler Stadtwerke haben für die Notkersegg ein eigenes Energiekonzept erarbeitet. (Bild: Urs Bucher)

Die Stadt St. Gallen hat in den vergangenen Jahren ihr Fernwärmenetz kontinuierlich ausgebaut. Doch nicht alle Liegenschaften können mit der gewonnenen Energie aus dem Kehrichtheizkraftwerk bedient werden. Genauer gesagt die Gebäude, die über 700 Meter über Meer liegen. «Diese können wir aus physikalischen Gründen nicht zu konkurrenzfähigen Preisen beliefern», sagt Marco Letta, Unternehmensleiter der St. Galler Stadtwerke. Das gesamte Quartier Notkersegg muss also ohne Fernwärme auskommen. Deshalb haben die St. Galler Stadtwerke ein eigenes Energiekonzept fürs Quartier zwischen der Stadt und Speicher ausgearbeitet. Dieses wurde kürzlich mit dem Smart City Innovation Award durch das Bundesamt für Energie ausgezeichnet.

Das Projekt «Energiequartier Notkersegg» hat zum Ziel, die Energieeffizienz in den Bereichen Wärme, Strom und Mobilität durch die intelligente Verknüpfung bewährter Technologien zu steigern. «Immer abgestimmt auf das Kundenbedürfnis steht die Energieoptimierung in den bestehenden Liegenschaften im Vordergrund», sagt Marco Letta. Die Ausgangslage für die Notkersegg ist dafür optimal. «Es gibt viel Sonne und wenig Nebel.» Zudem seien die meisten Dächer der Gebäude im Quartier gut auf den Verlauf der Sonne ausgerichtet. Mit dem Bau von Sonnenkollektoren wird aus der Notkersegg aber noch kein Energiequartier. «Es braucht das Zusammenspiel mehrerer Faktoren», sagt Letta. Die Grundidee dazu sei ihm beim Joggen gekommen: «Der Strom bleibt hier im Quartier.»

Energiemanager steht im Zentrum des Konzepts

Das Konzept für das «Energiequartier Notkersegg» ist darauf ausgerichtet, die im Energiekonzept 2050 der Stadt St. Gallen definierten Ziele zu erfüllen. «Nur durch die optimale Kombination erneuerbarer Technologien können wir den CO2-Ausstoss wirksam reduzieren», sagt Letta. Im Bereich der Elektrizität soll dies mittels Fotovoltaik und einem Batteriespeicher gelingen. Für die Gewinnung der Wärme setzt das Konzept primär auf Wärmepumpen. Zudem sind mehrere Ladestationen für E-Fahrzeuge geplant. Im Zentrum der drei Themenbereiche steht ein sogenannter Energiemanager. «Dank diesem können wir die Produktion und den Verbrauch optimal aufeinander abstimmen.»

Noch ist das «Energiequartier Notkersegg» nur auf Papier skizziert. «Wir könnten jedoch bereits morgen mit der Umsetzung beginnen», sagt Marco Letta. Das Problem: Um das energetische Potenzial des Quartiers optimal nutzen zu können, sind die Planer auf die Mithilfe der Liegenschaftsbesitzer und Wohnungsverwalter angewiesen. «Wir haben schon zahlreiche Gespräche geführt und sind dabei auf positive Resonanz gestossen», sagt Letta. Für ihn ist klar: «Information ist bei einem solch zukunftsweisenden Projekt das Wichtigste.» Anfangs hätten einige gedacht, sie müssten von heute auf morgen eine E-Ladestation installieren, obwohl sie kein entsprechendes Fahrzeug besitzen, eine Wärmepumpe installieren und Sonnenkollektoren auf ihrem Dach montieren. «Das ist definitiv nicht der Fall. Der Ersatz bestehender Wärmelösungen soll bedürfnisbezogen erfolgen und wir möchten mit allen eine passende Lösung ausarbeiten.»

Ein eigenes Konzept für jedes Haus

Welche Technologie zu welcher Liegenschaft passt, hängt laut Marco Letta von dessen Machart und Zustand ab. «Es bringt beispielsweise nichts, Sonnenkollektoren auf ein Dach zu installieren, das in den nächsten Jahren sowieso saniert werden muss.»

Doch, was geschieht, wenn nicht das ganze Quartier Notkersegg Teil des Energieprojekts sein möchte? «Das wäre zwar bedauerlich, stellt das Projekt als solches aber nicht in Frage», sagt Marco Letta. Es gebe keinesfalls einen Verfügungszwang. «Es ist eine Frage der Überzeugung und der Motivation der Kundinnen und Kunden.» Am Ende sei jeder einzelne Sonnenkollektor, jede einzelne Wärmepumpe, jede einzelne E-Ladestation bereits ein Schritt in die richtige Richtung. «Wir alle müssen uns bewusst sein, dass unser jetziges Handeln nicht in erster Linie uns zugutekommt, sondern umweltverträglichere Grundlagen für die kommenden Generationen schaffen soll.»

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