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Streit um Lehrerentlassungen in St.Gallen: Schuldirektor weist Kritik des Lehrerverbandes dezidiert zurück

Die Stadt St.Gallen hat gemäss Gerichtsurteilen zwei Lehrer unrechtmässig entlassen. Der Lehrerinnen- und Lehrerverband des Kantons (KLV) hat deswegen harsche Kritik an Schuldirektion und Schulamt geäussert. Stadtrat Markus Buschor weist die Kritik in einer Reaktion nicht minder dezidiert zurück: Sie sei in dieser Art völlig unberechtigt.
Reto Voneschen
Der Stadtsanktgaller Schuldirektor Markus Buschor wehrt sich gegen Kritik des kantonalen Lehrerinnnen- und Lehrerverbands. Die Vorwürfe deckten sich nicht mit den Fakten. (Bild: Urs Bucher - 1. April 2019)

Der Stadtsanktgaller Schuldirektor Markus Buschor wehrt sich gegen Kritik des kantonalen Lehrerinnnen- und Lehrerverbands. Die Vorwürfe deckten sich nicht mit den Fakten. (Bild: Urs Bucher - 1. April 2019)

Die Vorwürfe des Kantonalverbandes seien aufgrund der Fakten nicht nachvollziehbar. Leider und bezeichnenderweise habe der KLV in der Sache auch nie das Gespräch mit ihm als städtischem Schuldirektor gesucht, sagte Markus Buschor auf Nachfrage.

Drei Entlassungen auf 900 Lehrpersonen seit 2014

Die Stadt St.Gallen beschäftigt rund 900 Lehrpersonen. Seit Anfang 2014 wurden drei von ihnen gekündigt, und zwar im Mai 2015, im Januar 2016 und im August 2018. Die ersten beiden Betroffenen klagten und erhielten vom Gericht eine Entschädigung zugesprochen. Ob es im dritten Fall zu einer Klage gegen die Stadt kommt, ist gemäss Schuldirektor Markus Buschor offen.

Zwei Entlassungen seien vom Gericht formalrechtlich für nicht in Ordnung befunden worden. Sachlich seien sie aber aufgrund der Fürsorgepflicht der Schule für Kinder wie für andere Lehrpersonen nötig gewesen. Man habe da nicht weg-, man habe hinschauen und Konsequenzen ziehen müssen, sagt Markus Buschor.

Der KLV deutet in seiner Mitteilung an, dass die Stadt verschiedene Rechtsfälle mit ungewissem Ausgang am Laufen haben soll. Schuldirektor Buschor korrigiert in seiner Stellungnahme: «Gegen den Kanton führt die Stadt derzeit Beschwerde vor Bundesgericht, weil sie es nicht rechtens findet, ihr Talentschulangebot für auswärtige Talente für nur 11000 Franken anzubieten, statt gegen angemessene Kostendeckung von rund 22000 Franken.» Das Urteil steht aus.

Schule kann Fehlverhalten nicht tolerieren

Der KLV kritisiert in seiner Mitteilung das Führungsklima an der Stadtschule und befürchtet, dass das Image der Schulstadt St.Gallen darunter leiden und sich Lehrer von ihr abwenden könnten. Gemäss Stadtrat Buschor betrifft das Einzelfälle. Zwei sind den Behörden in diesem Jahr bekannt.

Die Feststellung des Verbandes, dass bei der städtischen Schulverwaltung Wertschätzung und Wohlwollen gegenüber Mitarbeitern nicht an oberster Stelle stehe, dass Druck ausgeübt und Kritiker mundtot gemacht würden, lässt Stadtrat Buschor nicht gelten: «Bei Fehlverhalten Wertschätzung und Wohlwollen zu zeigen, wäre nicht ehrlich.»

Bei Problemen würden den Akteuren verbindliche Forderungen gestellt. Dass dies als Druck verstanden werden könne, sei nachvollziehbar. Andere zu beschimpfen und/oder berechtigte Erwartungen Vorgesetzter permanent nicht zu erfüllen, habe aber nichts mit kritischer Stimme zu tun, sondern mit unzulässigem Verhalten. Angstfreier Unterricht sei wichtig, sagt Markus Buschor. Schulkinder wie Lehrpersonen hätten ein Recht darauf.

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