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Streifzüge mit der Kamera: Der St.Galler Sandro Reichmuth gibt in Eigenregie einen Jahreskalender heraus

Der St. Galler Sandro Reichmuth vertreibt im Ein-Mann-Verlag Postkarten, Magnete und Kalender mit regionalen Sujets. Wie ein Entdecker tastet sich der 38-Jährige an seine Motive heran.
Roger Berhalter
Blick auf die winterliche Lokremise: Das Foto auf dem Januar-Blatt des neusten Kalenders von Sandro Reichmuth. (Bild: PD/Sandro Reichmuth)

Blick auf die winterliche Lokremise: Das Foto auf dem Januar-Blatt des neusten Kalenders von Sandro Reichmuth. (Bild: PD/Sandro Reichmuth)

Die Sujets gehen ihm noch lange nicht aus. Obwohl Sandro Reichmuth jetzt schon zum vierten Mal einen Jahreskalender mit Stadtsanktgaller Motiven herausgibt. Wie viele Fotografen mag Reichmuth die blaue Stunde vor Sonnenaufgang, wenn sich die Welt im besten Licht zeigt. «Leider bin ich aber kein Frühaufsteher», lacht der 38-Jährige.

Am liebsten ist Reichmuth mit dem Velo unterwegs. Für das Titelbild seines neusten Kalenders sei er viele Male mit dem Velo am Rosenberg hin- und hergefahren, bis er den idealen Ausblick auf den Dom und die Kirche St. Laurenzen gefunden habe. «So taste ich mich an meine Sujets heran.» Bis er schliesslich zwölf Bilder hat, die zueinanderpassen und einen stimmigen Kalender ergeben. «Ich mag es farbig und lebhaft, nicht Grau in Grau.»

Im Innenhof des «Sankt Leopard»

Für seinen Kalender 2019 mit dem Titel «Sankt Gallen, faszinierend, das ganze Jahr» hat der St. Galler wiederum zwölf stimmige Bilder gefunden. Es gibt die erwartbaren Sujets wie die Kathedrale, Drei Weieren oder die rote «Stadtlounge» im Bleicheli. Reichmuth hat auf seinen Erkundungsfahrten mit dem Velo aber auch Überraschendes entdeckt. Zum Beispiel den trapezförmigen Innenhof zwischen den Gebäuden der «Sankt Leopard»-Überbauung an der St.-Leonhard-Strasse.

Auch die Lokremise zeigt der Fotograf in einer ungewöhnlichen, winterlichen Ansicht. Und zum Auftakt findet sich im Kalender wiederum eine St. Galler Agenda mit den wichtigsten Terminen des Jahres.

Sandro Reichmuth. (Bild: PD)

Sandro Reichmuth. (Bild: PD)

Wie ein Entdecker erkundet Reichmuth seine Heimat. Wie ein Tourist bewegt er sich manchmal durch St. Gallen oder durch Speicher, wo er seit vier Jahren mit Frau und Sohn wohnt. Indem er sich die Touristenbrille aufsetzt, entdeckt er immer wieder neue Motive. Auch Südamerika hat er schon mit der Kamera bereist, fünf Monate lang entlang der Anden, und hat «Die Farben Südamerikas» eingefangen.

Der Bildband mit diesem Titel sei aber defizitär gewesen. Eigentlich hatte er mit solchen Bildbänden weitere Reisen finanzieren wollen, doch sei dieser Plan nicht aufgegangen. Deshalb fokussiere er nun auf lokale Sujets. Nicht nur aus finanziellen Überlegungen, sondern auch, weil er die Region liebt, in der er lebt und arbeitet. Das wird spürbar, wenn er mit leuchtenden Augen von seinen Streifzügen mit der Kamera erzählt.

Postkarten und Magnete für die Stiftsbibliothek

«Faszinierend», so heisst Sandro Reichmuths Verlag, den er seit rund acht Jahren betreibt, neben seiner 50-Prozent-Anstellung als typografischer Gestalter. Der Verlag ist ein Ein-Mann-Unternehmen: Reichmuth fotografiert und gestaltet selber, er kümmert sich um Werbung und Vertrieb und liefert seine Produkte eigenhändig aus. «Der persönliche Kontakt ist mir wichtig.» Acht Geschäfte in der Stadt haben seine Fotos mittlerweile im Angebot. Nicht nur in Kalenderform, auch als Ansichtskarten oder seit Neustem als bedruckte Magnete. Die Stifts­bibliothek bestelle jedes Jahr ein paar Tausend Postkarten bei ihm. Gut möglich also, dass Sandro Reichmuths Fotos mittlerweile auch in China oder in den USA zu finden sind – den Touristen sei Dank.

Die nächsten Sujets hat der 38-Jährige schon im Kopf. So möchte er bald den neuen Bahnhofplatz fotografieren. Das «Lindeli» im Boppartshof habe er ebenfalls im Auge, Quartierbewohner hätten ihn auf dieses Motiv hingewiesen. «Die Stadt St. Gallen hat so viel Schönes zu bieten. Wir brauchen uns nicht zu verstecken», sagt der Fotograf.

Altes und Neues nebeneinander

Auch wer sich für nächstes Jahr einen historischen Stadtsanktgaller Kalender an die Wand hängen will, hat die Qual der Wahl. Da ist zum einen der inzwischen 18. A4-Kalender von Peter Uhler mit historischen Fotos und Erklärungen dazu. 2019 ist er dem Riethüsli gewidmet (Tagblatt vom 1. November). Zum sechsten Mal erscheinen zudem die etwas grösser geratenen «St. Galler Zeiten» von Mark Eisenhut.

Er stellt jedem historischen Bild eine Fotografie der heutigen Situation gegenüber. Das zeigt beim Januar-Bild, wie überraschend wenig sich auf dem Gallusplatz optisch seit 1952 verändert hat. Das führt aber schon im Februar vor Augen, wie sehr das Waaghaus auch auf seiner Rückseite durch die Renovation Anfang der 1960er-Jahre gewonnen hat. Oder wie die Verkehrssituation bei der Verzweigung St.-Jakob- und Sonnenstrasse von 1913 bis 2018 völlig umgekrempelt wurde. Zu kaufen gibt es den Kalender hier. (vre)

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